Immobilienvermarktung: Ablauf, Strategie und Kosten
Immobilienvermarktung ist der gesamte Prozess, mit dem eine Immobilie am Markt sichtbar gemacht und an die passenden Kaufinteressenten herangetragen wird. Sie umfasst die Wertermittlung, die Preisstrategie, die Aufbereitung der Unterlagen, das Exposé, die Wahl der Kanäle sowie Besichtigungen und Verhandlung. Damit ist sie deutlich mehr als das Schalten eines Inserats.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie eine Vermarktungsstrategie aufbauen, welche sechs Schritte in welcher Reihenfolge nötig sind, was die einzelnen Bausteine kosten und welche Angaben rechtlich vorgeschrieben sind. Eine Beispielrechnung zeigt außerdem, ab welchem Mehrerlös sich ein Makler für Sie rechnet.
- Strategie vor Inserat: Eine Vermarktungsstrategie legt Preis, Zielgruppe, Kanäle und Zeitplan fest, bevor die erste Anzeige online geht. Wer diese Reihenfolge umdreht, verschenkt das wertvollste Zeitfenster des Verkaufs.
- Pflichtangaben beachten: Jede Immobilienanzeige muss fünf Angaben aus dem Energieausweis enthalten. Fehlen sie, sind Bußgelder bis zu 10.000 Euro möglich.
- Zeitrahmen realistisch planen: Die Vermarktungsdauer lag im Juni 2026 je nach Stadt zwischen rund 50 und 200 Tagen. Wer zu hoch einsteigt, verlängert diese Zeit und verkauft am Ende oft unter Wert.
- Was bedeutet Immobilienvermarktung?
- Immobilie selbst vermarkten oder Makler beauftragen?
- Die 6 Schritte einer erfolgreichen Immobilienvermarktung
- Welche Vermarktungsformen gibt es?
- Was kostet die Immobilienvermarktung?
- Wie lange dauert die Vermarktung einer Immobilie?
- Checkliste für Eigentümer
- Welche Fehler kosten beim Verkauf am meisten Geld?
- Wann ist die Immobilienbewertung der richtige nächste Schritt?
1. Was bedeutet Immobilienvermarktung?
Immobilienvermarktung bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen eine Immobilie zum Verkauf angeboten und gezielt an geeignete Kaufinteressenten vermittelt wird. Sie beginnt vor der ersten Anzeige mit der Wertermittlung und endet erst mit dem Notartermin.
Der Unterschied zum reinen Inserieren liegt in der Steuerung. Beim Inserieren wird ein Objekt veröffentlicht und man wartet ab. Bei der Vermarktung steht vorher fest, zu welchem Preis, für welche Zielgruppe und über welche Kanäle angeboten wird, und der Verlauf wird anhand der Reaktionen nachgesteuert.
Vermarktung, Vermarktungskonzept und Vermarktungsstrategie
Die drei Begriffe werden häufig synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Ebenen. Die Unterscheidung hilft, wenn Sie Angebote mehrerer Makler vergleichen.
- Vermarktungsstrategie: die Grundentscheidung. Zu welchem Preis, für welche Zielgruppe und mit welcher Zeitvorstellung wird verkauft? Wird offen oder diskret angeboten?
- Vermarktungskonzept: die schriftliche Ausarbeitung dieser Strategie. Ein seriöses Konzept nennt Zielgruppe, Angebotspreis mit Begründung, Kanäle, geplante Maßnahmen, Zeitplan und die erwartete Vermarktungsdauer.
- Vermarktung: die Umsetzung, also Exposé, Inserate, Anfragenbearbeitung, Besichtigungen und Verhandlung.
Lassen Sie sich vor der Beauftragung ein schriftliches Vermarktungskonzept geben. Wer den Angebotspreis nicht mit Vergleichsobjekten begründen kann und keine Zielgruppe benennt, hat keine Strategie, sondern nur einen Portalzugang.
2. Immobilie selbst vermarkten oder Makler beauftragen?
Die Antwort hängt von drei Dingen ab: wie viel Zeit Sie einbringen können, wie gut sich Ihr Objekt mit anderen vergleichen lässt und wie belastbar Sie in Verhandlungen sind. Rechnerisch lässt sich die Frage klar fassen, denn der Makler muss mindestens das erzielen, was er netto kostet.
