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Pflegeheim / Altenheim / Seniorenheim

Die Entscheidung für ein Pflegeheim fällt vielen Betroffenen und ihren Angehörigen nicht leicht, häufig ist jedoch durch den Gesundheitszustand eines Pflegebedürftigen ein professionelles Pflegeumfeld notwendig. In der Tat gibt es viele Berichte über mangelhafte Pflege in Seniorenheimen, was meist auf eine prekäre Personalausstattung zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz gibt es auch viele gut geführte Pflegeheime, in denen sich die Bewohner wohl fühlen. Welche Leistungen ein Pflegeheim erbringt, wieviel es kostet und wie es zu finanzieren ist sowie was bei der Auswahl wichtig ist – immoverkauf24 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Pflegeheim, Altenheim und Seniorenheim.

Lassen Sie sich zuvor von unseren Experten zum Thema "Was mit der Immobilie im Alter tun" beraten.

1. Pflegeheim / Altenheim / Seniorenheim – was ist das eigentlich?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass der Begriff „Pflegeheim“ gesetzlich nicht klar umrissen ist. Umgangssprachlich werden synonym auch die Begriffe Altenheim, Altersheim oder Seniorenheim verwendet.

Definition Pflegeheim:

Ein Pflegeheim, Altenheim oder Seniorenheim ist eine Wohneinrichtung für Pflegebedürftige, wo diese vollstationär – also tagsüber und nachts – versorgt und medizinisch durch professionelle Pflegekräfte betreut werden, häufig über einen längeren Zeitraum.

Daneben ist in einigen Einrichtungen auch die teilstationäre Unterbringung möglich – etwa in Form der Tagespflege oder Nachtpflege. Aber auch die Kurzzeitpflege ist in vielen Seniorenheimen eine Option: Diese wird häufig in Anspruch genommen, wenn ein älterer Mensch nach einem Krankenhausaufenthalt weiter pflegebedürftig ist und die Pflege zu Hause erst noch organisiert werden muss.

Die zuständige Pflegekasse ist an die jeweilige Krankenkasse angeschlossen. Die Krankenkasse stellt auf Wunsch auch den Kontakt zur Pflegekasse her, wenn Informationsbedarf besteht oder ein Pflegegrad beantragt werden soll.

Doch was zeichnet ein Pflegeheim eigentlich im Vergleich zu den genannten anderen Wohnformen im Alter aus? Die Abgrenzung ist nicht immer einfach, da die Übergänge zu manch anderen Wohnformen fließend sein können. So richtet sich eine Seniorenresidenz zwar an zahlungskräftige Bewohner und stellen dafür Wohn- und Gemeinschaftsräume mit gehobener Ausstattung und ein breites Angebotsspektrum zur Verfügung. Einige der Einrichtungen stehen jedoch auch Bewohnern mit hohem Pflegegrad offen und unterscheiden sich damit in den grundlegenden Leistungen nicht von einem Pflegeheim.

Das Leistungsangebot ist im Bereich Pflege deutlich umfassender als etwa beim Betreuten Wohnen, so dass in Pflegeheimen sowohl Schwerstpflegebedürftige, Menschen mit schweren Behinderungen oder auch Demenzkranke versorgt werden können.

Hinweis von immoverkauf24:

Fachterminologie: Abgrenzung zwischen Altenwohnheim, Altenheim und Altenpflegeheim

  • Im Altenwohnheim liegt der Schwerpunkt auf dem Wohnen, andere Leistungen werden nur in geringem Umfang angeboten, teilweise entspricht dies dem „Betreuten Wohnen“.
  • Altenheime sind für Bewohner mit (noch) geringer Pflegebedürftigkeit geeignet, das selbstbestimmte Leben steht im Vordergrund, jedoch gibt es stärkeren Unterstützungsbedarf als im Altenwohnheim. Dienstleistungen wie Reinigung, Aufräumen und Versorgung mit Speisen werden regelmäßig in Anspruch genommen, die Bewohner führen also keinen eigenen Haushalt.
  • Im Altenpflegeheim liegt der Schwerpunkt auf der stationären Pflege: Den Pflegebedürftigen steht hier rund um die Uhr Betreuung zur Verfügung.

