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Hausnotruf: Der Notrufknopf für die schnelle Hilfe im Ernstfall

„Ich stürze und kann niemanden benachrichtigen“ – das ist die Angst von vielen Senioren, die alleine Zuhause leben. Ein Notrufknopf oder Hausnotruf ist deshalb für viele ein wichtiger Sicherheitsaspekt für das barrierefreie Wohnen zuhause. Doch welche Hausnotrufsysteme gibt es? Was kostet ein Notrufknopf und gibt es Zuschüsse? Was ist bei der Auswahl wichtig? Ein Überblick sowie eine kostenlose Checkliste Hausnotruf für die Auswahl des passenden Hausnotruf-Systems von immoverkauf24.

1. Was ist ein Hausnotruf / Notrufknopf?

Hausnotruf

In Notfallsituationen können Senioren mit Hilfe eines Hausnotrufs eine Meldung an eine Notrufzentrale über einen Funksender schicken, ohne dass sie ein Telefon erreichen und eine Notrufnummer wählen müssen. Der Notrufknopf wird in der Regel am Körper getragen, durch das Drücken wird der Notruf abgesetzt. Es gibt auch Hausnotruf-Modelle, die ohne Knopfdruck einen Notruf aktivieren – etwa, wenn das Notruf-System durch Sensoren einen Sturz registriert.

Geht ein Notruf ein, nimmt ein Mitarbeiter in der Notrufzentrale über eine Freisprechanlage Kontakt mit dem Hilfsbedürftigen auf und leitet die erforderlichen Schritte ein. Das kann die Verständigung eines Rettungswagens oder eines Angehörigen sein. Bekommt der Mitarbeiter keine Reaktion vom Notrufknopf-Nutzer, schickt er ebenfalls Hilfe los. Einige Anbieter verständigen je nach Situation auch einen eigenen Bereitschaftsdienst, der nach dem Rechten sieht.

Übrigens: Für Immobilieneigentümer, die nur eine schmale Rente beziehen und ihre Wohnumgebung für mehr Sicherheit barrierefrei umbauen möchten, kann sich eine Leibrente lohnen: Denn durch den Immobilienverkauf erhalten die Verkäufer monatliche Leibrenten-Zahlungen oder auch eine Einmal-Zahlung und können dennoch bis zum Lebensende in der Immobilien wohnen bleiben. 

2. Wie funktioniert ein Hausnotruf / Notrufknopf?

Ein klassischer Hausnotruf löst einen Anruf bei einer Notrufzentrale aus, die 24 Stunden besetzt ist, ohne dass ein Telefon erforderlich ist. Und so läuft die Notruf-Kette per Hausnotruf ab:

  • Der Nutzer drückt den Notrufknopf, den er bei sich trägt – etwa in Form eines Armbands, einer Brosche oder an einem Halsband.
  • Wird der Notrufknopf betätigt, geht ein Signal an die genannte Basisstation bzw. Teilnehmerstation in der Wohnung, die an die Telefondose und das Stromnetz angeschlossen ist.
  • Die Teilnehmerstation wählt automatisch die Nummer der Notrufzentrale und dient als Freisprechanlage.
  • Die Mitarbeiter nehmen dann über die Freisprechanlage Kontakt zum Nutzer auf, falls die möglich ist. Die Anlagen sind so eingestellt, dass auch die Kommunikation durch Zimmerwände möglich ist.
  • Die Notrufzentrale schickt einen Rettungswagen los oder aktiviert Angehörige.
  • Der Rettungsdienst trifft nach wenigen Minuten beim Nutzer ein. Je nach Vereinbarung, ist ein Schlüssel beim Nachbarn und leistet erste Hilfe.
So funktioniert ein Hausnotruf

Die Vorteile des Notrufknopfs:

Den Mitarbeitern in der Notrufzentrale liegen alle wichtigen Informationen über den Hilfesuchenden vor, denn es werden bei Einrichtung des Hausnotrufs alle wichtigen Angaben zur Person hinterlegt – darunter die Adresse, Vorerkrankungen oder auch verordnete Medikamente. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn der Hilfesuchende sehr aufgeregt oder verwirrt ist und die Fragen nicht gleich beantworten kann oder nicht sprechfähig ist. Je nachdem, was vorgefallen ist, verständigen die Mitarbeiter der Notrufzentrale beispielsweise den Notarzt oder die Feuerwehr. Welche Informationen die Notrufzentrale erhält, legt der Nutzer vorab fest, wenn er sich für einen Hausnotruf bzw. Notrufknopf entscheidet. Er kann zum Beispiel auch vorgeben, welche Angehörigen über eine App, die sie auf ihrem Smartphone installieren, benachrichtigt werden.