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Kriterium |
Eigenvermarktung |
Vermarktung über Makler |
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Zeitaufwand |
hoch, Anfragen kommen abends und am Wochenende |
gering, Termine werden gebündelt |
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Reichweite |
abhängig vom gebuchten Portalpaket |
Portale plus vorhandene Interessentenkartei |
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Preisstrategie |
Sie benötigen eigene Vergleichsdaten |
Zugriff auf regionale Abschlusspreise |
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Käuferqualifizierung |
Bonitätsprüfung müssen Sie selbst einfordern |
gehört zur Maklerleistung |
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Verhandlung |
direkt, emotional belastend |
über eine dritte Person, sachlicher |
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Unterlagen und Haftung |
Vollständigkeit und Pflichtangaben liegen bei Ihnen |
Makler haftet für die von ihm veröffentlichten Angaben mit |
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Kosten |
meist 1.500 bis 5.000 Euro an Einzelleistungen |
je nach Bundesland 2,98 bis 3,57 Prozent des Kaufpreises |
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Diskretion |
kaum möglich |
über geschlossene Kartei umsetzbar |
Angenommen, Ihre Immobilie erzielt 450.000 Euro, die Gesamtprovision liegt bei 7,14 Prozent.
- Provision insgesamt: 32.130 Euro
- Ihr Anteil als Verkäufer, 3,57 Prozent: 16.065 Euro
- Eingesparte Eigenkosten (Energieausweis 85 Euro, Wertermittlung 800 Euro, Fotos und Grundriss 450 Euro, Portale drei Monate 900 Euro, Home Staging 1.500 Euro): 3.735 Euro
- Effektive Mehrkosten des Maklers: 12.330 Euro
Der Makler trägt sich also, sobald er 12.330 Euro mehr erzielt als Sie selbst. Bezogen auf 450.000 Euro sind das 2,74 Prozent Mehrerlös. Ihre eigene Arbeitszeit ist dabei noch nicht eingerechnet.
Ob dieser Mehrerlös erreichbar ist, entscheidet der Einzelfall. In nachgefragten Lagen mit gut vergleichbaren Objekten ist der Spielraum kleiner. Bei erklärungsbedürftigen Immobilien, in ruhigen Märkten und bei Verkäufen unter Zeitdruck ist er deutlich größer.
Wann die Eigenvermarktung sinnvoll ist
- Das Objekt ist gut vergleichbar und der Preis lässt sich aus aktuellen Verkäufen in der Nachbarschaft ableiten.
- Sie haben Zeit für Anfragen, auch außerhalb der Bürozeiten.
- Sie sind sicher im Umgang mit Preisverhandlungen und mit Absagen.
- Es gibt keinen Zeitdruck durch einen Anschlusskauf oder eine Auseinandersetzung.
Wann ein Makler die bessere Wahl ist
- Das Objekt ist erklärungsbedürftig, vermietet, sanierungsbedürftig oder Teil einer Erbengemeinschaft.
- Sie wohnen weit entfernt oder haben beruflich keine Kapazität für Besichtigungen.
- Sie möchten diskret verkaufen und brauchen dafür eine bestehende Interessentenkartei.
- Der Verkauf steht unter Zeitdruck oder mehrere Parteien müssen sich einigen.
- Sie möchten Bonitätsprüfung und Verhandlung nicht selbst führen.
3. Die 6 Schritte einer erfolgreichen Immobilienvermarktung
Die Vermarktung folgt einer festen Reihenfolge. Jeder Schritt hat ein Ergebnis, das vorliegen muss, bevor der nächste beginnt. Wer die Reihenfolge umstellt, etwa zuerst inseriert und danach den Preis prüft, verliert die wertvollste Phase des Verkaufs.
Vergleichswerte, Lage und Zustand ergeben eine Preisspanne. Daraus leiten Sie den Angebotspreis ab, in der Regel am oberen Ende der realistischen Spanne, nicht darüber.
- Ergebnis: ein begründeter Angebotspreis und eine Untergrenze, bis zu der Sie verhandeln.