2. Was sind Demenz-Pflegeheime?

Es gibt Pflegeheime, die auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit einer Demenz-Erkrankung zugeschnitten sind. Als wohltuend hat sich für demenzkranke Menschen das Domusprinzip in Pflegeheimen erwiesen.

Demenz-Pflegeheime zeichnen sich durch folgende Aspekte aus:

  • Die Betroffenen leben in kleinen Wohngruppen zusammen.
  • Ihnen sind feste Pflegekräfte zugeteilt.
  • Die Zimmer sind um einen zentralen Wohnbereich mit Küche angeordnet.
  • Die Demenzerkrankten sind je nach ihren Fähigkeiten in den Alltag eingebunden (Mithilfe beim Kochen, Waschen etc.).
  • Die Eigenarten der Dementen werden toleriert.
  • Es gibt auf Demenzerkrankte zugeschnittene Gruppenangebote.
  • Es findest eine Aktivierung der Gedächtnisleistungen durch geschultes Personal statt.
  • Es gibt sogenannte Pflegeoasen für schwer demenzkrankte Senioren

immoverkauf24 Tipp:

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat auf seiner Webseite www.wegweiser-demenz.de zahlreiche nützliche Informationen zum Thema Demenz zusammengestellt. Dazu gehört beispielsweise eine Datenbank, mit der Betroffene und Angehörige gezielt nach Beratungsstellen in der Umgebung suchen können.

3. Wann ist der Umzug in ein Pflegeheim sinnvoll?

Pflegeheim

Verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines älteren Menschen rapide, kann der Umzug in ein Pflegeheim unausweichlich werden. Etwa dann, wenn andere Wohnformen im Alter wie etwa Senioren-WGs, Betreutes Wohnen oder Mehrgenerationenhäuser wegen starker Pflegebedürftigkeit nicht mehr infrage kommen oder die häusliche Pflege nicht möglich ist, weil die eigenen vier Wände kein barrierefreies Wohnen ermöglichen: Für Rollstuhlrampen oder Treppenlift ist es zu eng und auch für die Einrichtung eines barrierefreien Bades fehlt der Platz. Eine häusliche 24-Stunden-Pflege durch Betreuer ist mit hohen Kosten verbunden und deshalb für viele Familien nicht zu finanzieren. 

Wann der richtige Moment für einen Umzug gekommen ist, müssen letztendlich die Betroffenen selbst entscheiden, häufig sind auch die Angehörigen in die Entscheidungsfindung involviert.

Und: Der Umzug in ein Pflegeheim oder Seniorenheim kann für Pflegebedürftige und Angehörige durchaus Vorteile mit sich bringen – etwa, weil sich die Bewohner sicher und gut umsorgt fühlen und sich die Angehörigen bei ihren Besuchen darauf konzentrieren können, mit den Pflegebedürftigen eine gute Zeit zu verbringen – statt dies durch den stressigen Pflegealltag zu Hause völlig aus den Augen zu verlieren. Voraussetzung ist natürlich, dass die Betreuung in den Pflegeheimen ausreichend gewährleistet ist.

Wichtig: Voraussetzung für die Aufnahme in den meisten Alten- und Pflegeheimen ist das Vorliegen eines Pflegegrades. Wer über keinen Pflegegrad verfügt und dennoch in ein Pflegheim einziehen will, sollte sich bei in Frage kommenden Einrichtungen erkundigen, ob dies möglich ist. Jedoch: In einem solchen Fall ist das Wohnen im Pflegeheim mit hohen Aufwendungen verbunden, da die Pflegekasse ohne Pflegegrad keine Kosten übernimmt.

