Kostenlos anrufen
Ausgezeichneter Service von immoverkauf24 durch ausgezeichnet.org
TÜV-geprüfter Service von immoverkauf24 durch TÜV-Saarland
Zertifizierte Sicherheit von immoverkauf24 durch comodo.com
  1. immoverkauf24immoverkauf24 Startseite
  2. Services
  3. Expertenrat
  4. Wohnpsychologie – Wie Farben auf uns wirken

Wohnpsychologie – Wie Farben auf uns wirken

Immobilienverkauf 08.02.2019 Inka Aniol
Farbpsychologie

Wenn wir ein Haus oder eine Wohnung betreten, stellen wir ganz schnell fest, ob wir uns hier wohl fühlen. Nicht nur Lage, Grundriss, Ausstattung und Möblierung entscheiden über unseren ersten Eindruck. Auch Farben beeinflussen uns nachhaltig. Die Wirkung von Farben in einer Immobilie spielt deshalb auch unterbewusst bei der Vermietung oder beim Immobilienverkauf eine Rolle. Im Interview klärt die Hamburger Wohnpsychologin Inka Aniol über die Wahrnehmung von Farben auf.

immoverkauf24: Was ist Wohnpsychologie?

Inka Aniol: Wohnpsychologie gehört zur Architekturpsychologie. Diese wiederum ist Teil der Umweltpsychologie. Sie vereinigt Aspekte aus unterschiedlichen Gebieten der Psychologie, wie z.B. der Wahrnehmungspsychologie. Im Fokus stehen die Wechselwirkungen von Menschen und ihrem direkten Wohn- oder Arbeitsumfeld. Farben, Licht, Materialien und Natur in Räumen beispielsweise beeinflussen unser Wohlbefinden nachhaltig. Ebenso unsere Motivation und Produktivität am Arbeitsplatz.

immoverkauf24: Wie wirken Farben auf uns?

Inka Aniol: Farben wirken bewusst und unbewusst auf unseren Körper und unsere Stimmung. Das passiert ganz automatisch und unmittelbar. Unsere Körpertemperatur kann z.B. in einem blauen Raum sinken und in einem roten steigen. Neben persönlichen Vorlieben beeinflussen auch kulturelle Assoziationen und persönliche Erfahrungen unsere Farbwahrnehmung.

Welche Farbe sich eignet, ist abhängig von der Funktion eines Raumes

Farbpsychologie

immoverkauf24: Welche Farbe eignet sich für welchen Raum?

Inka Aniol: Das hängt vom persönlichen Geschmack und vor allem von den gewünschten Raumfunktionen ab: Möchte ich mich dort konzentrieren, ausruhen oder angeregt unterhalten und zusammen essen. Grüntöne fördern die Konzentration und eignen sich für das Arbeitszimmer. Auch Gelb bietet sich hier an, da es kreatives Denken unterstützt. Warme Naturtöne wie Beige, Grau oder Taupe schaffen ein gemütliches Raumgefühl und werden gerne im Wohnzimmer oder Bad verwendet. Kühle Blautöne wirken beruhigend und sind eine mögliche Farbwahl für Schlaf- oder Kinderzimmer. Warme Farbtöne wie Rot und Orange können gut in Küche oder Esszimmer eingesetzt werden. Sie wirken anregend und fördern unsere Kommunikation.

Immoverkauf24: Gilt das auch für die Gestaltung von Büros?

Inka Aniol: Unternehmen sollten ihre Räumlichkeiten in ihrem Corporate Design gestalten. So vermitteln sie Kunden und Geschäftspartnern ein stimmiges Gesamtkonzept. Die Räumlichkeiten, die nur Mitarbeitern zugänglich sind, können farblich auch gut entsprechend der Raumfunktion gewählt werden.

immoverkauf24: Welche Rolle spielen Lichtverhältnisse bei der Farbwahl?

Inka Aniol: Tageslicht, Kunstlicht und Zimmerausrichtung lassen dieselbe Farbe wortwörtlich in einem „ganz anderen Licht“ erscheinen. Wir können die gefühlte Raumtemperatur verändern, indem wir z.B. einen nach Süden ausgerichteten Raum in einem kühlen Blauton streichen. Auch die geografische Lage spielt eine Rolle. Farben wirken in südlichen Ländern durch die regionalen Lichtverhältnisse anders als in nördlichen.

