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Barrierefreies Bad

Ein barrierefreies Bad kann das Wohnen im Alter oder im Krankheitsfall erheblich erleichtern – und ist zudem für viele Senioren eine wichtige Voraussetzung, um so lange wie möglich selbstbestimmt zuhause wohnen zu bleiben. Aber was macht ein barrierefreies Bad aus? Welche Voraussetzungen müssen für den Bau bzw. Umbau eines barrierefreien Badezimmers gegeben sein und welche Fördermittel für die Umgestaltung des Badezimmers gibt es? immoverkauf24 klärt auf.

immoverkauf24 Tipp:

Immobilienbesitzer, die nur wenig Rente beziehen, können mit Hilfe einer Leibrente zuhause wohnen bleiben, ihre Rente aufstocken und ggf. ihr Zuhause barrierefrei umgestalten.

1. Was ist ein barrierefreies Bad?

Was Barrierefreiheit in gesetzlicher Hinsicht bedeutet, definiert das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG).  Was barrierefreies Wohnen, Planen und Bauen bedeutet, ist in der DIN 18040 geregelt. Die DIN 18040-1 regelt die barrierefreie Gestaltung im öffentlichen Raum. Die bauliche Ausgestaltung von barrierefreiem Wohnraum gibt die DIN 18040-2 vor, so auch die barrierefreie Gestaltung des Bades. DIN-Normen sind genaugenommen rechtliche Empfehlungen, die nicht zwingend sind. Landesregierungen können jedoch die Einhaltung dieser Normen in ihren Bauordnungen fordern und sie so zu verbindlich geltendem Recht machen.

immoverkauf24 Info:

Barrierefreiheit nach § 4 BGG

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) definiert Barrierefreiheit in Paragraph 4 des BGG wie folgt: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

Ein barrierefreies Bad ist so gestaltet, dass der Raum sowie alle sanitären Einrichtungen von Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden können, ggf. durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie Haltegriffen oder verstellbarem Duschsitz. So gibt es in barrierefreien Badezimmern zum Beispiel keine Stufen. Zudem bietet ein barrierefreies Bad mehr freie Fläche als ein herkömmliches Badezimmer. Das gilt sowohl für die Breite der Türen und deren Beschaffenheit sowie für die Bewegungsflächen vor Waschtisch, Dusche und WC, als auch für die Abstände zwischen den einzelnen Sanitäranlagen oder Armaturen.

Die DIN 18040-2 schreibt noch viele weitere Kriterien für ein barrierefreies Bad vor, jedoch reichen für den privaten Wohnbereich auch einige wesentliche Anpassungen. Für viele ältere Bewohner ist etwa der Umbau von der Badewanne wesentlich sowie Haltegriffe in der Dusche und neben dem WC.

2. Was bedeutet barrierefreies Bad nach DIN 18040-2?

barrierefreies Bad

Diese Bedingungen müssen laut DIN 18040-2 in einen barrierefreied Bad in Wohnungen gegeben sein:

  • Platzangebot / Raum:

Die Themen Platz und Bewegungsfreiheit spielen im barrierefreien Bad eine wichtige Rolle: Als barrierefrei gilt ein Bad, wenn zwischen den einzelnen Sanitärelementen mindestens 20 cm Platz zur Verfügung stehen. Der Abstand zwischen Sanitärelementen und Wand muss ebenfalls mindestens 0,20 m betragen. Vor den einzelnen Sanitäranlagen wie Dusche und Toilette ist eine Bewegungsfläche von mindestens 1,20 x 1,20 m durch die DIN 18040-2 vorgegeben.

Für rollstuhlgerechte Badezimmer gilt die 18040-2 R, die noch einmal höhere Anforderungen an Wohnungen stellt: So etwa Bewegungsflächen von 1,50 x 1,50 m vor den Sanitärelementen, eine Abstand von 0,30 m zwischen Wand und WC und 0,90 m Freiraum auf der anderen Seite der Toilette.

barrierefreies Bad
  • barrierefreie Türen:

Die DIN 180-2 sieht eine Türbreite von 0,80 m vor. Für Rollstuhlfahrer sollte die Tür 0,90 m breit sein. Als barrierefrei gilt ein Bad nur, wenn sich die Tür nach außen öffnen lässt. Denn so können Helfer auch von außen ungehindert Zugang zum Bad bekommen. Gleiches gilt für etwaige Türschlösser. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie im Notfall auch von außen geöffnet werden können.