Achtung!

Ist der Hausnotruf nicht direkt an die Notrufzentrale angeschlossen, kann im Ernstfall wertvolle Zeit verloren gehen. Denn wird etwa erst ein Angehöriger verständigt, besteht die Gefahr, dass dieser nicht sofort erreichbar ist. Je nach Gesundheitszustand kommt es jedoch auf jede Minute an.

immoverkauf24 Info: Wie kommt der Rettungsdienst in die Wohnung?

Die Hinterlegung eines Haus- oder Wohnungsschlüssels kann bei vielen Hausnotruf-Anbietern hinzugebucht werden, z.T. jedoch gegen Aufpreis. Der Schlüssel zum Haus oder zur Wohnung kann wahlweise bei Bekannten, Nachbarn oder einem Dienstleister der ambulanten Pflege hinterlegt werden. Der Vorteil: Die Helfer sind schnell in der Wohnung und es entstehen keine Kosten durch Aufbruch der Wohnungstür. Es ist auch möglich, den Schlüssel in einem Schlüsselkasten mit einem digitalen Schloss zu hinterlegen, der sich in der Nähe der Tür befindet. Den Code zum Öffnen teilt die Notrufzentrale dem jeweiligen Helfer mit.

3. Was kostet ein Hausnotruf / Notrufknopf?

Notrufknopf

Einer aktuellen Auswertung der Stiftung Warentest zufolge sind für die monatlichen Kosten ohne Extras zwischen 23 bis 39 Euro zu veranschlagen (Stand August 2018). Nach Angaben der Verbraucherzentralen werden für einen Basistarif im Schnitt um die 20 Euro berechnet, bei zusätzlichen Serviceleistungen können die Kosten auf 30 bis 50 Euro steigen. So werden etwa für die Schlüsselhinterlegung um die 19 Euro monatlich extra in Rechnung gestellt.

Zusätzlich zu den monatlichen Kosten fällt in der Regel eine einmalige Anschlussgebühr an, deren Höhe unterschiedlich ausfällt und laut Stiftung Warentest im Schnitt bei rund 60 Euro liegt (Stand August 2018). Hinzu kommen Kosten für tatsächlich abgesetzte Notrufe – diese werden meist separat berechnet und fallen zusätzlich zum Monatsbeitrag an. Die Anbieter handhaben es unterschiedlich, ob jeder Notruf extra kostet oder ob ein Notruf pro Monat bereits im Preis enthalten ist.

Für Senioren, deren Rente nicht ausreicht um diese und weitere Kosten zu decken, die aber dennoch in ihrem Eigenheim wohnen bleiben möchten, kann die Leibrente eine Option sein. 

immoverkauf24 Tipp:

Einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) zufolge müssen Finanzämter beim Betreuten Wohnen die Kosten für den Hausnotruf als haushaltsnahe Dienstleistung anerkennen (AZ VI R 1814). Die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. empfiehlt auch Bewohnern von anderen Wohnformen im Alter, ob im Pflegeheim oder in der Senioren-WG, die Kosten geltend zu machen und gegebenenfalls Widerspruch gegen die Ablehnung durch das Finanzamt einzulegen. Betragen die jährlichen Kosten beispielsweise 300 Euro, reduziert sich die Steuerschuld um 60 Euro, da 20 Prozent der Kosten steuermindernd anerkannt werden.

4. Welche Zuschüsse gibt es zum Hausnotruf / Notrufknopf?

Bei einer kleinen Rente kann ein Hausnotruf möglicherweise teuer sein. Was tun? Krankenkassen scheiden als Anlaufstelle für einen Zuschuss aus, da sie in Hausnotrufsystemen Geräte des täglichen Lebens sehen. Doch es gibt andere Fördermöglichkeiten für Hausnotruf bzw. Notrufknopf:

Die Pflegeversicherung

Die jeweilige Pflegekasse gewährt unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss, denn ein Hausnotruf gilt als technische Hilfe. Wurde der Notrufknopf von der Pflegeversicherung bewilligt, erhält der Nutzer einen monatlichen Zuschuss von 23 Euro, der von der Pflegekasse direkt an den Anbieter gezahlt wird. Einen pauschalen Zuschuss von 10,49 Euro gibt es einmalig für den Anschluss.  