- Typische Fehlerquelle: der Wunschpreis aus dem Familienkreis statt eines Werts aus Vergleichsdaten.
- Weiterlesen: Immobilienwert vor Vermarktungsstart ermitteln.
Legen Sie fest, wer das Objekt kaufen soll. Ein Reihenhaus mit Garten spricht Familien an, eine Zweizimmerwohnung im Bestand eher Kapitalanlegern. Die Zielgruppe bestimmt Tonfall, Bildauswahl und Kanal.
- Ergebnis: ein Käuferprofil mit Lebenssituation, Budgetrahmen und Kaufmotiv.
- Typische Fehlerquelle: das Exposé versucht, alle anzusprechen, und überzeugt damit niemanden.
Beschaffen Sie zuerst die Unterlagen, dann erstellen Sie das Exposé. Die Beschaffung dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen, weil manche Dokumente nur über Behörden erhältlich sind.
Über Titelbild, Objekttitel und Vollständigkeit der Angaben wird in Sekunden entschieden, ob ein Inserat geöffnet oder weggeklickt wird. Ein Grundriss erhöht die Qualität der Anfragen deutlich, weil Interessenten die Aufteilung vorab prüfen können.
- Ergebnis: ein vollständiges Exposé mit Fotos, Grundriss, Eckdaten, Zustandsbeschreibung, Nebenkosten und allen Pflichtangaben.
- Typische Fehlerquelle: Unterlagen werden erst auf Nachfrage besorgt. Finanzierungsbereite Interessenten springen in dieser Wartezeit ab.
- Aktueller Grundbuchauszug: beim zuständigen Amtsgericht, zeigt Eigentumsverhältnisse und Belastungen in Abteilung II und III.
- Flurkarte und Lageplan: beim Katasteramt.
- Wohnflächenberechnung: Grundlage für den Quadratmeterpreis, Abweichungen führen später zu Preisnachlässen.
- Grundrisse aller Geschosse: möglichst maßstabsgetreu und lesbar aufbereitet.
- Energieausweis: muss vor der Veröffentlichung der Anzeige vorliegen.
- Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnungen und die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen.
- Bei vermieteten Objekten: Mietverträge, Zahlungsnachweise und Nebenkostenabrechnungen.
- Nachweise über Modernisierungen: Rechnungen zu Dach, Heizung, Fenstern und Leitungen belegen den Zustand.
Veröffentlichen Sie gleichzeitig auf allen geplanten Kanälen, nicht nacheinander. Suchende sind meist auf mehreren Portalen unterwegs und bemerken ein wiederholt auftauchendes Objekt.
Portale bewerten die Datenqualität und spielen unvollständige Inserate schlechter aus. Achten Sie außerdem auf den Preisfilter: Ein Angebotspreis von 402.000 Euro fällt aus der Suche „bis 400.000" heraus.
- Ergebnis: ein live geschaltetes, vollständiges Inserat auf allen Kanälen und ein Prozess für die Beantwortung von Anfragen binnen 24 Stunden.
- Typische Fehlerquelle: Start am Wochenende oder in den Sommerferien, dadurch verschenkte Reichweite in der wichtigsten Phase.
Die ersten zwei bis drei Wochen nach Veröffentlichung sind die entscheidende Phase. In dieser Zeit sehen alle Interessenten das Objekt, die bereits aktiv suchen. Ein zu hoher Startpreis verbrennt genau dieses Fenster, denn eine spätere Preissenkung erreicht diese Gruppe nicht mehr mit derselben Aufmerksamkeit.
Qualifizieren Sie Anfragen vor dem Termin und planen Sie Einzelbesichtigungen statt offener Termine. Fragen Sie nach einer Finanzierungsbestätigung oder zumindest nach dem Finanzierungsstand, bevor Sie einen Termin vergeben.
Benennen Sie Schwächen im Termin von sich aus. Wer sie verschweigt und später ertappt wird, verliert die Verhandlungsposition komplett. Über den Preis wird nicht im Termin gesprochen, sondern danach und schriftlich.
- Ergebnis: mehrere schriftliche Kaufangebote mit nachgewiesener Finanzierung.
