Notarielle Beurkundung beim Immobilienverkauf: Beispiele, Ablauf und Kosten
Ein Immobilienkaufvertrag ist ohne notarielle Beurkundung nichtig. Das gilt auch für jede Nebenabrede, die nach dem Willen der Beteiligten zum Vertrag gehören soll: Wird sie nicht mitbeurkundet, ist nicht nur die Abrede unwirksam, sondern der gesamte Vertrag. Der Notartermin ist deshalb nicht der formale Schlusspunkt, sondern der Moment, in dem das gesamte Geschäft rechtlich entsteht.
Der Kaufpreis in der Urkunde ist auch die Grundlage für Notarkosten, Grundbuchkosten und Grunderwerbsteuer. Die Einschätzung von immoverkauf24 ist kostenlos und unverbindlich
Auf dieser Seite lesen Sie, welche Geschäfte beurkundet werden müssen, worin sich Beurkundung und Beglaubigung unterscheiden, wie der Termin abläuft, was danach bis zur Eigentumsumschreibung passiert, welche Kosten anfallen und was es kostet, wenn der Termin kurzfristig platzt.
- Ohne Beurkundung kein Eigentumsübergang: Nach § 311b Abs. 1 BGB bedarf jeder Vertrag, der zur Übertragung von Grundstückseigentum verpflichtet, der notariellen Beurkundung. Ein privatschriftlicher Kaufvertrag ist nichtig.
- Alles muss in eine Urkunde: Auch Absprachen über Inventar, Übergabetermin oder Renovierungen gehören hinein, wenn sie Teil des Geschäfts sein sollen. Eine vergessene Nebenabrede macht den ganzen Vertrag unwirksam.
- Beurkundung ist nicht Beglaubigung: Die Beglaubigung bestätigt nur, dass eine Unterschrift echt ist. Die Beurkundung erfasst den Inhalt, und der Notar muss über die Tragweite belehren. Für Immobilienkaufverträge genügt eine Beglaubigung nicht.
- Was ist eine notarielle Beurkundung?
- Beispiele: Welche Geschäfte beurkundet werden müssen
- Warum das Gesetz die Beurkundung verlangt
- Notarielle Beurkundung und notarielle Beglaubigung im Vergleich
- Wie läuft der Notartermin ab?
- Urschrift, Ausfertigung und beglaubigte Abschrift
- Was passiert nach der Beurkundung?
- Welche Kosten löst die Beurkundung aus?
- Wenn der Termin platzt: Entwurfskosten und Absage
- Beurkundung per Video und elektronische Urkunde
- Checkliste für Verkäufer vor dem Notartermin
1. Was ist eine notarielle Beurkundung?
Bei einer Beurkundung nimmt ein Notar die Erklärungen der Beteiligten in einer Niederschrift auf, liest sie vor, belehrt über ihre Tragweite und unterschreibt gemeinsam mit den Beteiligten. Das Verfahren ist im Beurkundungsgesetz geregelt, die Belehrungspflicht in § 17 BeurkG.
Der Notar ist dabei nicht Vertreter einer Seite, sondern unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes. Er berät Käufer und Verkäufer gleichermaßen und darf keine Partei bevorzugen. Das unterscheidet ihn von einem Anwalt, der nur die Interessen seines Mandanten verfolgt.
Sie erbringt vollen Beweis über den beurkundeten Vorgang. Wer später behauptet, etwas anderes sei vereinbart gewesen, muss das Gegenteil beweisen, und das gelingt praktisch nie. Genau darin liegt der Wert der Beurkundung für beide Seiten.
2. Beispiele: Welche Geschäfte beurkundet werden müssen
Das Gesetz verlangt die Beurkundung dort, wo ein Geschäft besonders weitreichend oder besonders leicht zu übereilen ist. Beim Immobilienverkauf betrifft das vor allem § 311b BGB.