Häufig fällt älteren Menschen der Umzug in ein Pflegeheim auch deswegen schwer, weil sie aus ihrem Haus oder ihrer Wohnung ausziehen müssen. Der Verkauf des Eigenheims bedeutet für viele Eigentümer jedoch schließlich eine große Erleichterung. immoverkauf24 klärt über die 10 häufigsten Fragen beim  Immobilienverkauf auf. Lassen Sie sich vorher von unseren Experten dazu beraten, was Sie außerdem mit Ihrer Immobilie im Alter tun können, um die passende Alternative zu finden.

4. Pflegeheim / Altenheim / Seniorenheim – welche Leistungen werden geboten?

Langzeitpflege

Das Leistungsangebot von Pflegeheimen ist generell auf die stationäre Langzeitpflege ausgerichtet. Das bedeutet: Pflegebedürftige wohnen dauerhaft in der Einrichtung und werden entsprechend ihrer Bedürfnisse gepflegt und versorgt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Angebot eines Pflegeheims vorübergehend zu nutzen. 

Kurzzeitpflege

Wurde ein Pflegegrad festgestellt, besteht Anspruch auf jährlich bis zu 56 Tage stationäre Kurzzeitpflege in einem Altenheim. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt zunächst eine stationäre Versorgung erforderlich ist.

Verhinderungspflege

Auch die so genannte Verhinderungspflege ist im Pflegeheim möglich. Sind pflegende Angehörige beispielsweise erkrankt oder im Urlaub, können Pflegebedürftige bis zu sechs Wochen im Jahr vorübergehend stationär im Pflegeheim oder zuhause durch einen ambulanten Dienst betreut werden.

Tagespflege / Nachtpflege

Bei der Tages- beziehungsweise Nachtpflege handelt es sich um eine teilstationäre Pflegeform. Sie bietet sich an, wenn die Betreuung zwar zuhause durch Angehörige erfolgt, diese aber nicht 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen. Arbeiten die Angehörigen beispielsweise, kommt die Tagespflege infrage. Benötigen sie nachts Entlastung, kann die Nachtpflege eine Lösung sein.

immoverkauf24 Tipp:

Sollte im fortschreitendem Alter Langzeitpflege unausweichlich sein und können die Betroffenen nicht mehr selbst entscheiden, liefern frühzeitig ausgestellte Vollmachten & Verfügungen die entscheidende Orientierung und konkrete Anweisungen. Damit Ärzte, Pflegeheime, Vertraute und Verwandte nach den Wünschen der Betroffenen handeln können. immoverkauf24 hat entsprechende Muster-Formulare für Sie erstellt, die Ihnen als Vorlage beim Verfassen von einer Betreuungsverfügung, einer Patientenverfügung oder einer Vorsorgevollmacht behilflich sein sollen.

5. Was kostet ein Pflegeheim?

Wie etwa beim Betreuten Wohnen können die Kosten für ein Pflegeheim stark variieren. Auch hier spielen Faktoren wie die Lage, die Ausstattung und das über die reine Pflege hinausgehende Dienstleistungsangebot eine Rolle. Die monatlichen Kosten für einen Pflegeheimplatz setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Pflegeleistungen bzw. Pflegesatz
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionskosten
Pflegeheim-Kosten

Kosten für Pflegeleistungen / Pflegesatz

Mit dem Pflegesatz der Pflegeversicherung werden die Pflege und die soziale Betreuung im Seniorenheim finanziert. Maßgeblich für die Höhe ist der jeweilige Pflegegrad.