  • barrierefreier Waschtisch:

Bei einer barrierefreien Waschgelegenheit braucht der Nutzer Beinfreiheit unter dem Waschtisch. Für ein rollstuhlgerechtes Bad muss der Waschtisch bzw. das Waschbecken unterfahrbar sein und Beinfreiraum in 0,90 m Breite bieten. So ist es Bewohnern möglich, sich im Sitzen zu waschen. Um ein Waschbecken unterfahrbar zu gestalten, müssen die Ableitungen entweder unter Putz verlegt werden. Eine Alternative bietet das sogenannte Flach-Aufsitz-Siphon, welches nur wenig Platz unterhalb des Waschbeckens erfordert. Rollstuhlgerechte Waschtische werden in maximal 0,80 m Höhe angebracht. Neben den Waschtischen müssen im barrierefreien Bad Stützgriffe angebracht werden. Sie sollten eine Stützlast von mindestens 100 Kilogramm aufweisen.

immoverkauf24 Tipp:

In vielen Wohnungen ist Platz Mangelware und in Badezimmern sind freie Bewegungsflächennur begrenzt vorhanden. Es lässt sich jedoch häufig mehr Freiraum schaffen als auf den ersten Blick möglich erscheint: Durch geschickte Anordnung der Objekte lassen sich auch schmale Badezimmer für Rollator- oder Rollstuhlnutzer optimieren, denn die DIN 18040-2 erlaubt, dass sich Bewegungsflächen überlagern. So kann die Duschfläche als Wendefläche miteinbezogen werden und durch unterfahrbare Objekte entsteht ebenfalls mehr Bewegungsraum. Das Ergebnis sollte auf jeden Fall derart sein, dass die Badnutzer mit Stützhilfen wie Rollatoren sich drehen können und nicht rückwärts gehen müssen.

  • barrierefreie Armaturen:

Die Armaturen im barrierefreien Bad müssen einfach zu bedienen sein. Empfehlenswert sind deshalb Einhebelmischer mit einem möglichst langen Bedienelement. Wer es noch einfacher wünscht, sollte sich für berührungslose Armaturen entscheiden. Sie ermöglichen eine Bedienung über einen optischen Sensor. Wichtig: Berührungslose Armaturen eignen sich nicht für sehgeschädigte Menschen. Zudem erlauben sie nur eine Temperatur von maximal 45 Grad Celsius. Ob Einhebelmischer oder sensorgesteuerte Armatur, in jedem Fall sollte in einem barrierefreien Badezimmer der Wasserauslauf schwenkbar sein.

  • Stützgriffe:

Neben den Waschtischen müssen im barrierefreien Bad Stützgriffe angebracht werden. Sie sollten eine Stützlast von mindestens 100 Kilogramm aufweisen.

immoverkauf24 Tipp:

Für den Umbau zu einem barrierefreien Bad kann bei vorliegendem Pflegegrad ein Zuschuss von der Pflegekasse genutzt werden. Für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, darunter fallen auch Treppenlifte oder fest verbaute Rollstuhlrampen, stellt die Pflegeversicherung bis zu 4.000 Euro pro Person und Maßnahme zur Verfügung. Eine Maßnahme kann auch mehrere Umbauten zu einem Zeitpunkt umfassen. Voraussetzung ist, dass die Umbaumaßnahmen die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen erhöhen und/oder die Pflege erleichtern oder ermöglichen. Weitere Infos zur Finanzierung eines barrierefreien Bades unter "7. Förderung: Welche Zuschüsse gibt es beim Umbau zu einem barrierefreien Bad?"

  • barrierefreie Spiegel:

Die DIN 18040-2 schreibt das Anbringen eines mindestens einen Meter hohen Spiegels unmittelbar über dem Waschtisch vor. Für Rollstuhlfahrer eignen sich zum Beispiel schwenkbare Kippspiegel.

  • Barrierefreies WC:

Zu einem rollstuhlgerechten WC gehören hochklappbare Stützgriffe zu beiden Seiten, aber auch für ältere Bewohner, die noch gut zu Fuß sind, sind sie sehr hilfreich. Weitere Vorgabe ist eine Rückenlehne im Abstand von 0,55 Metern von der WC-Vorderkante. In der Regel ist diese Rückenlehne bereits durch die Zimmerwand gegeben. Für die Höhe des barrierefreien WCs gibt es einen gewissen Spielraum. So sollte der Sitz auf einer Höhe zwischen 46 und 48 Zentimetern angebracht werden. Dabei gilt die Regel: Je niedriger der WC-Sitz angebracht ist, umso schwieriger ist das Aufstehen für hilfsbedürftige Personen.

immoverkauf24 Info

Begriffsdefinition: Was heißt barrierefrei, altengerecht oder seniorengerecht?