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Geschäft |
Rechtsgrundlage |
Folge ohne Beurkundung |
| Kaufvertrag über ein Grundstück, Haus oder eine Eigentumswohnung | § 311b Abs. 1 BGB |
nichtig, heilbar erst durch Auflassung und Eintragung |
| Auflassung, also die dingliche Einigung über den Eigentumsübergang | § 925 BGB |
Eigentum geht nicht über |
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Vertrag über das gesamte gegenwärtige Vermögen |
§ 311b Abs. 3 BGB |
nichtig |
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Vertrag über einen Erbteil oder einen künftigen Nachlass |
§§ 311b Abs. 5, 2033 BGB |
nichtig |
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Erbvertrag |
§ 2276 BGB |
nichtig |
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Ehevertrag |
§ 1410 BGB |
nichtig |
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Abtretung eines GmbH-Geschäftsanteils |
§ 15 Abs. 3GmbHG |
nichtig |
Für Verkäufer ist die zweite Zeile die wichtigste Unterscheidung: Kaufvertrag und Auflassung sind zwei verschiedene Rechtsgeschäfte. Der Kaufvertrag begründet nur die Pflicht zur Übereignung, erst die Auflassung überträgt das Eigentum. Beide werden in der Praxis in derselben Urkunde erklärt, die Auflassung aber meist erst wirksam gestellt, wenn der Kaufpreis gezahlt ist.
3. Warum das Gesetz die Beurkundung verlangt
Die Beurkundungspflicht ist kein Selbstzweck und keine Formalie zugunsten der Notare. Sie erfüllt vier Funktionen, die sich im Streitfall auch gegen die Beteiligten richten können.
- Warnfunktion: Der Weg zum Notar und das Vorlesen der Urkunde sollen verhindern, dass jemand ein Grundstück nebenbei verkauft.
- Beratungsfunktion: Der Notar muss den Willen der Beteiligten erforschen und über die Tragweite belehren, auch ungefragt.
- Beweisfunktion: Die Urkunde beweist den Inhalt der Einigung und schließt spätere Behauptungen über mündliche Zusatzabsprachen praktisch aus.
- Vollzugsfunktion: Nur eine notarielle Urkunde eröffnet den Zugang zum Grundbuch. Ohne sie kann kein Eigentum umgeschrieben werden.
Nach § 17 Abs. 2a BeurkG soll der Notar dem Verbraucher den beabsichtigten Vertragstext im Regelfall zwei Wochen vor der Beurkundung zur Verfügung stellen. Die Vorschrift greift bei Verbraucherverträgen, also wenn auf der anderen Seite ein Unternehmer steht, etwa ein Bauträger. Verkaufen zwei Privatpersonen aneinander, ist die Frist rechtlich nicht vorgeschrieben. Viele Notare halten sie trotzdem ein, und als Verkäufer sollten Sie darauf bestehen, weil Sie den Entwurf selbst prüfen müssen.
4. Notarielle Beurkundung und notarielle Beglaubigung im Vergleich
Die beiden Begriffe werden ständig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Vorgänge bezeichnen und unterschiedlich viel kosten.
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Merkmal |
Notarielle Beglaubigung |
Notarielle Beurkundung |
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Was bestätigt wird |
die Echtheit einer Unterschrift oder die Übereinstimmung einer Abschrift mit dem Original |
der gesamte Inhalt der abgegebenen Erklärungen |
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Prüfung des Inhalts |
findet nicht statt |
findet statt, der Notar prüft auf Wirksamkeit |
|
Belehrung |
nicht geschuldet |
Pflicht nach § 17 BeurkG |
|
Vorlesen |
entfällt |
zwingend |
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Typischer Anlass beim Immobilienverkauf |
Löschungsbewilligung, Grundbuchanträge, Vollmachten |
Kaufvertrag, Auflassung, Grundschuldbestellung |
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Kostenniveau |
deutlich niedriger, eigene Gebührentatbestände |
nach Geschäftswert, bei Kaufverträgen das Doppelte der Tabellengebühr |
Praktisch heißt das: Eine Beglaubigung macht aus einem formunwirksamen Kaufvertrag keinen wirksamen. Wer einen privatschriftlichen Vertrag beim Notar nur unterschreiben und beglaubigen lässt, hat weiterhin keinen gültigen Immobilienkaufvertrag.