- Typische Fehlerquelle: vorschnelle Zugeständnisse während der Besichtigung, bevor Vergleichsangebote vorliegen.
- Weiterlesen: Besichtigungen vorbereiten und durchführen.
Nach der Einigung folgen Bonitätsprüfung, Kaufvertragsentwurf und Beurkundung. Der Notar versendet den Entwurf, bei Verbraucherbeteiligung gilt eine Wartefrist von zwei Wochen zwischen Zusendung und Beurkundung.
- Ergebnis: beurkundeter Kaufvertrag, Auflassungsvormerkung im Grundbuch und ein Termin für die Kaufpreiszahlung.
- Typische Fehlerquelle: keine belastbare Finanzierungsbestätigung. Ein geplatzter Notartermin lässt das Objekt anschließend als schwer verkäuflich erscheinen.
4. Welche Vermarktungsformen gibt es?
In der Praxis unterscheidet man drei Formen: die klassische, die digitale und die diskrete Immobilienvermarktung. Sie schließen sich nicht aus, sondern werden je nach Objekt und Zielgruppe kombiniert.
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Form |
Kanäle |
Geeignet für |
Grenze |
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Klassisch |
Zeitungsanzeige, Schaufenster, Aushang, Verkaufsschild am Objekt |
ländliche Lagen, ältere Zielgruppen, regionale Käufer |
geringe Reichweite, kaum messbar |
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Digital |
Immobilienportale, Website, Social Media, 360-Grad-Rundgänge, Drohnenaufnahmen |
fast alle Objekte, überregionale Nachfrage |
hoher Wettbewerb, gute Aufbereitung nötig |
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Diskret |
geschlossene Interessentenkartei, gezielte Direktansprache, kein öffentliches Inserat |
Trennung, Erbfall, vermietete Objekte, hochpreisige Häuser |
kleinerer Bieterkreis, oft längere Dauer |
Digitale Immobilienvermarktung
Die digitale Vermarktung ist heute der Regelfall, weil die Suche fast vollständig online beginnt. Ihr Vorteil liegt in der Messbarkeit: Sie sehen, wie oft ein Inserat aufgerufen wird und wie viele Anfragen daraus entstehen. Bleiben Aufrufe und Anfragen aus, liegt es fast immer am Preis oder an den Bildern, nicht am Objekt selbst.
Diskrete Immobilienvermarktung
Bei der diskreten Vermarktung wird die Immobilie nicht öffentlich inseriert, sondern gezielt einem ausgewählten Kreis vorgestellt. Weder Adresse noch Fotos erscheinen in Portalen. Sinnvoll ist das, wenn Nachbarn, Mieter oder das berufliche Umfeld nichts vom Verkauf erfahren sollen.
Klären Sie vorab, wie groß die Interessentenkartei des Maklers in Ihrer Region tatsächlich ist und wie viele Objekte er darüber in den letzten zwölf Monaten verkauft hat. Ohne belastbare Kartei ist die diskrete Vermarktung lediglich ein Verzicht auf Reichweite.
5. Welche Angaben sind in der Immobilienanzeige Pflicht?
Jede kommerzielle Immobilienanzeige muss fünf Angaben aus dem Energieausweis enthalten. Geregelt ist das in § 87 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Verantwortlich sind Verkäufer, Vermieter und Makler gleichermaßen.
Wichtig für die Planung: Der Energieausweis muss bereits vorliegen, bevor die Anzeige veröffentlicht wird. Ein Inserat mit dem Hinweis, der Ausweis werde nachgereicht, ist nicht zulässig.
Die fünf Pflichtangaben bei Wohngebäuden
- Art des Energieausweises, also Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis
- Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
- Wesentlicher Energieträger der Heizung, etwa Gas, Öl oder Wärmepumpe
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse von A+ bis H, sofern der Ausweis nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurde
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst, verkündet am 28. Juli 2026 und in Kraft seit dem 29. Juli 2026. Die Pflichtangaben bestehen unverändert fort, die Fundstelle heißt nun § 87 GModG. Fehlende oder unvollständige Angaben gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Ist Ihrer abgelaufen, brauchen Sie vor der Vermarktung einen neuen. Für Nichtwohngebäude gelten abweichende Angaben, dort sind Wärme und Strom getrennt auszuweisen.