Im Alltag werden die Begriffe "barrierefrei", "behindertengerecht" oder auch "altengerecht" und "seniorengerecht" oft synonym verwendet. Im Gegensatz zum Begriff "barrierefrei" sind die anderen Begrifflichkeiten jedoch nicht definiert - weder rechtlich noch durch eine DIN-Norm. Jedoch muss eine seniorengerechte Wohnung oder ein seniorengerechtes Badezimmer nicht zwangsläufig auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein.

Die Begrifflichkeiten im Überblick:

  • Seniorengerecht / Altengerecht: Die Begriffe sind gesetzlich nicht definiert. Häufig werden sie genutzt, um zu beschreiben, dass ein Badezimmer zwar über Hilfsmittel und Einrichtungsgegenstände verfügt, die die Nutzung im Falle von Alter, Krankheit oder Hilfsbedürftigkeit erleichtern. Dazu gehören zum Beispiel breitere Türen oder die Ausstattung mit Haltegriffen. Die Vorschriften gemäß DIN 18040-2 sind jedoch nicht erfüllt.
  • Barrierefrei: Die Vorgaben der DIN 18040 für ein barrierefreies Bad sind erfüllt. Die Nutzung aller sanitären Einrichtungsgegenstände ist auch mit körperlichen Einschränkungen möglich. Die Maße und Abstände nach DIN 18040 werden eingehalten.
  • Barrierearm: Der Begriff wird dann benutzt, wenn die Bauausführung an die DIN-Vorschriften für barrierefreies Bauen angelehnt ist, aber etwa aufgrund der vorhandenen Bausubstanz oder des Platzangebots nicht in letzter Konsequenz DIN-gerecht erfüllen lässt. Für die alltägliche Nutzung von Bädern in Privatwohnungen ist die barrierearme Gestaltung häufig ausreichend.
Barrierefreies Badezimmer
  • Barrierefreie Dusche:

Eine barrierefreie Dusche kommt ohne Stufen oder sonstige Hindernisse im Einstiegsbereich aus. Erlaubt ist ein Niveauunterschied von maximal zwei Zentimetern zum umliegenden Boden. Zudem schützt ein rutschhemmender Bodenbelag vor etwaigen Stürzen beim Einstieg oder Verlassen der Dusche. Vorgeschrieben sind außerdem belastbare Haltegriffe in der Dusche sowie ein Duschsitz, der sich hochklappen lässt. Analog zum barrierefreien WC sollte der Sitz auf einer Höhe von 0,46 bis 0,48 Metern vom Boden aus angebracht werden. Die seitlich hochklappbaren Stützgriffe sollten zu beiden Seiten des Sitzes angebracht werden. Für den Zwischenraum sind 65 bis 70 Zentimeter Platz vorgeschrieben. Der Klappsitz sollte zudem eine Tiefe von mindestens 45 Zentimetern aufweisen. Zudem sollte der Klappsitz für eine Stützlast von mindestens 100 Kilogramm geeignet sein.

  • barrierefreie Armaturen in der Dusche:

Auch für die der Armaturen in der Dusche gilt es einen Einhebelmischer zu verwenden, der in einer Höhe von 0,85 Metern vom Boden aus angebracht wird. So kann die Armatur sowohl im Sitzen als auch im Stehen problemlos bedient werden.

  • Barrierefreie Badewanne:

Die DIN 18040-2 empfiehlt, dass ein nachträgliches Aufstellen einer Badewanne im Bereich der Dusche möglich sein sollte, für ein rollstuhlgerechtes Bad ist dies Pflicht. Die bequemste Möglichkeit für ein barrierefreies Vollbad stellt eine Badewanne mit seitlicher Tür dar. Der Nachteil: Das Wasser kann erst eingelassen werden, wenn der Nutzer in der Wanne sitzt und die Tür verschlossen ist. Eine Alternative zur Badewanne mit Tür ist ein Wannenlifter – für ein rollstuhlgerechtes Bad ist er verbindlich. Die einfachste Variante ist der Stuhllifter, der zum Einstieg in die Badewanne nach oben gefahren wird und dann in die Wanne hinabgelassen wird. Weniger sperrig sind sogenannte Sitztuchlifter, die den Nutzer auf den Boden der Badewanne absenken. Auch Badekissen, die in etwa auf die Höhe der Badewanne aufgepumpt werden, erleichtern den Einstieg in die Badewanne. Bei einer barrierefreien Badewanne sind außerdem belastbare Stützgriffe hilfreich.