Kosten für Unterkunft und Verpflegung

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden auch „Hotelkosten“ genannt. Darunter fallen folgende Leistungen:

  • Miete und die Nebenkosten für das Zimmer bzw. Apartment
  • die Versorgung mit Speisen und Getränken
  • Versorgung mit frischer Wäsche
  • die Müllentsorgung
  • Veranstaltungen und Aktivitäten

Die Investitionskosten

Die Investitionskosten dienen dem Träger der Pflegeeinrichtungen zur Herstellung, Anschaffung und Instandhaltung von Gebäuden und Räumlichkeiten und ihrer technischen Anlagen. Im Bundesdurchschnitt fallen für die Investitionskosten rund 500 Euro pro Monat an.
Teilweise kommt zudem noch eine Ausbildungsumlage hinzu, mit der die Kosten für die Auszubildenden auf die Bewohner verteilt werden. 

immoverkauf24 Tipp:

Wer über eine eigene Immobilie verfügt, kann durch deren Verkauf die Wunschwohnform im Alter oder auch die Kosten der vollstationären Pflege finanzieren. Einen ersten Überblick über den Wert der eigenen Immobilien liefert eine kostenlose Immobilienbewertung.

Im Bundesdurchschnitt kostet der Aufenthalt in einem Pflegeheim in Deutschland insgesamt rund 3.260 Euro monatlich. Neben dem Angebot und der Ausstattung des Pflegeheims bestimmt auch die Lage, und zwar sowohl die Micro-Lage als auch die Makro-Lage den Preis eines Pflegeheimes. Unter ersterem ist die unmittelbare Nachbarschaft und das Viertel zu verstehen. Letzteres meint die Stadt und auch das Bundesland.

Entscheidend ist jedoch die Höhe der Kosten für die Bewohner, die sie selbst für den Platz im Pflegeheim zahlen müssen. Die Höhe des Eigenanteils lag 2017 im Bundesdurchschnitt bei rund 1.700 Euro. Jedoch variiert die Höhe des Eigenanteils je Bundesland erheblich.

Ein Überblick über die durchschnittlichen Kosten je Bundesland, die Bewohner für einen Pflegeheim-Platz selbst zu zahlen haben

Bundesland durchschnittlicher Eigenanteil je Monat
Baden-Württemberg 1.858 Euro
Bayern 1.713 Euro
Berlin 1.802 Euro
Brandenburg 1.381 Euro
Bremen 1.725 Euro
Hamburg 1.850 Euro
Hessen 1.684 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 1.142 Euro
Niedersachsen 1.321 Euro
Nordrhein-Westfalen 2.252 Euro
Rheinland-Pfalz 1.895 Euro
Saarland 2.194 Euro
Sachsen 1.131 Euro
Sachsen-Anhalt 1.107 Euro
Schleswig-Holstein 1.439 Euro
Thüringen 1.206 Euro
Quelle: Bundesgesundheitsministerium 2017

6. Wie wird ein Pflegeheim finanziert?

Die Finanzierung eines Platzes im Pflegeheim wird durch Pflegeleistungen der Pflegeversicherung erleichtert – vorausgesetzt es liegt ein Pflegegerad vor. Der Betrag der Pflegekasse deckt jedoch nur die Pflegekosten ab, die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionsanteil müssen die Bewohner selbst tragen.

Die Höhe der Leistung der Pflegekasse für einen Pflegeheimbewohner ist abhängig vom festgestellten Pflegegrad – das gilt seit der Pflegereform 2017:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro
Pflegegeld

Zuvor war das Pflegegeld entsprechend der drei Pflegestufen (plus Härtefallregelung) gestaffelt. In vielen Fällen reicht die Leistung der Pflegeversicherung jedoch nicht aus, um die Kosten eines Pflegeheims abzudecken. Weil die verbleibenden Kosten von den pflegebedürftigen Personen selbst getragen werden müssen, war dieser Eigenanteil vor der Pflegereform 2017 mit zunehmender Pflegebedürftigkeit überproportional gestiegen: Betroffene mit höherer Pflegestufe mussten also deutlich mehr zuzahlen als solche mit niedrigerer Pflegestufe. Das hatte zur Folge, dass sich Pflegebedürftige gegen eine Neubegutachtung wehrten, und das, obwohl sie eigentlich einer umfangreicheren Pflege bedurften.