Voraussetzungen für den Zuschuss der Pflegekasse / des MDK zum Hausnotruf

  • Ein Pflegegrad wurde festgestellt.
  • Der Pflegebedürftige lebt allein zuhause oder mit einer anderen Person im Haushalt, die nicht in der Lage ist, in einer Notsituation Hilfe zu leisten.
  • Der Pflegebedürftige kann in einer Notsituation voraussichtlich nicht selber telefonisch Hilfe rufen.
  • Es handelt sich um einen von der Pflegekasse anerkannten Anbieter des Notrufknopfes.

Die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) und die Förderinstitute der Bundesländer

Die Fördereinrichtungen bieten für den behindertengerechten bzw. barrierefreien Wohnraumumbau Förderprogramme, die KfW etwa das Programm "Altersgerecht umbauen". Dazu gehört auch die Einrichtung des Hausnotrufs.

Das Sozialamt

Bei geringem Einkommen und wenn kein Pflegegrad vorliegt, kann das Sozialamt einen Notrufknopf bezuschussen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Arzt die Notwendigkeit eines Hausnotrufs bescheinigt. 

5. Welche Hausnotrufsysteme gibt es?

Während die Teilnehmerstation bzw. Basisstation beim klassischen Hausnotruf an den Festnetzanschluss der Wohnung oder des Hauses gebunden ist, kann sie beim mobilen Hausnotruf mitgenommen werden, so dass auch ein Notruf von unterwegs möglich ist. Alternativ zur Teilnehmerstation gibt es Funksender, die direkt eine Verbindung herstellen. Zudem werden Hausnotrufsysteme angeboten, die nicht an eine Notfallzentrale gekoppelt sind, sondern automatisch – entsprechend einer vorab festgelegten Reihenfolge - mehrere Rufnummern anwählen, bis sich jemand meldet. 

Das muss ein guter Hausnotruf können! Mit Hilfe der "Checkliste Hausnotruf" ein qualitativ hochertigen Notrufknopf auswählen: 

Grundsätzlich lassen sich folgende Hausnotrufsysteme unterscheiden:

  • Klassischer Hausnotruf: Der Notruf wird per Knopfdruck aktiviert und in er Regel über das Festnetz im Haus oder der seniorengerechten Wohnung abgesetzt.
  • Mobiler Notruf: Der Notruf kann jederzeit und überall verschickt werden, also auch von unterwegs aus, da die Nutzer die Teilnehmerstation bei sich tragen.
  • Seniorenhandys: Das sind seniorengerechte Smartphones mit großen Tasten und einfacher Bedienung, die mit einer Notruf-App bzw. einem Notfallknopf ausgestattet sind.
  • Demenz-Ortungssysteme: Menschen mit Demenz tragen einen GPS-Sender bei sich, so dass sie überall geortet werden können.
  • Sturzmelder oder Fallsensoren: Dabei handelt es sich um kleine Geräte, die Senioren am Körper tragen und die ein Stürzen oder Fallen des Trägers registrieren und daraufhin automatisch einen Notruf absetzen.

Außerdem lässt sich nach Umfang der Leistungen unterscheiden:

  • Gute Basis-Pakete beinhalten in der Regel die Installation des Gerätes, Beratung durch Fachpersonal vor Ort und auf Knopfdruck die Vermittlung von Hilfeleistungen durch Rettungsdienste, Not- oder Hausarzt oder Angehörige bzw. Bekannte. Außerdem sollte eine technische Überprüfung der Funksender und der Teilnehmerstation Teil des Angebots sein.
  • Die Komfort-Pakete oder Premium-Pakete bieten neben den Grundleistungen des Basis-Pakets meist zusätzliche Dienstleistungen wie weitere Geräte (z.B. einen Extra-Funksender), einen wöchentlichen Service-Anruf der Notrufzentrale, Fahrten der Mitarbeiter zu den Nutzern oder Schlüsselhinterlegung in einem Depot in Falle eines Rettungseinsatzes. Außerdem gibt es sogenannte Regelabfragen (auch: „Mir-geht-es-gut-Taste“), im 12- oder 24-Stundentakt als Zusatzleistung: Dabei müssen die Nutzer einmal am Tag bestätigen, dass alles in Ordnung ist, sonst wird Hilfe aktiviert.