5. Wie läuft der Notartermin ab?
Der Termin folgt einer festen Reihenfolge, die sich aus dem Beurkundungsgesetz ergibt. Für einen Kaufvertrag über ein Einfamilienhaus dauert er in der Regel zwischen vierzig und neunzig Minuten.
Alle Beteiligten erscheinen persönlich oder durch einen Vertreter mit beglaubigter oder beurkundeter Vollmacht.
Der Notar lässt sich amtliche Lichtbildausweise zeigen und hält die Daten in der Niederschrift fest.
Die gesamte Urkunde wird vollständig vorgelesen, auch die Teile, die alle Beteiligten schon kennen.
Der Notar erklärt die rechtliche Tragweite, beantwortet Fragen und vermerkt Änderungswünsche.
Die Beteiligten bestätigen, dass die Niederschrift ihrem Willen entspricht.
Erst die Beteiligten, dann der Notar. Mit seiner Unterschrift ist die Beurkundung abgeschlossen.
Änderungen während des Termins sind möglich und üblich. Sie werden entweder in die Niederschrift aufgenommen oder, wenn sie umfangreich sind, in einem neuen Entwurf festgehalten. Wer erst im Termin das erste Mal in den Vertrag schaut, hat dafür keine Zeit. Deshalb ist der Entwurf vorab der eigentliche Arbeitsschritt.
6. Urschrift, Ausfertigung und beglaubigte Abschrift
Nach dem Termin bekommen die Beteiligten nicht die Urkunde selbst, sondern Papiere mit unterschiedlichem Rang. Die Begriffe stehen später auf jeder Kostenrechnung und in jedem Schreiben des Grundbuchamts.
- Urschrift: Das Original mit den Originalunterschriften. Es bleibt dauerhaft beim Notar und verlässt die Urkundensammlung nicht.
- Ausfertigung: Vertritt die Urschrift im Rechtsverkehr und wirkt wie das Original. Nur mit einer Ausfertigung lassen sich Anträge beim Grundbuchamt stellen.
- Beglaubigte Abschrift: Bestätigt nur, dass der Text mit der Urschrift übereinstimmt. Sie dient der Information, etwa für die Bank oder das Finanzamt, ersetzt aber keine Ausfertigung.
Als Verkäufer erhalten Sie üblicherweise eine beglaubigte Abschrift. Die Ausfertigungen benötigt der Notar für den Vollzug. Fordern Sie zusätzlich eine einfache digitale Kopie an, damit Sie den Vertragstext später greifbar haben, ohne in den Unterlagen suchen zu müssen.
7. Was passiert nach der Beurkundung?
Mit der Unterschrift ist der Vertrag geschlossen, aber noch nichts vollzogen. Den Vollzug übernimmt der Notar, und er folgt einer festen Reihenfolge, weil jede Stelle auf die vorherige wartet.
- Auflassungsvormerkung: Der Notar beantragt die Eintragung im Grundbuch. Sie sichert den Käufer gegen eine zweite Veräußerung und gegen Zugriffe von Gläubigern des Verkäufers.
- Lastenfreistellung: Der Notar fordert bei den Gläubigern des Verkäufers die Löschungsunterlagen für eingetragene Grundschulden an.
- Vorkaufsrecht und Genehmigungen: Die Gemeinde erklärt, ob sie ihr Vorkaufsrecht ausübt. Je nach Objekt kommen weitere Genehmigungen hinzu.
- Fälligkeitsmitteilung: Erst wenn alle Voraussetzungen vorliegen, teilt der Notar mit, dass der Kaufpreis zu zahlen ist. Vorher darf der Käufer nicht zahlen.
- Grunderwerbsteuer: Das Finanzamt setzt die Steuer fest und erteilt nach Zahlung die Unbedenklichkeitsbescheinigung.
- Eigentumsumschreibung: Mit Bescheinigung, Zahlungsnachweis und Löschungsunterlagen schreibt das Grundbuchamt das Eigentum um. Erst jetzt ist der Käufer Eigentümer.
Für Verkäufer sind davon zwei Punkte entscheidend. Erstens hängt der Zahlungseingang an der Fälligkeitsmitteilung, nicht am Notartermin. Zweitens ist die Lastenfreistellung der Schritt, den Sie selbst beschleunigen können, indem Sie frühzeitig mit Ihrer Bank sprechen.