In vollstationären Pflegeeinrichtungen gilt seit dem 1. Januar 2017 ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil, und zwar für die Pflegegrade 2 bis 5. Ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 2 zahlt also den gleichen Eigenanteil wie ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 5, der im gleichen Pflegeheim wohnt. Jedoch kann sich der Eigenanteil von Einrichtung zu Einrichtung unterscheiden.

Wer erwägt, seine Immobilie für die Finanzierung der Lebenshaltungskosten zu verkaufen, findet hier eine Übersicht über die 10 wichtigsten Fragen zum Immobilienverkauf. immoverkauf24 empfiehlt Ihnen gerne einen geeigneten Makler in Ihrer Nähe.

Und was ist, wenn die Rente nicht für den zu zahlenden Eigenanteil für das Pflegeheim ausreicht? Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Hilfe zur Pflege: Können weder der Pflegebedürftige noch Ehepartner oder Kinder den Eigenanteil für das Pflegeheim aufbringen, übernimmt ggf. das Sozialamt im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ nach SGB XII die darüber hinausgehenden Kosten.
  • Der Ehepartner oder die Kinder kommen für den Restbetrag auf. Zahlen die Kinder, spricht man vom sogenannten Elternunterhalt.

Informieren Sie sich auch über einen möglichen Hausverkauf auf Rentenbasis. Dieser hat entscheidende Unterschiede zum regulären Immobilienverkauf. Durch die wiederkehrenden monatlichen Zahlungen, können Senioren ihre Rente aufstocken und das zusätzliche Geld für unter anderem den Eigenanteil nutzen.

Hilfe zur Pflege

Um diese bedarfsorientierte Sozialhilfe zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die betroffene Person ist körperlich, kognitiv oder psychisch so eingeschränkt, dass sie im Alltag unterstützungsbedürftig ist und eine Pflegebedürftigkeit gemäß § 61a SGB XII vorlegt. Zudem muss das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit und ein entsprechender Pflegegrad festgestellt werden. In der Regel geschieht das durch die Pflegekasse bzw. den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Bei unversicherten Personen übernimmt das ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts, der vom Sozialamt beauftragt wurde.
  • Der Betroffene selbst und auch Verwandte in direkter Linie können die nötigen Mittel für die Pflegeheimkosten nicht aufbringen. Wer Hilfe zur Pflege beantragt, muss deshalb Einkommen und Vermögen gegenüber dem Sozialhilfeträger offenlegen, gleiches gilt für die Verwandten in direkter Linie.

immoverkauf24 Info:

Ansprechpartner für die „Hilfe zur Pflege“ sind wahlweise das örtliche Sozialamt oder Pflegestützpunkte, die es in allen Bundesländern gibt.

Elternunterhalt

Kann der Pflegebedürftige selbst die Pflegeheimkosten nicht tragen, hat er aber Kinder, kann das Sozialamt unter bestimmten Voraussetzungen die Kinder in die Pflicht nehmen. Denn zwar übernimmt zunächst das Sozialamt die Pflegeheimkosten eines Bwohners, jedoch prüft die Behörde, ob sie sich die Ausgaben ggf. bei Kindern oder anderen Verwandten zurückholen kann. Denn Kinder sind im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten dazu verpflichtet, für den Unterhalt der Eltern (mit-) zu sorgen. Dazu müssen diese ihr Einkommen und Vermögen offen legen. Alleinstehenden Kindern wird ein Selbstbehalt von derzeit monatlich 1.800 Euro zugebilligt. Bei Ehepaaren sind es 3.240 Euro. Für alleinstehende Kinder gilt: Liegt das bereinigte Nettoeinkommen über diesem Selbstbehalt, ist die Hälfte der Differenz als Elternunterhalt zu zahlen.

