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Sachkundenachweis für Immobilienmakler und Verwalter 2017

Sachkundenachweis Maklerin

Ein Sachkundenachweis für Immobilienmakler wird - entgegen den früheren Fassungen des Gesetzentwurfs „zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum“ auch weiterhin nicht rechtsverbindlich vorgeschrieben. Damit können sich wie bisher auch Personen als Immobilienmakler bezeichnen, die keine Prüfung ihrer Fachkenntnisse abgelegt haben.

Vorgesehen war ursprünglich im Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, dass für beide Berufsgruppen (Immobilienmakler und Hausverwalter) ein Sachkundenachweis erforderlich wird. Die Einzelheiten der Nachweispflicht wurden jedoch immer wieder diskutiert, so dass sich das Inkrafttreten des Gesetzes vom Januar 2016 auf Ende 2016 und zuletzt auf Anfang 2017 verschoben hatte. Nach dem Bundestagsbeschluss von Juni 2017 wird das neue Gesetzt nun voraussichtlich am 1. Mai 2018 in Kraft treten. Anstelle des Sachkundenachweises wird nun eine Weiterbildungspflicht eingeführt. Die konkrete Ausgestaltung der Rechtsvorschriften steht derzeit noch nicht fest, da die Rechtsverordnung zum Gesetz erst noch erstellt wird.

1. Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler – Gesetzesentwurf & Historie

Der Sachkundenachweis für Immobilienmakler und Verwalter war ursprünglich Bestandteil des Gesetzentwurfs "zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum“, dem das Bundeskabinett am 31. August 2016 zugestimmt hat. Am 14. Oktober 2016 wurde dieser Gesetzesentwurf dem Bundesrat vorgelegt. Der Bundestag verabschiedete im Juni 2017 den Entwurf (mehr in dieser News)– der darin bislang enthaltenen Sachkundenachweis war mit dieser Fassung jedoch vom Tisch.

Historie:

Das Ministerium für Wirtschaft und Energie erarbeitete eine Regelung, die die Berufszulassung für Immobilienmakler und Verwalter mit neuen Hürden versieht. Bislang war das Erlangen einer Gewerbeerlaubnis für diese Berufe relativ unkompliziert. Eine fundierte Berufsausbildung war kein Muss und hat besonders im Bereich der Makler dafür gesorgt, dass viele Quereinsteiger ohne besondere Fachkenntnisse sich "Immobilienmakler" nennen durften. Einzig Volljährigkeit und ein unbelastetes Vorstrafenregister waren Voraussetzung. Angesichts der anspruchsvollen Tätigkeit des Maklers waren die Einstiegsbarrieren sehr gering.

Der IVD (Verband der Immobilienbranche) forderte die Einführung eines Fach- und Sachkundenachweises. Dieser sollte Standards in der Branche gewährleisten und somit einerseits Kunden vor schwarzen Schafen bei der Maklersuche schützen als auch die Makler vor schlechtem Ruf durch unseriöse Kollegen bewahren. Ein entsprechender Gesetzentwurf existierte bereits seit Juli 2015. Er regelt in Paragraf 34c der Gewerbeordnung die Berufszulassung und Versicherungspflicht für Immobilienmakler. Demnach sind für Immobilienmakler und WEG-Verwalter ein gesetzlich begründeter Sachkundenachweis sowie eine Berufshaftpflichtversicherung erforderlich. Da jedoch der Nationale Normenkontrollrat am Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums erhebliche Mängel fand, ging dieser zur Bearbeitung an das Ministerium zurück. Zeitgleich unterstützte der Petitionsausschuss des Bundestages eine Petition für den Sachkundenachweis, um das langsame Gesetzgebungsverfahren zu beschleunigen.

2. Wie sollte der Sachkundenachweis erlangt werden?

Für den Sachkundenachweis war vorgesehen, dass Makler und Verwalter von den Industrie- und Handelskammern der einzelnen Bundesländer geprüft werden.

Im ursprünglichen Gesetzentwurf war eine Ausnahmeregelung vorgesehen: Zwar sollte jeder selbstständige Immobilienmakler oder Verwalter den Sachkundenachweis erbringen, doch es sollte eine Liste von bereits anerkannten Ausbildungen und Abschlüssen veröffentlicht werden. "Alte Hasen" sollten von jener Prüfung aufgrund ihrer langjährigen Berufslaufbahn ausgeschlossen werden. Für sie war vorgesehen, dass sie ihre Kompetenz gegenüber einer Aufsichtsbehörde durch geeignete Unterlagen belegen. Die Ausnahmeregelung sollte für alle gelten, die seit mindestens sechs Jahren als Makler oder Verwalter tätig sind.

3. Welche Bedeutung hätte ein Sachkundenachweis für den Immobilienverkauf gehabt?

Wer eine Immobilie verkauft, sollte sich gründlich mit der Wahl des richtigen Maklers beschäftigen. Je qualifizierter der Immobilienmakler ist, desto erfolgreicher wird der Immobilienverkauf verlaufen. Der Sachkundenachweis hätte Verkäufern einen Anhaltspunkt bieten können, doch hätte dieser trotzdem nicht eindeutig belegen können, dass der Immobilienmakler hervorragende Arbeit leistet. Bei der Beurteilung eines Maklers spielen viele weitere Faktoren eine Rolle: Kaufmännisches Geschick des Maklers, Maklerempfehlungen durch Kunden, Maklerbewertungen, Servicequalität und stetige Fortbildung machen einen guten Immobilienmakler aus.

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4. Was beinhaltet die neue Weiterbildungsverpflichtung konkret?

Anstelle des Sachkundenachweises sieht der vom Bundestag verabschiedete Gesetzentwurf vor, dass sowohl Immobilienmakler als auch –verwalter alle drei Jahre eine Weiterbildung mit einem Zeitumfang von 20 Stunden absolvieren müssen.

Bei einem Verstoß können Geldbußen in Höhe von bis zu 5.000 Euro verhängt werden. Voraussichtlich gilt diese Regelung in den ersten drei Jahren nicht für diejenigen Makler und Verwalter, die einen Abschluss als Immobilienkaufmann oder –frau oder ein entsprechendes Studium absolviert haben. Details hierzu stehen derzeit jedoch nicht fest.

5. Wie wirkt sich die neue Berufszulassungsregelung auf Immobilienverwalter aus?

Das Zulassungsvergabeverfahren für Wohnungs- bzw. Immobilienverwalter gleicht dem für Immobilienmakler. Sie erhalten die Auflage, eine Berufshaftpflicht- und/oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nachzuweisen. Immobilienmakler benötigen jedoch weiterhin keine Berufshaftpflichtversicherung.

6. Welche Kosten entstehen durch das neue Gesetz?

Da Immobilienmakler ohnehin die Gewerbeerlaubnis haben, ändert sich für sie mit dem Gesetz nichts. Verwalter müssen die Gewerbeerlaubnis erst durch das neue Gesetz vorlegen, darum entstehen ihnen hierfür einmalige Kosten. Die Gebühr setzt sich je nach Bundesland und Grundgebühr zzgl. Erlaubnistatbestand zusammen.

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