Die Pflegekasse zahlt – sollte einer der fünf Pflegegrade vorliegen – für einen Hausnotruf einen Einmalbetrag für die Installation sowie einen monatlichen Zuschuss. Aber Achtung: Zusatzdienste werden von der Pflegekasse nicht bezuschusst!

immoverkauf24 Tipp:

Für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, eignen sich Hausnotrufsysteme eher nicht. Der Grund: Sie könnten den Hausnotruf versehentlich auslösen oder sind nicht in der Lage, eine Notsituation als solche einzuschätzen – und betätigen den Hausnotruf möglicherweise nicht, wenn es angeraten wäre.

6. Woher bekommt man einen Hausnotruf?

Hausnotrufknopf als Armband

Hausnotrufsysteme werden sowohl von sozialen Wohlfahrtsverbänden wie etwa dem Malteser Hilfsdienst, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern oder den Maltesern als auch von privaten Unternehmen angeboten.

Das Angebot beinhaltet in der Regel zwei Komponenten: Zum einen die Geräte (Funksender und Teilnehmerstation), zum anderen den Vertrag über die laufende Nutzung des Hausnotrufsystems. Dieser sollte sorgfältig geprüft werden, insbesondere in puncto Haftung, Kündigungsfristen und Kostenübernahme bei Mängeln sowie Wartung der Geräte. Ebenfalls wichtig: Die Kosten für tatsächlich stattfindende Notrufe.

immoverkauf24 Tipp:

Die Verbraucherzentralen empfehlen, auf eine Kündigungsfrist von höchstens zwei Wochen zum Monatsende zu achten. Zudem sollten Angehörigen jederzeit fristlos kündigen können, sollte der Nutzer versterben. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Haftung des Anbieters sollte nicht eingeschränkt sein.

7. Wie läuft die Installation ab?

  • Zunächst muss die Basisstation ans Telefonnetz angeschlossen werden. Dabei ist es wichtig zu überprüfen, ob der dazugehörige Funksender überall funktioniert – in der Wohnung sowie im Garten oder Keller und ob das Signal stark genug ist. Am einfachsten ist dies möglich, wenn ein Installateur den Hausnotruf einrichtet und einen Testnotruf durchführt. Wird die Anlage ohne Handwerker eingerichtet, sollte ebenfalls ein Test erfolgen.
  • Dabei gilt zu prüfen, ob die Lautstärke ausreicht, um den Mitarbeiter der Notrufzentrale gut zu verstehen. Ist dies nicht der Fall – etwa bei großen Wohnungen – ist eventuell ein Zweitgerät erforderlich.
  • Außerdem wird festgelegt, welche Informationen an die Notrufzentrale weitergegeben werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Namen und Adresse, auch Angaben zum Gesundheitszustand, zu Erkrankungen, Allergien und Medikamenten sind wichtig.
  • Zudem kann vereinbart werden, wer in welcher Reihenfolge von der Notrufzentrale kontaktiert werden soll (beispielsweise der Hausarzt / Angehörige).

immoverkauf24 Info: Installation – Unterschiede bei den Anbietern

  • Bei Angeboten von Wohlfahrtsverbänden schließt in der Regel ein Fachmann die Geräte Zuhause an, prüft die Funktionstüchtigkeit der Systeme vor Ort und beantwortet bei Bedarf Fragen.
  • Privatanbieter verschicken die vorkonfigurierten Hausnotrufsysteme meist zur Selbstinstallation an den Nutzer und beraten telefonisch. Sie gewähren jedoch vor Abschluss meist Einsicht in die Verträge, so dass die Nutzer die Möglichkeit haben Vor- und Nachteile abzuwägen.

Achtung!

Bei einer Untersuchung von neun Hausnotruf-Anbietern bemängelte die Stiftung Warentest, dass viele Anbieter zwar schnell auf einen Notruf reagieren, die Kontaktaufnahme jedoch teils zu wünschen übrig ließ. So wurde nicht immer nachgefragt und nicht immer adäquat auf die Senioren eingegangen, teilweise sprachen die Mitarbeiter auch zu leise, um über die Freisprechanlage verstanden zu werden. Die Testergebnisse stellt die Stiftung Warentest gegen eine Gebühr von 3 Euro zum Download bereit. 

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