Das bereinigte Nettoeinkommen ergibt sich aus dem Nettogehalt abzüglich einiger Aufwendungen:

  • für berufsbedingte Aufwendungen wie etwa Fahrtkosten
  • für krankheitsbedingte Aufwendungen oder solche zur Krankenvorsorge
  • für Verbindlichkeiten im Rahmen einer Baufinanzierung
  • für Aufwendungen für die private Altersvorsorge (bis zu fünf Prozent des Bruttoeinkommens)
  • für Kosten, die druch regelmäßige Besuche des Elternteils anfallen

Unterhaltszahlungen für Kinder und Ehepartner haben Vorrang vor einem etwaigen Elternunterhalt und können ebenfalls von Nettoeinkommen abgezogen werden.

Die Rechnung lautet wie folgt:

Bereinigtes Nettoeinkommen – Selbstbehalt = Summe x ½ = Elternunterhalt

Weitere Kosten, wie etwa Mietzahlungen, sind bereits im Selbstbehalt enthalten und können nicht zusätzlich abgezogen werden.

immoverkauf24 Tipp:

Wenn Kinder von Pflegebedürftigen eine Aufforderung zur Zahlung von Elternunterhalt erhalten, sollten sie sich nicht auf die Berechnungen des Sozialamtes verlassen. Denn die Ermittlung des Elternunterhaltes ist durchaus komplex, meist gibt es eine Menge abzugsfähiger Kosten, die das Amt nicht berücksichtig hat. Es lohnt sich deshalb häufig, die Hilfe eines Anwalts für Sozialrecht in Anspruch zu nehmen, da sich die Zahlungen häufig deutlich reduzieren lassen.

7. Für wen eignet sich ein Pflegeheim?

Häufig möchten Pflegebedürftige so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden verbleiben. Manchmal ist ein Seniorenheim jedoch sowohl für Betroffenen selbst als auch ihre Angehörigen die bessere Wahl. Folgende Aspekte können für ein Pflegeheim sprechen:

  • Wenn der Pflegebedürftige allein lebt und nur wenige Kontakte pflegt, aber mehr Austausch wünscht.
  • Wenn die Wohnung oder das Haus des Pflegebedürftigen für die häusliche Pflege nicht geeignet ist (beispielsweise, weil ein Raum für eine Pflegekraft fehlt, die vor Ort wohnen könnte).
  • Wenn Angehörige oder andere private Pflegepersonen nicht in der Nähe wohnen und/oder keine Kapazitäten haben, die Pflege zu übernehmen.
  • Wenn der Pflegebedarf sehr hoch ist und medizinische Umstände für einen stationären Aufenthalt sprechen.
  • Wenn eine fortschreitende Demenz vorliegt

immoverkauf24 Info

Gibt es noch Mehrbettzimmer in Pflegeheimen?

Ja, es gibt sie noch, jedoch ist seit dem 1. August 2018 für Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent für Pflegeheime verpflichtend. Deshalb muss kein Bewohner den Auszug fürchten, jedoch dürfen Doppelzimmer seitdem nicht neu belegt werden. Nur für die Kurzzeitpflege ist dies möglich. Den Pflegeheimen steht eine Übergangsfrist bis 2021 zur Verfügung, in denen sie die notwendigen Umbauten vornehmen könnten. In Niedersachsen ist eine entsprechende Regelung geplant, in anderen Bundesländern gibt es weiterhin Zimmer mit Mehrfachbelegung.

8. Was zeichnet ein gutes Pflegeheim aus?

Rund 14.000 Pflegeheime mit etwa 930.000 Pflegeheimplätzen gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamts derzeit bundesweit (Stand: Oktober 2018). Doch welches Altenheim eignet sich für die konkreten Bedürfnisse eines Pflegebedürftigen am besten? Welches Seniorenheim vermittelt das Gefühl, pflegebedürftige Angehörige in guten Händen zu wissen? Was ist bei der Auswahl wichtig? Zunächst ist es ratsam, eine Vorauswahl zu treffen: Welche Heime kommen grundsätzlich aufgrund der Lage, der Ausstattung, des Betreuungsschlüssels und der Kosten in Frage?

immoverkauf24 Tipp:

Eine vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz geförderte Datenbank bietet die Webseite www.heimverzeichnis.de mit Einträgen zu bundesweit mehr als 12.000 Altenheimen, Pflegeeinrichtungen und Seniorenresidenzen.

