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Barrierefreies Wohnen und Umbauen zuhause

Wer im Alter so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben möchte, sollte sich rechtzeitig mit dem Thema barrierefreies Wohnen und Umbauen beschäftigen. Denn oft reichen schon kleinere Baumaßnahmen, um das Wohnen im Alter in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Doch was bedeutet Barrierefreiheit eigentlich? Wie kann man sein Haus oder eine Wohnung seniorengerecht umbauen? Und mit welchen Kosten ist bei einem barrierefreien Umbau zu rechnen? immoverkauf24 gibt den Überblick.

Immobilienbesitzer, die nur über eine schmale Rente verfügen, können mit Hilfe einer Leibrente ihre Immobilie verkaufen, dennoch darin wohnen bleiben und ihr Einkommen aufstocken. Acht wichtige Punkte zur Leibrente.

1. Definition: Was bedeutet Barrierefreiheit / barrierefreies Wohnen?

Definition per Gesetz

Gesetzlich wird Barrierefreiheit durch den § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) definiert. Wörtlich heißt es dort: 

„Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

Barrierefrei Wohnen

Definition per Baurecht

Was Barrierefreiheit in Wohnungen ganz konkret bedeutet, regelt die DIN 18040-2. Für den öffentlichen Raum gelten noch einmal andere Anforderungen, die Standards dafür sind durch die DIN 18040-1 definiert. Wörtlich heißt es im Vorwort zur DIN 18040-2: „Ziel dieser Norm ist die Barrierefreiheit baulicher Anlagen, damit sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind (nach § 4 BGG Behindertengleichstellungsgesetz).“ Die DIN 18040-2 regelt zum Beispiel, wie die Erschließung auf dem Grundstück gestaltet sein muss, wie Bodenbeläge, Treppen oder Bedienelemente einer Immobilie sowie die einzelnen Räumlichkeiten beschaffen sein müssen, damit sie als barrierefrei gelten.

immoverkauf24 Info:

Alternative Begrifflichkeiten zum barrierefreien Wohnen

In der Alltagssprache werden neben dem Begriff barrierefrei auch andere Begrifflichkeiten verwendet. Dazu gehören zum Beispiel altersgerechtes Wohnen, seniorengerechtes Wohnen, barrierearmes Wohnen und barrierereduziertes Wohnen sowie der Begriff behindertengerechtes Wohnen. Anders als der Begriff „barrierefrei“ sind diese Begrifflichkeiten juristisch nicht klar definiert. Wenn zum Beispiel in einer Wohnungsanzeige von einer seniorengerechten Wohnung die Rede ist, ist eher nicht zu erwarten, dass sie auch rollstuhlgerecht gestaltet ist. Vielmehr ist evtl. ein Fahrstuhl vorhanden und in der Wohnung sind wenig Schwellen und Haltegriffe gegeben. In Gesetzestexten und DIN-Vorschriften ist ausschließlich vom barrierefreien oder barrierearmen Wohnen die Rede. Von „barrierearm“ ist dann die Rede, wenn sich die Wohnraumgestaltung zwar an die DIN-Vorschriften zum barrierefreien Bauen orientiert, sich die DIN aber wegen baulicher Gegebenheiten nicht vollständig umsetzen lässt.

2. Warum ist Barrierefreiheit / barrierefreies Wohnen im Alter notwendig?

Barrierefreies Wohnen bedeutet nicht nur weniger Hürden und mehr Komfort, sondern auch ein möglichst eigenständiges Leben und Wohnen im Alter. Und auch, wer auf Unterstützung durch Hilfspersonen im Alltag angewiesen ist, profitiert von einem barrierefrei gestalteten Wohnumfeld. Denn häufig ist die häusliche Pflege bzw. die ambulante Pflege erst möglich, wenn etwa im barrierefreien Bad ausreichend Bewegungsfläche oder technische Einstiegshilfen für Badewanne oder Dusche vorhanden sind.

immoverkauf24 Tipp:

Bei Vorliegen eines Pflegegrades / einer Pflegestufe zahlt die Pflegekasse bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bzw. für die Wohnraumanpassung zu Hause. Leben mehrere Pflegebedürftigen in einem Haushalt sind Zuschüsse bis zu 16.000 Euro für max. vier Bewohner möglich. Die Förderung durch die Pflegekasse ist bereits ab Pflegegrad 1 möglich. Hier ist ein Überblick über die Möglichkeiten, barrierefreies Wohnen bzw. Umbauen zu finanzieren, zu finden.

Es reichen oft schon kleinere Umbauten und die Anschaffung einfacher Hilfsmittel aus, um das Wohnumfeld altersgerecht zu gestalten. Denn anders als öffentliche Gebäude braucht eine privat genutzte Immobilie nicht zwangsläufig den strengen Anforderungen der DIN 18040-2 zu genügen (es sei denn, dies wird durch die fördernde Institution wie etwa die KfW-Bank verlangt). Entscheidend ist, dass die Anpassungen den individuellen Anforderungen des Bewohners genügen. Das kann in Form von Rollstuhlrampen oder Rollatoren geschehen, durch einen Treppenlift oder durch den Umbau zum barrierefreien Bad. Für die Förderung durch die Pflegekasse ist maßgeblich, dass die Wohnraumanpassungen das selbständige Leben zu Hause ermöglichen und die Pflege zu Hause vereinfachen oder ermöglichen.