  • Visuelle Gestaltung:

Die DIN 18040 sieht vor, dass sich Ausstattungselemente in einem barrierefreien Badezimmer auch optisch von der Umgebung abheben. Das gelingt zum Beispiel durch den Einsatz kontrastreicher Farben und einer ausreichenden Beleuchtung.

immoverkauf24 Tipp:

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3. Was sind die Voraussetzungen für ein barrierefreies Bad?

Wer ein barrierefreies Bad gestalten möchte, sollte prüfen, ob die nötigen Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehören:

  • Platzangebot: Reichen die Quadratmeter im Badezimmer aus, um ausreichend Bewegungsfläche zu schaffen? Wenn das Bad nicht genügend Platz bietet und größere Umbaumaßnahmen eine Option sind, sollte das Platzangebot insgesamt geprüft werden. Eine Option könnte es dann sein, die Wände im Wohnraum entsprechend zu versetzen. Das erfals auch umfangreichere finanzielle Investitionen. 
  • Beschaffenheit der Wände: Sind die Wände solide und stabil genug, um Haltegriffe, die unter Umständen einer hohen Belastung ausgesetzt werden, anzubringen?
  • Finanzieller Spielraum: Sind ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, um die gewünschten Maßnahmen umsetzen zu können?
  • Genehmigung: Handelt es sich um eine eigene Immobilie oder müssen barrierefreie Umbauten mit dem Hauseigentümer abgestimmt werden?

immoverkauf24 Info:

Was heißt "behindertengerechtes Bad"?

Erfüllt ein Badezimmer die Vorgaben für ein barrierefreies Bad, heißt das nicht automatisch, dass es zum Beispiel auch von Rollstuhlfahrern ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Im Baurecht wird anstelle des Begriffes "behindertengerecht" der Begriff "rollstuhlgerecht" verwendet. Die DIN 18040-2 sieht für rollstuhlgerechte Badezimmer noch einmal größere Flächen vor. Die Vorgaben im Einzelnen:

  • Bewegungsflächen: 1,5 Meter Mal 1,5 Meter vor WC, Waschtischen, Badewanne und in der Dusche
  • Badezimmertür: 0,9 Meter Breite
  • WC: 0,9 Meter Bewegungsfläche auf einer Seite und 0,3 Meter Abstand bis zur Wand; Sitzhöhe: 46 bis 48 Zentimeter
  • Waschtisch: erforderliche Beinfreiheit von 0,9 Metern Breite und 0,55 Metern Tiefe; maximale Einbauhöhe von 0,8 Metern; Kniefreiheit
  • Armatur: maximal 0,4 Meter Abstand zur Vorderkante vom Waschbecken

4. Was ist bei der Planung eines barrierefreien Bades wichtig?

Haltegriffe barrierefreies Badezimmer

Wer ein barrierefreies oder barrierearmes Bad plant, sollte einige Fragen klären, bevor die Handwerker an die Arbeit gehen. So sollten Bauherren entscheiden, welchen Anforderungen das Bad genügen soll. Ist das Badezimmer konkret für den einen tatsächlichen Pflegefall vorgesehen, dann richten sich die Anforderungen nach den konkreten Bedürfnissen des Betroffenen.

Wem die Anforderungen der DIN 18040-2 zu hoch sind oder wer bei einer Renovierung des Badezimmers zunächst für mehr Komfort und eine einfache Bedienbarkeit sorgen möchte, kann das Bad auch teilweise barrierefrei umbauen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Frage, ob für die Baumaßnahme öffentliche Fördermittel zum Einsatz kommen sollen. In diesem Fall sind die Vorgaben des jeweiligen Geldgebers zwingend einzuhalten. So hat etwa die KfW-Bank eigene Standards für das altersgerechte Umbauen definiert, etwa den Standard "altengerechtes Haus", der Fördermittel für umfängliche Umbauten im gesamten Haus bzw. in der der gesamten Wohnung bereitstellt. Es sind jedoch auch einzelne Fördermaßnahmen für den teilweise barrierefreien Umbau möglich. Wer unsicher ist, ob er alle Vorschriften einhält, sollte sich im Vorfeld professionell beraten lassen.