Besuch einer Pflegeeinrichtung

Die Kosten eines Pflegeheims sind abhängig vom jeweiligen Heim und vom Bundesland. Grenzt der Wohnort an ein anderes Bundesland, kann es gegebenenfalls auch sinnvoll sein, das Leistungsangebot in beiden Ländern zu vergleichen. Unter Umständen bietet es sich an, ein Pflegeheim dort auszuwählen, wo der Betreuungsschlüssel günstiger für die Pflege ist.

Die Ausstattung der Einrichtungen kann ebenfalls von Pflegeheim zu Pflegeheim unterschiedlich sein. Wo ist das Mitbringen eigener Möbel erlaubt, wo nicht? Auch dies kann bei der Entscheidung für ein Pflegeheim für den Pflegebedürftigen wichtig sein. Das Angebot an Gemeinschaftsaktivitäten und der Serviceleistungen im Allgemeinen sollte ebenfalls verglichen werden. Entscheidend ist nach der Vorauswahl jedoch, die infrage kommenden Einrichtungen selbst zu besuchen.

Einige Tipps, worauf Interessenten beim Besuch eines Pflegeheims achten sollten:

Vor Ort sollte man ...

  • sich die Zimmer und Gemeinschaftsräume anschauen,
  • wenn möglich das Essen probieren und sich die Speisepläne anschauen,
  • auf den Geruch achten,
  • nach dem Unterhaltungsprogramm fragen,
  • mit Bewohnern sprechen und darauf achten, ob diese offen und agil oder apathisch wirken,
  • mit Pflegern und auch der Heimleitung sprechen,
  • mit Angehörigen von Heimbewohnern sprechen und
  • nach der Anzahl Bewohner pro Pflegekraft fragen und
  • nicht zuletzt auch das Bauchgefühl beachten.

immoverkauf24 Tipp:

In einigen Pflegeheimen kann auch ein Probewohnen möglich sein – Interessenten und Angehörige sollten im jeweiligen Pflegeheim nachfragen. Genauso kann es sinnvoll sein, ein in Frage kommendes Pflegeheim im Rahmen der Kurzzeitpflege kennenzulernen. Dabei können sich nicht nur die Pflegebedürftigen vom Heim, sondern auch die Seniorenheim-Mitarbeiter vom Bewohner einen Eindruck verschaffen.

9. Wer bewertet oder kontrolliert Pflegeheime / Altenheime?

Offizielle Bewertungen von Pflegeheimen sind zwar in Form des sogenannten „Pflege-TÜV“ bzw. der Pflegenoten zugänglich (auf den Homepages der Heime selbst oder auf den Seiten von Krankenkassen – z.B. der Pflegeheimnavigator), jedoch sind die Ergebnisse kaum aussagekräftig. Das Verfahren wird deshalb derzeit überarbeitet. Umgangssprachlich wird mit dem Begriff „Pflege-TÜV“ die Prüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) und des Prüfdienstes des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (Prüfdienst der PKV) von Pflegeheimen bezeichnet. Dabei wird ein Pflegeheim bisher in vier Teilbereichen untersucht:

  • Pflege und medizinische Versorgung
  • Umgang mit demenzkranken Bewohnern
  • Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene.

