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Wie man älteren Menschen den Umzug in eine Pflegeeinrichtung erleichtern kann

Wohnen im Alter 29.05.2019 Jessica Danker

Jessica Danker, Wohnberaterin für ältere Menschen, klärt im Interview darüber auf, welche Schwierigkeiten beim Umzug in eine Pflegeeinrichtung auftreten können - und wie man Senioren den Auszug aus den eigenen vier Wänden erleichtern kann.

Betreutes Wohnen

immoverkauf24: Frau Danker, für viele ältere Menschen ist der Umzug in einer Pflegeeinrichtung ein schwieriger Schritt. Erleben Sie es häufiger, dass Bewohner einfach nicht aus ihren vier Wänden ausziehen wollen?

Jessica Danker: Ja, es kommt häufiger vor, dass ältere Menschen nicht mehr alleine Leben können – weil sie einer umfänglichen Pflege bedürfen oder weil in ihrer bisherigen Wohnung die Pflege nur schwer zu bewerkstelligen ist. Dann ist der Umzug in eine Pflegeeinrichtung angeraten. Aber das muss der Bewohner natürlich auch wollen. Ist das nicht der Fall, muss man ihm eben solange es geht den Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen, auch wenn das nur eine Zwischenlösung sein kann. Es ist häufig hilfreich, einen Umzug in eine Einrichtung frühzeitig ins Spiel zu bringen, denn so mancher Bewohner braucht lange, um sich mit dem Gedanken anzufreunden. Zudem muss man ohnehin bei einem Pflegeheim oder einer Einrichtung des Betreuten Wohnens häufig mit einer Wartezeit rechnen.

Immoverkauf24: Was sind die häufigsten Gründe, die ältere Bewohner doch zu einem Umzug in eine Pflegeeinrichtung bewegen?

Jessica Danker: Es gibt eigentlich drei Motive:

  • Der Betroffene will selbst nicht mehr alleine leben, weil er merkt, dass das Leben Hause langsam beschwerlich wird – weil das Haus zu groß ist oder das Bedürfnis nach Gesellschaft da ist. Das sind zumeist Bewohner, Alleinstehende oder Paare, die eigentlich noch sehr fit sind und solch eine Entscheidung sehr bewusst und auch frühzeitig treffen. Aber solche Fälle sind durchaus nicht die Regel.
  • Häufig merken aber auch die Angehörigen, dass ein Betroffener nicht mehr alleine leben kann, etwa, weil er aufgrund von Demenz immer wieder aus der Wohnung läuft.
  • Die dritte Variante ist, dass ein Bewohner bereits gestürzt ist und klar ist, dass er nach dem Krankenhausaufenthalt nicht mehr nach Hause zurückkehren sollte, weil das aufgrund der körperlichen Einschränkungen zu gefährlich wäre.

immoverkauf24: Welche Wohnformen im Alter ziehen die noch fitten und aktiven Senioren denn vor, wenn sie dann aus den eigenen vier Wänden ausziehen?

Jessica Danker: Das sind meist Varianten des Betreuten Wohnens. Dabei können die Bewohner ihren Alltag weitgehend selbst bestimmen, haben aber Angebote an Aktivitäten und Veranstaltungen, vielleicht sogar ein kleines Schwimmbad im Gebäude und eine gute Infrastruktur in der Umgebung. Gleichzeitig gibt es eine gute ärztliche und ambulante Betreuung.

immoverkauf24: Und wenn etwa nach einem Sturz und Krankenhausaufenthalt schnell eine Einrichtung gefunden werden muss – welche Möglichkeiten gibt es dann?

Jessica Danker: Häufig ist die Kurzzeitpflege eine Zwischenlösung – also die kurzeitige Betreuung in einer Pflegeeinrichtung. Dann haben die Angehörigen zumindest vier Wochen Zeit, um eine Betreuung zu organisieren. Entweder, um einen Pflegedienst für die Pflege zu Hause zu finden und die Wohnung entsprechend auszustatten oder sich auch schon einmal um einen Platz für die dauerhafte stationäre Pflege zu organisieren. Manchmal ergibt sich auch aus der Kurzzeitpflege heraus für Pflegebedürftige die Möglichkeit, in dem Pflegeheim zu bleiben. Aber grundsätzlich muss man mit längeren Wartezeiten rechnen.

„Die Kurzzeitpflege kann eine gute Möglichkeit sein, um eine Pflegeeinrichtung kennenzulernen und ‚einen Fuß in die Tür‘ zu bekommen.“

Besuch einer Pflegeeinrichtung

Für Menschen mit Demenz ist die Suche nach einer passenden Einrichtung schwieriger. Denn solche Bewohner bedürfen einfach mehr Aufmerksamkeit und dafür braucht es einen höheren Personalschlüssel in den Pflegeheimen – der ist aber nicht überall gegeben. Zudem ist es auch so, dass einige Einrichtungen lieber Bewohner nehmen, die einer nicht so starken Betreuung bedürfen, „pflegeleichter“ sind – das muss man leider so sagen.

immoverkauf24: Haben Sie Tipps, die Sie Betroffenen und Angehörigen für die Suche nach einer passenden Pflegeeinrichtung geben können?

Jessica Danker: Ich kann nur jedem raten, Betroffenen und Angehörigen, sich rechtzeitig um das Thema Gedanken zu machen. Sich einfach schon mal mehrere Einrichtungen anzugucken und sich auch schon auf die Warteliste einer Einrichtung setzen zu lassen. Denn wenn eine plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes den Umzug in eine Pflegeeinrichtung notwendig macht, dann ist das häufig nicht so schnell wie gewünscht möglich.

Häufig können Betroffene im Vorhinein gar nicht sagen, was ihnen bei einer Einrichtung wichtig ist. Dann hilft ebenfalls die Besichtigung verschiedener Wohnformen im Alter, um die Wünschen auch formulieren zu können und danach eine Auswahl zu treffen. Die meisten Pflegeeinrichtungen sind sehr offen für Besuch und Bewohner und Mitarbeiter freuen sich über Besucher. Wenn man das als Besucher merkt, nimmt das vielfach die Furcht vor einem Pflegeheim.

„Der Besuch eines Pflegeheims nimmt vielen Senioren die Befürchtungen, die sie gegenüber solchen Einrichtungen hegen.“

Ebenfalls wichtig: Zu der Besichtigung einer Einrichtung sollte man immer zu Zweit zu gehen, also der künftige Bewohner und eine vertraue Begleitperson. Denn dem Begleiter fallen vielleicht zusätzliche wichtige Fragen ein, die es zu stellen gilt. Ihm fallen andere Dinge in der Einrichtung auf und vor allem kann der „Vielleicht-Bewohner“ seine Eindrücke mit ihm besprechen.

immoverkauf24: Wo können sie Betroffene, die möglichst kurzfristig eine Einrichtung suchen, über mögliche Einrichtungen informieren?

Jessica Danker: Wenn eine stationäre Pflegeeinrichtung etwa nach einem Krankenaufenthalt notwendig wird, ist der soziale Dienst des Krankenhauses bei der Suche nach einer passenden Anschlussversorgung behilflich.
Dann gibt es natürlich noch die Pflegestützpunkte, von denen es meistens in jedem Bezirk einer Stadt einen gibt. In Hamburg sind es neun Stützpunkte. Da bekommen Betroffene Beratung, Unterstützung und auch ganz viele Adressen von Pflegeeinrichtungen.
Und dann gibt es natürlich noch solche Menschen wie mich (lacht).

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