5. Wie lässt sich ein Bad teilweise barrierefrei umbauen?

Ein barrierefreies Bad nach DIN-Standards erfordert meist umfassendere Baumaßnahmen, etwa den Umbau einer Badewanne zu einer begehbaren Dusche. Wenn umfangreiche Investitionen in die Gestaltung eines barrierefreien Badezimmers jedoch nicht möglich oder nicht notwendig sind, lässt sich auch mit wenig Aufwand eine teilweise Barrierereduzierung erreichen. Soll das Bad für eine nur leicht hilfsbedürftige Person eingerichtet und ohne Verwendung von öffentlichen Fördermitteln gestaltet werden, genügt schon ein überschaubares Budget. Die Zuschüsse der Pflegekasse für die Wohnraumanpassung sind zudem auch nicht an eine barrierefreie Gestaltung nach DIN-Norm gebunden und können für mehrere Wohnraumanpassungen genutzt werden.

Diese Umbauten verschaffen mehr Sicherheit im Bad und erfordern nur einen geringen Aufwand:

  • Haltegriffe: Haltegriffe an Wänden, gegebenenfalls neben dem Waschtisch, in der Dusche und an der Badewanne.

  • Einstiegshilfen: Beim Einstieg in die Dusche oder Badewanne helfen schon handelsübliche Stufen, die es zum Teil auch mit Haltegriffen gibt. Dadurch lässt sich zum Beispiel der sehr viel aufwändigere Bau einer bodenebenen Dusche vermeiden.

  • Bodenbelag: Ein rutschhemmender Bodenbelag lässt sich schon durch entsprechende Aufkleber für Bodenfliesen sowie den Duschboden schaffen.

  • Beleuchtung: Ein Austausch der Leuchtmittel reicht oftmals schon aus, um das Badezimmer heller und damit übersichtlicher zu gestalten.

  • Kippspiegel: Statt eines schwenkbaren Spiegels lassen sich vorhandene Spiegel mit Hilfe von Kippspiegelhalterungen mit wenigen Handgriffen zum Kippspiegel umgestalten.

  • Platzangebot: Um Bewegungsfreiheit zu schaffen, sollten überflüssige Möbelstücke wie Kommoden oder Ablagen aus dem Bad entfernt und gegebenenfalls durch platzsparende Regale ersetzt werden.

6. Was kostet ein barrierefreies Bad / ein barrierearmes Bad?

Die Kosten für ein barrierefreies Bad sind abhängig von der gewünschten Ausstattung, den gewählten Materialien und von den baulichen Gegebenheiten wie der Raumgröße. Wer eine umfassende Umgestaltung des Badezimmers plant, sollte sich in jedem Fall von einem Fachmann über die Möglichkeiten und anfallenden Kosten beraten lassen. Grob kalkuliert kostet die barrierefreie Umgestaltung eines 6 Quadratmeter großen Badezimmers rund 8.000 Euro.

Darin enthalten sind ...

  • das Entfernen und Entsorgung der vorhandenen Sanitäranlagen
  • der Bau einer bodenebenen Dusche
  • der Einbau eines WCs in entsprechender Höhe, inklusive Stützklappgriffe und Vorwand-Installations-Element
  • die Installation eines unterfahrbaren Waschtisches mit Unterputzsiphon oder Flachaufputzsiphon
  • der Einbau eines neuen Heizkörpers
  • der Einbau eines rutschhemmenden Bodenbelags
  • die Kosten für Maler-, Fliesen-, Elektro- und Sanitärarbeiten

Zusätzliche Kosten können anfallen für ...

  • das Versetzen von Wänden, um mehr Fläche zu schaffen
  • der Austausch der Tür
  • der Einbau einer Fußbodenheizung
  • spezielle Bedienelemente, z.B. elektrischer Fensterantrieb

Wer sein Badezimmer mit einfachen Mitteln für die Bedürfnisse im Alter gestalten möchte, kann Kosten sparen. So lässt sich ein teilweise barrierefreies Badzimmer mit geringem Geldeinsatz umbauen:

Hilfsmittel / Umbauten Kosten

Haltegriffe: Einfache Haltegriffe für Bad, WC und Dusche

ab 16 Euro
Stützgriffe: Klappbare Stützgriffe zum Anbringen neben dem WC ab 50 Euro

