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  4. Bundestagswahl 2021 - Wie die Parteien mit der Steuerfreiheit von Kapitalanlagen umgehen

Bundestagswahl 2021: Wie sehen die Parteien das Thema "Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf"?

Steuer 21.09.2021 Ilka Fronia
Spekulationssteuer bei Immobilienverkauf

In wenigen Tagen ist Bundestagswahl 2021 und die Wahlkampagnen der Parteien laufen auf Hochtouren. 

Mehr als 60 Millionen Stimmberechtige dürfen am 26. September ihre Stimme abgeben oder haben dies bereits per Briefwahl getan. 47 Parteien stehen zur Wahl, doch gesprochen wird meist nur über die Wahlprogramme der sechs größten Parteien: CDU, SPD, Grüne, FDP und AfD. Und auch eine knappe Woche vor der Wahl sind noch etwa 25% der Stimmberechtigten unentschlossen und wissen nicht genau, welche Partei sie wählen möchten. 

Ein wichtiger Punkt in den Wahlprogrammen der sechs großen Parteien ist der zukünftige Umgang mit Immobilien. Wir haben die Positionen einmal näher beleuchtet. 

Was steht in den Wahlprogrammen der großen Parteien zum Thema "Wohnungspolitik für Kapitalanleger"? 

In den Wahlprogrammen finden sich diverse Punkte, die für Immobilieneigentümer wichtig sind beziehungsweise wichtig werden können. Gerade für Eigentümer von vermieteten Wohnungen oder Häusern könnte sich nach der Bundestagswahl einiges ändern. Wir gehen im Folgenden auf die sogenannte Spekulationssteuer für vermietete Immobilien ein. 

Spekulationssteuer bei Immobilien - was bedeutet das? 

Immobilien, die von den Eigentümern selber bewohnt werden, können steuerfrei verkauft werden. Das bedeutet, dass ein möglicher Gewinn bei einem Immobilienverkauf nicht versteuert werden muss. Auch für Kapitalanleger ist ein Verkauf - noch - ohne Zahlung einer Spekulationssteuer möglich, wenn die Immobilie länger als 10 Jahre im Eigentum ist. Ausnahmen sind hier möglich - lesen Sie dazu unsere Seite "Spekulationssteuer - 11 Punkte die es zu beachten gilt"

Was kann sich bezüglich der Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf nach der Bundestagswahl ändern? 

Zu diesem - für Kapitalanleger - doch sehr wichtigen Punkt fallen die Wahlprogramme der sechs großen Parteien leider recht mager aus, obwohl die Auswirkungen gravierend wären. Lediglich die Grünen, die SPD sowie die Linken geben hierzu Auskunft und möchten die Steuerfreiheit nach 10 Jahren für vermietete Immobilien abschaffen. Dies bedeutet für Kapitalanleger, dass ein möglicher Verkaufsgewinn immer versteuert werden muss - die Spekulationsfrist von 10 Jahren wird abgeschafft. Somit haben diese drei Parteien eines gemein: Immobilienspekulationen - vor allem von großen Immobilieninvestoren - soll Einhalt geboten werden. Ob es möglicherweise Ausnahmeregelungen gibt oder die Spekulationsfrist zum Beispiel auf 30 Jahre verlängert wird, ist bisher nicht bekannt.

Wie wird die Spekulationssteuer berechnet? 

Wie sich die Spekulationssteuer zukünftig berechnen soll, ist aus den Wahlprogrammen nicht ersichtlich. Bislang richtet sich die Höhe der zu zahlenden Steuer nach dem erzielten Verkaufsgewinn sowie dem persönlichen Einkommenssteuersatz. Und dieser kann schon bei über 40% liegen.

Beispielrechnung zur Spekulationssteuer: 

Annahmen: Kauf einer Wohnung in 2013, die ausschließlich vermietet wurde. Verkauf nach 8 Jahren in 2021. 

Kaufpreis der Immobilie in 2013 200.000 Euro
abzgl. Abschreibungen (hier 2% vom Gebäudewert in Höhe von 160.000 Euro) 40.000 Euro
Ergibt einen kalkulatorischen Einstandswert  160.000 Euro
Verkaufspreis der Immobilie in 2021 350.000 Euro
Erzielter Gewinn beim Verkauf 190.000 Euro
Kosten im Rahmen des Verkaufs können vom Gewinn abgezogen werden: 15.000 Euro
Anrechenbarer Gewinn auf dem Immobilienverkauf:  175.000 Euro
Persönlicher Steuersatz  40%
Zu zahlende Steuer bei einem Verkauf 70.000 Euro

In den Umfragen liegen SPD und Grüne vorn - sollte die Immobilie jetzt schnell verkauft werden? 

Wie die Berechnung der Spekulationssteuer in unserem Beispiel zeigt, kann die Abschaffung des steuerfreien Verkaufs nach 10 Jahren einem Immobilienverkäufer sehr viel Geld kosten - sollte zum Beispiel die SPD die Wahl gewinnen und diesen Punkt umsetzen. In unserem Berechnungsbeispiel wären das Kosten in Höhe von etwa 70.000 Euro. Immobilienbesitzer könnten sich also fragen, ob sie noch schnell vor einer Umsetzung der Steuerpläne ihr Haus oder ihre Wohnung verkaufen sollten. Unser Rat dazu an Kapitalanleger: Auch wenn die SPD mit den Grünen in den Umfragewerten aktuell vor der CDU oder FDP liegen, wäre ein unüberlegter und vorschneller Verkauf keine Alternative. 

Eine individuelle Immobilienbewertung durch einen Experten ist unumgänglich

Zunächst sollte das Haus oder die Wohnung marktgerecht bewertet werden. Eine Online-Bewertung über einen Immobilienwert-Rechner kann hier zunächst einen Anhaltswert liefern. Nach Eingabe einiger Daten zur Immobilie erhalten Sie meist innerhalb weniger Minuten eine Bewertung Ihrer Immobilie per Mail. 

Beachten Sie auch: Ist die Immobilie zum Verkaufszeitpunkt vermietet, dann reduziert dies den Wert der Immobilie um etwa 10%, da vermietete Wohnungen oder Häuser einen eingeschränkteren Käuferkreis haben als unvermietete Immobilien. 

Um die Höhe der möglichen Spekulationssteuer zu berechnen, nutzen Sie gerne unsere Beispielrechnung. Ihren persönlichen Steuersatz können Sie mit dem Online-Rechner des "Bundesministeriums für Finanzen" ermitteln. 

Wer mehr über die Standpunkte zu wohnungspolitischen Themen der einzelnen Parteien lesen möchte, der findet alle Wahlprogramme auf der Seite zur Bundestagswahl 2021 auch als PDF zum Download

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