6. Was kostet die Immobilienvermarktung?
Bei Eigenvermarktung liegen die Kosten je nach Objekt und Aufwand meist zwischen etwa 1.500 und 5.000 Euro. Beauftragen Sie einen Makler, entfallen diese Einzelposten, dafür tragen Sie einen Anteil an der Provision.
Eigenkosten der einzelnen Leistungen
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Position |
Kosten |
Anmerkung |
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Verbrauchsausweis Einfamilienhaus |
ca. 50 bis 120 Euro |
zulässig, wenn Verbrauchsdaten von drei Jahren vorliegen |
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Bedarfsausweis Einfamilienhaus |
ca. 300 bis 500 Euro |
Pflicht bei Gebäuden bis Baujahr 1977 ohne ausreichende Sanierung |
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10 bis 20 Euro |
beim Amtsgericht |
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Wertermittlung, Kurzgutachten |
ca. 500 bis 1.500 Euro |
Online-Bewertungen sind kostenlos, aber weniger belastbar |
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Professionelle Fotos und Grundriss |
ca. 300 bis 600 Euro |
höchste Wirkung pro eingesetztem Euro |
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Portalinserate |
je nach Portal, Region und Laufzeit |
mehrere hundert Euro pro Monat sind üblich |
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ab ca. 1.000 Euro, häufig 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises |
lohnt vor allem bei leerstehenden Objekten |
Stand der Kostenangaben: September 2026. Die Werte für den Energieausweis stammen aus dem ADAC-Ratgeber, die Portalpreise variieren nach Objektart und Region und sollten vor der Buchung im Portal geprüft werden.
Maklerkosten und Provisionsteilung
Beim Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung an eine Privatperson gilt seit dem 23. Dezember 2020 der Grundsatz der Provisionsteilung. Käufer dürfen nur dann an der Provision beteiligt werden, wenn Verkäufer mindestens die Hälfte tragen.
Die Gesamtprovision liegt je nach Bundesland zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Umsatzsteuer, für jede Seite also zwischen 2,98 und 3,57 Prozent. Welche Leistungen dafür erbracht werden, gehört in den Maklervertrag, nicht in eine mündliche Zusage.
Die Aussage, der Makler übernehme die Vermarktungskosten, gilt nur für die Leistungen, die im Maklervertrag ausdrücklich genannt sind. Wertgutachten, aufwendiges Home Staging oder Drohnenaufnahmen werden häufig gesondert vereinbart. Prüfen Sie den Vertrag auf zusätzliche Kostenpositionen und auf die Frage, was bei einem Verkaufsabbruch gilt.
7. Wie lange dauert die Vermarktung einer Immobilie?
Die Spanne ist groß und hängt vor allem von Lage und Angebotspreis ab. Nach Auswertungen von GeoMap, zusammengestellt für Juni 2026, lag die Vermarktungsdauer im Neubausegment zwischen 51 Tagen in Köln und 200 Tagen in Leipzig. Berlin lag bei 157 Tagen, Hamburg bei 166 Tagen.
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Phase |
Typische Dauer |
Was hier passiert |
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Vorbereitung |
4 bis 8 Wochen |
Bewertung, Unterlagen, Energieausweis, Fotos, Exposé |
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Aktive Vermarktung |
2 bis 7 Monate |
Inserate, Anfragen, Besichtigungen, Verhandlung |
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Vom Kaufvertrag zur Zahlung |
6 bis 10 Wochen |
Notartermin, Auflassungsvormerkung, Fälligkeitsmitteilung |
Ein Objekt, das länger als drei Monate unverändert online steht, verliert deutlich an Aufmerksamkeit. Interessenten unterstellen dann einen versteckten Mangel oder einen unrealistischen Preis. Prüfen Sie spätestens nach sechs Wochen ohne ernsthafte Anfrage, woran es liegt.
8. Checkliste für Eigentümer
Gehen Sie diese Punkte durch, bevor die erste Anzeige online geht. Fehlt einer der ersten drei Punkte, sollten Sie den Start verschieben.
Vor dem Start
- Wert ermittelt: Liegt eine Preisspanne aus Vergleichsdaten vor, nicht nur eine eigene Schätzung?