Duschstuhl: Anstelle eines klappbaren WC-Sitzes eignet sich auch ein einfacher Duschstuhl oder Hocker für die Dusche

rund 100 Euro
Einstiegshilfe: Eine Einstieghilfe für die Badewanne oder Dusche mit Haltegriffen ab 50 Euro aufwärts
Bodenbelag: Rutschhemmend wirken schon handelsübliche Weichschaummatten. Diese sind z.B. in Fachmärkten oder online erhältlich bei einer Größe von 0,65 Meter x 1,4 Meter: ab 12 Euro
Beleuchtung: Austausch der Leuchtmittel im Bad: je nach Beschaffenheit der neuen Leuchtmittel und etwaigem Arbeitsaufwand durch Elektro-Arbeiten ca. 100 bis 200 Euro
Kippspiegel: Handelsübliche Kippspiegelhalterungen

ab 25 Euro aufwärts pro Stück

Bei den hier angegebenen Preisen handelt es sich um grobe Richtwerte, von denen die Preise bei der individuellen Umgestaltung des Bades abweichen können.

7. Förderung: Welche Zuschüsse gibt es beim Umbau zu einem barrierefreien Bad?

Wer ein Bad barrierefrei umgestalten möchte, kann auf vielfältige Fördermöglichkeiten zurückgreifen. Neben Bund und Ländern stellen je nach Region auch Kommunen oder Landkreise eigene Fördermittel zur Verfügung. Wer öffentliche Fördermittel beziehen möchte, sollte sich umfassend beraten lassen. Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die gängigsten Förderprogramme:

Geldgeber Programm Förderung Voraussetzung

Kreditanstalt für Wiederaufbau / KfW-Bank

159 Altersgerecht Umbauen - Kredit

Bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung, z.B. Änderung der Raumaufteilung des Bades; Schaffung bodengleicher Duschplätze; Modernisierung von Badobjekten; Einbau von Stütz- und Haltesystemen Vielfältige technische Mindestanforderungen, z.B. an die Raumgröße, Größe der Bewegungsflächen, an die Abstände zwischen den Sanitärobjekten, Höhe der Sanitärobjekte und vieles mehr. Beratung zwingend erforderlich!

Kreditanstalt für Wiederaufbau / KfW-Bank

455 Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss- Barrierereduzierung

Bis zu 6.250 Euro Zuschuss je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung, z.B. Änderung der Raumaufteilung des Bades; Schaffung bodengleicher Duschplätze; Modernisierung von Badobjekten; Einbau von Stütz- und Haltesystemen Vielfältige technische Mindestanforderungen, z.B. an die Raumgröße, Größe der Bewegungsflächen, an die Abstände zwischen den Sanitärobjekten, Höhe der Sanitärobjekte und vieles mehr. Beratung zwingend erforderlich!
Pflegekasse, Pflegeversicherung

Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen

Zuschuss in Höhe von maximal 4.000 Euro für z.B. Einbau einer ebenerdigen Dusche, von Stützgriffen, eines höhenverstellbaren WC uvm. Feststellung eines Pflegegrades und Nachweis der Notwendigkeit der Maßnahme zum Erhalt der Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen

Krankenkasse

Hilfsmittelverordnung der Krankenkasse Kostenübernahme von bestimmten Hilfsmitteln, z.B. Toilettensitzerhöhung, Stützklappgriffe, mobiler Duschhocker, Badewannenlift Ärztliche Verordnung vom Haus- oder Facharzt mit genauer Bezeichnung des Hilfsmittels

Stiftungen

je nach Stiftung z.T. volle Kostenübernahme bei bestimmten Maßnahmen Oftmals richten sich Stiftungen an Menschen mit ganz bestimmten Erkrankungen, z.B. Personen, die an Multipler Sklerose erkrankt sich; Stiftungssuche auf www.stiftungen.org

Sozialhilfeträger

Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II Übernahme der Kosten für notwendige Umbauten Nachweis, dass andere Förderungen ausgeschöpft sind; Einreichen aller Kostenvoranschläge; Nachweis, dass alternativ keine barrierefreie Wohnung zur Verfügung steht

Eingliederungshilfe

Leistungen für Wohnraum

Kostenübernahme für Umbauten im Badezimmer

Nachweis, dass alle anderen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft sind; medizinisch absolut notwendige Umbauten; Einkommens- und Vermögensgrenzen

Darüber hinaus gibt es in den einzelnen Bundesländern verschiedenste Förderprogramme zum barrierefreien Bauen und Umbauen. Eine Übersicht gibt es auf "einfach teilhaben" - dem Webportal für Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen, Verwaltungen und Unternehmen.

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