Der Grund für die Überarbeitung: Zwar vergibt der „Pflege-TÜV“ eigentlich Noten von 1 bis 6. Jedoch wurden fast alle Pflegeheime in der Vergangenheit mit der Note 1 bewertet, lediglich die Nachkommastelle variierte. Bewertet vom TÜV wurde vor allem die richtige Dokumentation von Leistungen durch die Heime, und nicht die tatsächliche Pflege und das Befinden der Bewohner. Zudem können Defizite bei der Versorgung durch Kriterien wie eine gute Dokumentation oder gut lesbare Speisekarten ausgeglichen werden. Das soll sich beim neuen Verfahren ändern und Unterschiede zwischen den Pflegeheimen auch sichtbar werden. Mit dem neuen „Pflege-TÜV“ ist nach Aussage der Bundesregierung Ende 2019 zu rechnen (Stand: Oktober 2018).

Solange das neue Bewertungsverfahren noch nicht greift, müssen Interessenten und Angehörige auf die persönliche Prüfung eines Pflegeheimes setzen. Denn andere Bewertungen im Netz sind kaum verlässlich, da sie häufig von den Unternehmen selbst vergeben werden.

immoverkauf24 Tipp:

Auskunft über Pflegeheime erteilen neben den Pflegekassen auch Senioren- und Pflege-Stützpunkte in der Umgebung.

10. Pflegeheim: Welche rechtlichen Grundlagen und gesetzlichen Anforderungen gibt es?

Bewohner von Pflegeheimen schließen vor Einzug mit dem Betreiber der Einrichtung einen sogenannten Heimvertrag ab. Dessen Inhalte werden durch das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) geregelt, auch Heimgesetz genannt. Dabei handelt es sich um ein Verbraucherschutzgesetz, das für alle Verträge zwischen Pflegeeinrichtungen und Verbrauchern greift, bei denen die Überlassung von Wohnraum mit der Bereitstellung von Pflegeleistungen verbunden ist. Einige der wesentlichen Anforderungen des WBVG an Heimverträge:

  • Die Betreiber müssen den künftigen Bewohnern vorvertragliche Informationen über Leistungen und Entgelte bereitstellen, und zwar in leicht verständlicher Sprache.
  • Die Verträge zwischen Verbrauchern und Anbietern werden schriftlich abgeschlossen und gelten auf unbestimmte Zeit. Befristungen im Vertrag sind nur dann möglich, wenn sie den Interessen der Bewohner nicht widersprechen.
  • An die Verträge zwischen Anbietern und Verbrauchern stellt das WBVG hohe Anforderungen, sowohl an die inhaltliche Ausgestaltung als auch an den Umfang: So müssen Leistungen und Entgelte detailliert aufgeschlüsselt werden und eine Erklärung über die Bereitschaft zur Teilnahme an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle enthalten.
  • Die vertraglich fixierten Entgeltzahlungen müssen angemessen sein, eine Erhöhung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • Änderungen beim Pflege- oder Betreuungsbedarf müssen auch im Vertrag festgehalten werden.
  • Für die Bewohner der Pflegeheims gilt ein ordentliches und außerordentliches Kündigungsrecht, die Möglichkeiten des Anbieters zu kündigen sind hingegen eingeschränkt.
  • Vereinbarungen, die zum Nachteil der Verbraucher von den Regelungen des WBVG abweichen, sind unwirksam.

Bauliche Anforderungen an Pflegeheime sind in der Heimmindestbauverordnung geregelt. Diese legt u.a. die Größe der Zimmer in Pflegeheimen fest, wie die Beleuchtung, Flure und Böden gestaltet sein müssen oder wie die technische und sanitäre Ausstattungen sein sollte. Weitere heimrechtliche Regelungen wie die Mindestausstattung baulicher und personeller Art oder die Zuständigkeit der Heimaufsicht, sind inzwischen von den meisten Bundesländern in Landesgesetzen geregelt. Auch die in Pflegeheimen geltenden Hygienevorschriften werden von den einzelnen Bundesländern vorgeschrieben, basierend auf Infektionsschutzgesetz.

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