8. Welche Kosten löst die Beurkundung aus?
Die Gebühren sind bundesweit gesetzlich festgelegt und nicht verhandelbar. Grundlage ist das Gerichts- und Notarkostengesetz, die Höhe ergibt sich aus dem Geschäftswert und der Gebührentabelle in Anlage 2 zum GNotKG. Ein Prozentsatz vom Kaufpreis ist das ausdrücklich nicht: Die Tabelle steigt in Stufen und flacht mit wachsendem Wert ab.
Das folgende Beispiel geht von einem Kaufpreis von 300.000 Euro und einer Grundschuld über 250.000 Euro aus. Die einfache Tabellengebühr beträgt in dieser Stufe 635 Euro bei 300.000 Euro und 535 Euro bei 250.000 Euro.
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Kostenblock |
Grundlage |
Betrag |
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Beurkundung des Kaufvertrags |
KV 21100, Faktor 2,0 auf 300.000 Euro |
1.270,00 Euro |
|
Vollzug des Vertrags |
KV 22110, Faktor 0,5 |
317,50 Euro |
|
Betreuende Tätigkeit |
KV 22200, Faktor 0,5 |
317,50 Euro |
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Beurkundung der Grundschuldbestellung |
KV 21200, Faktor 1,0 auf 250.000 Euro |
535,00 Euro |
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Post- und Telekommunikationspauschale |
KV 32005, höchstens 20 Euro |
20,00 Euro |
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Notarkosten inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer |
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2.927,40 Euro |
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Auflassungsvormerkung im Grundbuch |
Faktor 0,5 auf 300.000 Euro |
317,50 Euro |
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Eigentumsumschreibung im Grundbuch |
Faktor 1,0 auf 300.000 Euro |
635,00 Euro |
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Eintragung der Grundschuld |
Faktor 1,0 auf 250.000 Euro |
535,00 Euro |
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Grundbuchkosten, keine Umsatzsteuer |
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1.487,50 Euro |
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Notar und Grundbuch zusammen |
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4.414,90 Euro |
Nicht enthalten sind zwei Blöcke, die deutlich schwerer wiegen. Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises, im Beispiel also zwischen 10.500 und 19.500 Euro. Die Maklerprovision wird frei vereinbart; beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen Verbraucher dürfen Käufer und Verkäufer nach § 656c BGB nur Beträge in gleicher Höhe zusagen.
"Die Gebührenhöhe richtet sich nach dem Kaufpreis. Die Höhe ist aber kein fester Prozentsatz (wie etwa Grunderwerbsteuer oder Maklerprovision), sondern in einer Gebührentabelle festgelegt, die degressiv steigt. Bei höheren Kaufpreisen ist der prozentuale Anteil also geringer. Zudem kommt es auf die einzelnen Abwicklungsschritte beim Notar an." -mehr dazu-
Die Tabelle springt in Stufen von 30.000 Euro. Ein Kaufpreis von 295.000 Euro und einer von 320.000 Euro liegen in derselben Stufe und kosten beim Notar exakt dasselbe. Ein Preis von 321.000 Euro fällt in die nächste Stufe. Der Unterschied beträgt dort 25 Euro je Gebührensatz, bei der zweifachen Beurkundungsgebühr also 50 Euro.
9. Wenn der Termin platzt: Entwurfskosten und Absage
Ein abgesagter Notartermin ist nicht kostenlos. Sobald der Notar einen vollständigen Vertragsentwurf gefertigt hat, ist die Arbeit erbracht, und das Gesetz sieht dafür eine Gebühr vor.
Endet das Beurkundungsverfahren vorzeitig, fällt eine Gebühr nach KV 21302 GNotKG an. Der Rahmen reicht von 0,5 bis 2,0, und bei einem vollständig erstellten Entwurf ist nach § 92 Abs. 2 GNotKG der Höchstsatz anzusetzen. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro entspricht das 1.270 Euro netto, mit Auslagen und Umsatzsteuer rund 1.535 Euro. Wird der Entwurf gesondert beauftragt und nicht im Rahmen eines Beurkundungsverfahrens gefertigt, gilt KV 24100 mit demselben Rahmen.