- Energieausweis vorhanden: Ist er gültig und liegen alle fünf Pflichtangaben vor?
- Unterlagen vollständig: Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Grundrisse und objektspezifische Dokumente digital abgelegt?
- Zielgruppe definiert: Wissen Sie, wer das Objekt kaufen soll und warum?
- Angebotspreis festgelegt: Inklusive Untergrenze und Beachtung der Portal-Preisfilter?
Exposé und Inserat
- Titelbild: beste Außenaufnahme bei Tageslicht, nicht Flur oder Bad?
- Objekttitel: Objektart, Lage und ein konkretes Merkmal genannt?
- Fotos: alle Räume bei Tageslicht, aufgeräumt, persönliche Gegenstände entfernt?
- Grundriss: lesbar aufbereitet und beigefügt?
- Eckdaten: Wohnfläche, Grundstück, Zimmerzahl, Baujahr, Bezugsfreiheit?
- Nebenkosten: Hausgeld, Grundsteuer und Heizkosten genannt?
- Zustand: Modernisierungen mit Jahreszahl und offener Renovierungsbedarf beschrieben?
- Pflichtangaben: alle fünf Energieangaben nach § 87 GModG enthalten?
Kontaktprozess
- Erreichbarkeit: Können Sie Anfragen binnen 24 Stunden beantworten?
- Vorqualifizierung: Fragen Sie vor dem Termin nach dem Finanzierungsstand?
- Termine: Einzelbesichtigungen statt offener Massentermine geplant?
- Unterlagenversand: Ist geklärt, welche Dokumente Sie wann und an wen herausgeben?
9. Welche Fehler kosten beim Verkauf am meisten Geld?
Der teuerste Fehler ist ein zu hoher Angebotspreis zum Start. Er kostet nicht nur Zeit, sondern am Ende meist auch Geld, weil das Objekt nach mehreren Preissenkungen unter dem Wert verkauft wird, der zu Beginn erzielbar gewesen wäre.
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Fehler |
Auswirkung |
Besser |
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Angebotspreis deutlich über Marktwert |
Kaum Anfragen in der wichtigsten Phase, danach Preisspirale nach unten |
Am oberen Ende einer realistischen Spanne starten |
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Anzeige ohne Pflichtangaben |
Ordnungswidrigkeit, Bußgeld bis 10.000 Euro |
Energieausweis vor Veröffentlichung besorgen |
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Schlechte oder zu wenige Fotos |
Inserat wird nicht geöffnet, Reichweite verpufft |
Professionelle Aufnahmen bei Tageslicht, Grundriss ergänzen |
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Mängel verschweigen |
Preisnachlass in der Verhandlung, im Extremfall Haftung wegen arglistiger Täuschung |
Bekannte Mängel offen benennen und einpreisen |
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Unterlagen erst auf Nachfrage besorgen |
Finanzierungsbereite Interessenten springen ab |
Alles vorab digital bereitlegen |
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Keine Bonitätsprüfung |
Geplatzter Notartermin, Objekt gilt danach als schwer verkäuflich |
Finanzierungsbestätigung vor der Reservierung verlangen |
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Verhandeln im Besichtigungstermin |
Vorschnelle Zugeständnisse ohne Vergleichsangebote |
Angebote sammeln, dann schriftlich verhandeln |
10. Wann ist die Immobilienbewertung der richtige nächste Schritt?
Am Anfang, noch bevor Sie über Fotos, Exposé oder Portale nachdenken. Der Angebotspreis ist die einzige Stellschraube, die alle weiteren Schritte beeinflusst, und er lässt sich nachträglich nur mit Verlust korrigieren.
Eine Bewertung beantwortet drei Fragen, die Sie für jede weitere Entscheidung brauchen: In welcher Spanne liegt der Marktwert, welche Zielgruppe kommt infrage und mit welcher Vermarktungsdauer ist zu rechnen. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, ob Sie selbst vermarkten oder einen Makler beauftragen.
