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  4. Mögliche Immobilienblase: Banken sollen Kapitalpuffer anlegen

Aus Angst vor Platzen der Immobilienblase: Bafin fordert Banken zur Rücklagenbildung auf

Finanzierung 17.01.2022 Christiane Tauer
Risiko Platzen Immobilienblase

Um das Platzen einer möglichen Immobilienblase zu verhindern, will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Banken zur verstärkten Rücklagenbildung verpflichten. Zwar hat sich das Finanzsystem in der Corona-Pandemie aus Sicht der Bafin grundsätzlich als robust erwiesen. Insbesondere am Wohnimmobilienmarkt hätten sich aber „Verwundbarkeiten“ aufgebaut, denen die Aufsichtsbehörde nun vorbeugend entgegenwirken will.

So soll der sogenannte antizyklische Kapitalpuffer, der eine übermäßige Kreditvergabe der Banken verhindern soll, indem sie über die normalen Anforderungen hinaus Eigenkapital zurücklegen müssen, auf 0,75 Prozent steigen – aktuell liegt er bei null Prozent. Zusätzlich dazu soll ein komplett neuer Puffer von zwei Prozent eingeführt werden, der sich speziell auf Wohnimmobilien-Kredite bezieht. Das heißt, die Banken müssten zwei Prozent der Baufinanzierungsumme als zusätzliches Eigenkapital zurücklegen. Notwendig ist dieser Schritt aus Sicht der Bafin, da sich aus dem Zusammenspiel von stark steigenden Immobilienpreisen – vor allem in den Ballungsräumen – und der zunehmenden Kreditvergabe ein deutliches Risiko entwickelt hat. Die Puffer sollen das Risiko präventiv minimieren.

Kapitalanforderungen müssen erst im kommenden Jahr erfüllt werden

Um diese Kapitalpuffer so schnell wie möglich zu aktivieren, wird die Bafin jeweils eine Allgemeinverfügung erlassen. Die Anhörungen haben bereits begonnen und enden am 26. Januar. Gleichwohl haben die Banken genügend Zeit, um sich auf die Neuerungen einzustellen: Erst zum 1. Februar 2023 müssen sie die Kapitalanforderungen vollständig erfüllen. Mit den beiden Kapitalpuffern werden insgesamt rund 22 Milliarden Euro an hartem Kernkapital im Bankensystem zurückgelegt. Bei diesem Kernkapital handelt es sich um Kapital, das den Banken zur Deckung von eventuellen Verlusten uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Nach Angaben der Bafin werde der Großteil der Banken die Anforderungen fast vollständig aus bestehendem Überschusskapital erfüllen können. „Mit diesen Kapitalpuffern tragen wir nicht nur den zyklischen Risiken Rechnung, sondern begegnen auch zielgenau den spezifischen Finanzstabilitätsrisiken am Wohnimmobilienmarkt, wo Preis- und Kreditwachstum momentan sehr stark sind“, erklärt Bafin-Präsident Mark Branson. Hauptziel sei es, die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors vorbeugend zu stärken.

Parallel dazu weist die Bafin Banken, Versicherungsunternehmen und andere Kreditgeber an, angesichts der aktuellen Entwicklungen am Immobilienmarkt bei der Kreditvergabe besonders vorsichtig zu sein. Käufer dürften es in Zukunft aufgrund verstärkter Bonitätsprüfungen und höherem Einsatz von Eigenkapital also deutlich schwerer haben, überhaupt ein Immobiliendarlehen zu bekommen.

Immobilienwirtschaft hält Pläne für nicht nachvollziehbar

In der Immobilienwirtschaft stößt der Bafin-Vorstoß auf Kritik. „Damit werden sich Wohnimmobilienfinanzierungen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich verteuern“, erklärt der Zentrale Immobilien Ausschusses (ZIA). Er rechnet außerdem mit einer Angebotsverknappung, da bestimmte Institute ihr Engagement im Wohnimmobilienfinanzierungsbereich zurückfahren werden. „Solche Maßnahmen wirken kontraproduktiv und entfernen uns einen großen Schritt vom selbst erklärten Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen“, sagt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. Auch der Immobilienverband Deutschland IVD hat Bedenken: „Angesichts der minimalen Gesamtverlustrate der Banken bei Wohnimmobilienkrediten halten wir den Vorstoß der Bafin für nicht nachvollziehbar“, erklärt IVD-Präsident Jürgen Schick.

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