Schuldner gegenüber dem Notar ist, wer den Auftrag erteilt hat. Wer die Kosten im Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer trägt, richtet sich nach der Absprache. Fehlt eine solche Absprache, bleibt es dabei, dass der Notar den gesetzlichen Kostenschuldner in Anspruch nehmen kann. Beurkundet derselbe Notar später doch noch auf Grundlage dieses Entwurfs, wird die Entwurfsgebühr angerechnet.
Klären Sie vor der Beauftragung des Entwurfs schriftlich, wer die Entwurfskosten trägt, falls der Verkauf nicht zustande kommt. Diese Abrede ist kein Teil des Kaufvertrags und muss deshalb nicht beurkundet werden. Sie wirkt aber nur zwischen Ihnen und dem Käufer, nicht gegenüber dem Notar.
10. Beurkundung per Video und elektronische Urkunde
Eine Beurkundung per Videokommunikation ist nach § 16a BeurkG nur zulässig, soweit ein Gesetz sie ausdrücklich erlaubt. Für Grundstückskaufverträge gibt es eine solche Erlaubnis nicht. Sie müssen weiterhin in Anwesenheit beurkundet werden. Zugelassen ist das Online-Verfahren vor allem im Gesellschafts- und Registerrecht, etwa für Gründungen und Handelsregisteranmeldungen.
Zwei Entwicklungen verändern den Ablauf trotzdem spürbar.
- Elektronische Präsenzbeurkundung: Seit Ende Dezember 2025 kann die Niederschrift im Notarbüro elektronisch errichtet und signiert werden. Die Beteiligten sind weiterhin anwesend, das Papier entfällt.
- Digitaler Vollzug: Der Bundestag hat am 7. Mai 2026 das Gesetz zur Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen beschlossen, der Bundesrat hat am 12. Juni 2026 zugestimmt. Notare, Gerichte und Behörden tauschen Dokumente künftig elektronisch aus, mit den Finanzbehörden über ELSTER. Die Umstellung ist für den Zeitraum ab 2027 vorgesehen, die Kommunikation mit den Finanzbehörden soll bis zum 1. Januar 2028 vollständig elektronisch laufen.
Für Verkäufer bedeutet das keine neue Pflicht, aber mittelfristig kürzere Wartezeiten zwischen Beurkundung und Eigentumsumschreibung, weil die Papierwege zwischen Notariat, Grundbuchamt und Finanzamt entfallen.
11. Checkliste für Verkäufer vor dem Notartermin
- Grundbuchauszug prüfen und alle eingetragenen Belastungen notieren.
- Mit der finanzierenden Bank klären, wie schnell sie die Löschungsunterlagen bereitstellt.
- Alle Nebenabreden sammeln: Inventar, Übergabetermin, Renovierungen, laufende Mietverhältnisse.
- Den Entwurf vollständig lesen, bevor der Termin stattfindet, nicht erst im Termin.
- Angaben zu Fläche, Baujahr und Sanierungen im Entwurf gegen die eigenen Unterlagen prüfen.
- Bekannte Mängel in den Entwurf aufnehmen lassen und nicht nur mündlich erwähnen.
- Klären, ob der Kaufpreis direkt oder über ein Notaranderkonto fließt.
- Personalausweis oder Reisepass bereitlegen, bei Vertretung die beglaubigte Vollmacht.
- Steueridentifikationsnummer bereithalten, der Notar meldet den Vorgang an das Finanzamt.
- Den Übergabetermin an die Kaufpreiszahlung koppeln, nicht an das Datum der Beurkundung.
Die Gebühren richten sich nach dem GNotKG und dem Geschäftswert, nicht nach einem Prozentsatz. Für die Beurkundung eines Kaufvertrags fällt die zweifache Tabellengebühr an, bei 300.000 Euro also 1.270 Euro netto. Mit Vollzug, Betreuung, Auslagen und Umsatzsteuer kommen Notar und Grundbuchamt im Beispiel auf rund 4.400 Euro.