Dass der Preis regional sehr unterschiedlich läuft, zeigt die amtliche Statistik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stiegen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei Eigentumswohnungen legten dünn besiedelte ländliche Kreise um 3,6 Prozent zu, in den sieben größten Metropolen waren es nur 0,3 Prozent. Ein pauschaler Aufschlag auf den Vorjahrespreis funktioniert deshalb nicht.
Für eine erste Einordnung genügt eine kostenlose Online-Bewertung. Steht der Verkauf konkret an oder ist das Objekt schwer vergleichbar, etwa bei Denkmalschutz, Erbbaurecht oder starkem Sanierungsstau, ist eine Bewertung vor Ort die belastbarere Grundlage.
Immobilienvermarktung umfasst alle Schritte, mit denen eine Immobilie zum Verkauf angeboten und an passende Kaufinteressenten vermittelt wird: Wertermittlung, Preisstrategie, Zielgruppe, Unterlagen, Exposé, Kanäle, Besichtigungen und Verhandlung. Sie beginnt vor der ersten Anzeige und endet mit dem Notartermin.
In sechs Schritten: Wertermittlung und Preisstrategie, Zielgruppe und Positionierung, Unterlagen und Exposé, Kanäle und Käuferansprache, Besichtigungen und Verhandlung, Nachbereitung bis zum Notartermin. Jeder Schritt liefert ein Ergebnis, das der nächste voraussetzt.
Ein belastbares Vermarktungskonzept nennt die Zielgruppe, den Angebotspreis mit Begründung aus Vergleichsobjekten, die geplanten Kanäle, die konkreten Maßnahmen, einen Zeitplan und die erwartete Vermarktungsdauer. Fehlt die Preisbegründung, handelt es sich um eine Absichtserklärung, nicht um ein Konzept.
Die aktive Vermarktung dauert je nach Lage und Preis meist zwei bis sieben Monate. Für Juni 2026 weist GeoMap im Neubausegment eine Spanne von 51 Tagen in Köln bis 200 Tagen in Leipzig aus. Hinzu kommen vier bis acht Wochen Vorbereitung und sechs bis zehn Wochen vom Kaufvertrag bis zur Kaufpreiszahlung.
Bei Wohngebäuden fünf Angaben aus dem Energieausweis: Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch, wesentlicher Energieträger der Heizung, Baujahr und Energieeffizienzklasse. Rechtsgrundlage ist § 87 GModG. Fehlen die Angaben, drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.
Bei Eigenvermarktung meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro, abhängig von Energieausweis, Wertermittlung, Fotos, Portalinseraten und Home Staging. Mit Makler entfallen diese Einzelposten, dafür zahlen Verkäufer je nach Bundesland zwischen 2,98 und 3,57 Prozent des Kaufpreises als Provisionsanteil.
Er lohnt sich, wenn er mehr erzielt, als er netto kostet. Bei 450.000 Euro Kaufpreis und 7,14 Prozent Gesamtprovision beträgt der Verkäuferanteil 16.065 Euro. Abzüglich eingesparter Eigenkosten von rund 3.735 Euro bleiben effektive Mehrkosten von 12.330 Euro, also 2,74 Prozent des Kaufpreises. Diesen Mehrerlös muss der Makler erreichen, Ihre eigene Zeit nicht eingerechnet.
Ja. Der Angebotspreis beeinflusst Zielgruppe, Kanalwahl, Budget und Vermarktungsdauer. Er lässt sich später nur mit Verlust korrigieren, weil eine Preissenkung die Suchenden der ersten Wochen nicht mehr erreicht. Die Bewertung gehört deshalb an den Anfang, nicht ans Ende der Vorbereitung.
Bei der diskreten Vermarktung wird die Immobilie nicht öffentlich inseriert, sondern gezielt einem ausgewählten Interessentenkreis vorgestellt. Weder Adresse noch Fotos erscheinen in Portalen. Das ist sinnvoll, wenn das Umfeld nichts vom Verkauf erfahren soll, führt aber zu einem kleineren Bieterkreis.
Ein zu hoher Angebotspreis zum Start. Er verhindert Anfragen in der wichtigsten Phase, den ersten zwei bis drei Wochen nach Veröffentlichung. Nach mehreren Preissenkungen wird das Objekt häufig unter dem Wert verkauft, der anfangs erzielbar gewesen wäre.