Durch Farben lässt sich die gefühlte Raumtemperatur verändern, Räume können optisch vergrößert und verkleinert werden.

Immoverkauf24: Kann man Größenverhältnisse durch Farbe optisch verändern?

Inka Aniol: Durch dunkle Farben erscheinen uns Räume kleiner, durch helle Farben großzügiger und weiter. Beispielsweise lassen sich sehr hohe Decken durch einen dunklen Farbanstrich optisch absenken. Lange Flure können optisch verkürzt werden, wenn wir für die Stirnwand einen dunkleren Farbton wählen als für die Seitenwände.

Farbpsychologie

immoverkauf24: Welche Farbtrends sind aktuell?

Inka Aniol: Sehr dunkle Farbtöne sind sehr beliebt. Dunkelblau, Petrol und Anthrazit bis hin zu Schwarz setzen Akzente. In Kombination mit Naturmaterialien wie Holz oder Rattan wirken sie gemütlich. In Kombination mit Marmor, Metallen oder Beton sehr elegant. Sie lassen hellere Gegenstände besonders gut zur Geltung kommen und bieten einen Rahmen. Auch viele Museen präsentieren ihre Gemälde zunehmend vor Wänden in kräftig gestrichenen Farbtönen, um einen Kontrast zu schaffen.

immoverkauf24: Welche Bedeutung haben Farben beim Immobilienverkauf?

Inka Aniol: Hier gilt die Maxime: weniger ist mehr. Im Vordergrund sollte ein neutraler Farbeinsatz stehen, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen. Möbelstücke und Accessoires oder eine farbige Wand können wirksame Akzente setzen. Es muss nicht gleich der ganze Raum eine neue Farbe erhalten. Es empfiehlt sich, vorhandene Farben aufzugreifen und das Farbkonzept darauf aufzubauen. Das wirkt besonders harmonisch auf den Betrachter. Auf diese Weise können auch orange geflieste Badezimmer Teil einer stimmigen Farbfamilie werden.

6 Tipps von der Wohnpsychologin für die Farbgestaltung von Räumen

immoverkauf24: Haben Sie ein paar Tipps für eine erfolgreiche Farbgestaltung?

Inka Aniol: Meine 6 Tipps für die Farbgestaltung:

1. Raumfunktion festlegen

Was steht in diesem Raum im Fokus? Ruhe, Konzentration oder Austausch? Dementsprechend können Farben für Wände oder Akzente gewählt werden.

2. Persönliche Farbfavoriten beachten

Unabhängig von Trends sollte unser eigener Geschmack im Vordergrund stehen. Wie wir uns mit einer Farbe fühlen, beantwortet uns unser Bauchgefühl ganz schnell.

3. An Kunst oder besonderen Möbelstücken orientieren

Wenn Sie ein besonderes Kunstwerk oder Möbelstück in Szene setzen möchten, entwickeln Sie Ihr Farbkonzept anhand dieses Objekts.

4. Inspiration holen

Holen Sie sich Anregungen bevor Sie loslegen. Flohmärkte, Möbelhäuser und Interiorzeitschriften oder -blogs bieten tolle Inspirationsquellen.

5. Moodboard erstellen

In einem sogenannten Moodboard (engl. mood, Stimmung. board, Tafel) bilden Sie Ihre Idee visuell ab. Das kann digital oder analog geschehen. Fügen Sie hier wie in einer Collage Farbmuster von Tapeten, Stoffen und Wandfarben zusammen. Lassen Sie sich Zeit. Werden Sie kreativ und variieren Sie die Kombinationen.

6. Farbmuster austesten

Streichen Sie ein DIN-A-3-Blatt in Ihrer Wunschfarbe und hängen Sie es an die vorgesehene Wand. So können Sie sehen, wie die Farbe bei unterschiedlichen natürlichen und künstlichen Lichtverhältnissen wirkt. Aus Pink kann dann ganz schnell noch Altrosa werden.

 

Bewertung
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Bewertung dieser Seite: 4.84 von 5 Punkten (38 Bewertungen)

Finden Sie diese Seite hilfreich? Geben auch Sie mit einem Klick auf die Sterne Ihre Bewertung ab.
(1 Stern: Wenig hilfreich, 5 Sterne: Sehr hilfreich)