Der Notar stellt die Anwesenheit fest, prüft die Ausweise, liest die gesamte Urkunde vor, belehrt über die rechtliche Tragweite, nimmt Änderungen auf und lässt anschließend unterschreiben. Mit seiner eigenen Unterschrift ist die Beurkundung abgeschlossen. Der Termin dauert bei einem Einfamilienhaus meist vierzig bis neunzig Minuten.
Gegenüber dem Notar haftet, wer den Auftrag erteilt hat. Im Verhältnis zwischen den Parteien weist § 448 Abs. 2 BGB die Kosten der Beurkundung, der Auflassung und der Eintragung dem Käufer zu. Abweichende Vereinbarungen sind zulässig und werden in der Urkunde festgehalten.
Die Beglaubigung bestätigt nur, dass eine Unterschrift echt ist oder eine Abschrift mit dem Original übereinstimmt. Der Inhalt wird nicht geprüft. Die Beurkundung erfasst den Inhalt der Erklärungen, der Notar muss vorlesen und über die Tragweite belehren. Für einen Immobilienkaufvertrag genügt eine Beglaubigung nicht.
Der Notar lässt die Auflassungsvormerkung eintragen, holt die Löschungsunterlagen der Gläubiger ein, fragt das gemeindliche Vorkaufsrecht ab und teilt erst danach die Fälligkeit des Kaufpreises mit. Nach Zahlung der Grunderwerbsteuer erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung, und das Grundbuchamt schreibt das Eigentum um.
Nein. Nach § 311b Abs. 1 BGB ist ein privatschriftlicher Grundstückskaufvertrag nichtig. Geheilt wird er nur, wenn die Auflassung erklärt und der Käufer im Grundbuch eingetragen wird. Da das Grundbuchamt dafür eine notarielle Urkunde verlangt, ist dieser Weg in der Praxis versperrt.
Nein, Vertretung ist möglich. Der Vertreter benötigt aber eine notariell beglaubigte oder beurkundete Vollmacht. Eine einfache schriftliche Vollmacht reicht für die Beurkundung nicht aus. Alternativ kann der Vertreter vollmachtlos handeln und der Vertretene die Erklärung später genehmigen, was den Vollzug jedoch verzögert.
Hat der Notar bereits einen vollständigen Entwurf gefertigt, fällt eine Gebühr nach KV 21302 GNotKG an, bei vollständigem Entwurf in Höhe des Höchstsatzes von 2,0. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das 1.270 Euro netto. Wird später doch beurkundet, rechnet derselbe Notar die Gebühr an.
Nein. Die Beurkundung per Videokommunikation ist nach § 16a BeurkG nur zulässig, soweit ein Gesetz sie zulässt. Für Grundstückskaufverträge fehlt eine solche Vorschrift. Möglich ist seit Ende 2025 die elektronische Beurkundung in Anwesenheit, bei der die Niederschrift digital errichtet und signiert wird.
Zwischen Beurkundung und Eigentumsumschreibung liegen in der Regel mehrere Monate. Den Takt geben die Auflassungsvormerkung, die Löschungsunterlagen der Gläubiger, das gemeindliche Vorkaufsrecht und die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts vor. Der Kaufpreis wird dabei deutlich früher fällig als das Eigentum übergeht.
Ja, wenn sie nach dem Willen der Beteiligten Teil des Kaufvertrags sein sollen. Fehlt eine solche Abrede in der Urkunde, ist nicht nur sie unwirksam, sondern der gesamte Vertrag. Eine getrennte Vereinbarung über bewegliches Inventar ist zulässig, muss aber tatsächlich eigenständig gewollt und nicht Teil des Gesamtpreises sein.

"Ein Vertreter, der über eine einfache Vollmacht verfügt, die nicht beglaubigt wurde, kann nur solche Aufgaben erledigen, die vor der notariellen Beurkundung des Hausverkaufs liegen, die Unterschrift unter der notariellen Beurkundung müssen die Eigentümer jedoch selbst leisten. Wenn ein Vertreter hingegen über eine Vollmacht verfügt, die notariell beglaubigt oder beurkundet wurde, kann er stellvertretend den Notartermin wahrnehmen und den Kaufvertrag unterschreiben. Dieser ist durch die Unterschrift des Vertreters sofort gültig." -mehr dazu-