Liegt kein Pflegegrad vor, reichen oft schon einige Hilfsmittel wie Haltegriffe oder ein rutschfester Belag in der Dusche aus, damit sich die Bewohner auch im Alter oder im Krankheitsfall trotz körperlicher Beeinträchtigungen im vertrauten Umfeld sicher und selbständig bewegen können.

3. Wie kann man eine Wohnung / ein Haus barrierefrei umbauen?

Inwieweit in Haus oder Wohnung Umbauten für mehr Barrierefreiheit notwendig sind, hängt von den Bedürfnissen und Einschränkungen der Bewohner ab. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, benötigt andere Unterstützung als jemand, der nicht mehr schwindelfrei ist oder stark sehbeeinträchtigt ist. Einige Anpassungen können jedoch als wichtiger als andere eingestuft werden.

Folgende Maßnahmen für ein barrierefreies bzw. barrierearmes Wohnumfeld werden von Bewohnern besonders häufig in Anspruch genommen:

Eingang

Wenn Treppenstufen und Hauseingänge zu einem Hindernis werden, sind Treppenlifte für viele Bewohner die entscheidenden Alltagshelfer, um weiter in den vertrauten vier Wänden wohnen bleiben zu können. Rollstuhlrampen sind für Nutzer von Rollstühlen, Elektromobilien oder Rollatoren eine große Hilfe. Die DIN 18040 schreibt für Rollstuhlrampen eine maximale Steigung von 6 Prozent vor. Sowohl am Anfang als auch am Ende müssen Bewegungsflächen von 1,50 x 1,50 Metern vorhanden sein. Ist entlang der Rampe keine Wand vorhanden, sind beidseitig Radabweiser in Höhe von 10 Zentimetern vorgeschrieben.

Küche

Wer im Alter nicht mehr ganz sicher auf den Beinen ist, dem ist mit einer Sitzgelegenheit an der Spüle häufig schon sehr geholfen. Dazu benötigt man ein unterfahrbares Spülbecken, welches sich ganz unkompliziert nachrüsten lässt. So ist ausreichend Beinfreiheit gegeben, um sich bei Arbeiten in der Küche hinzusetzen.

Bad

Für ein barrierefreies Badezimmer sieht die DIN 18040-2 verschiedenste Vorgaben vor. Dazu gehören:

  • Ausreichend Bewegungsfreiheit, z.B. Bewegungsfläche von 1,20 x 1,20 Metern vor den einzelnen Sanitäranlagen
  • Seitliche Stützhilfen an den Waschtischen
  • Leicht bedienbare Armaturen
  • Barrierefreies WC mit Stützgriffen zu beiden Seiten
  • Barrierefreie Dusche ohne Stufen mit rutschhemmendem Belag und Duschsitz
  • Barrierefreie Badewanne, zum Beispiel mit seitlicher Tür oder Badewannenlift

Mit Hilfe der Leibrente können Sie Ihre Immobilie verkaufen, weiterhin darin wohnen bleiben und Ihr Einkommen aufstocken. Mit den Zahlungen aus der Leibrente können Sie Ihr Zuhause barrierefrei umgestalten.

4. Altersgerecht Wohnen / altersgerecht Umbauen mit wenig Aufwand?

Wer die ganz große Investition zum altengerechten Umbau scheut, kann schon mit geringem finanziellem Aufwand viel erreichen. So lassen sich auch Einzelmaßnahmen umsetzen, für die es unter Umständen sogar Fördermittel gibt.

Einige Tipps, wie in Sachen Barrierefreiheit mit kleinem Aufwand viel zu erreichen ist:

Mobile Rampen

Wer den Einbau einer fest installierten Rampe scheut, kann auch schon mit mobilen Rollstuhlrampen eine große Hilfe im Alltag finden. Die Auswahl an Modellen ist groß. Manche sind so flexibel, dass sie sogar einfach im Kofferraum transportiert werden können.

Einbau Treppenlift

Manchmal reicht eine einzelne Maßnahme, um die Wohnung auch im Alter weiter nutzen zu können. Das kann zum Beispiel ein Treppenlift sein, der die einzelnen Etagen miteinander verbindet. Unter Umständen können auch für Einzelmaßnahmen wie den Einbau eines Treppenlifts Fördermittel eingesetzt werden.

Barrierefreies Bad

Es muss ja nicht gleich die ganze Wohnung sein. Oft sind es nur einzelne Räume, zum Beispiel das Badezimmer, die barrierefrei gestaltet werden müssen. Auch hier lässt sich mit kleinem finanziellen Aufwand schon viel erreichen, um die Voraussetzungen für ein barrierefreies Bad zu erreichen. Zum Beispiel durch das Anbringen von Haltegriffen und Stützgriffen, einem Duschsitz oder einfach einer besseren Beleuchtung.

Hausnotruf

Manchmal genügt das Wissen, dass im Notfall Hilfe zu erreichen ist. Der Hausnotruf ist ein relativ preiswertes Instrument und ein wichtiges Hilfsmittel, um ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu erreichen.

immoverkauf24 Info:

Wer bezuschusst - Krankenkasse oder Pflegekasse?

Weil etwa Rollatoren von der Krankenkasse bezuschusst werden, wird häufig angenommen, dass auch Treppenlifte durch die Krankenkasse bezahlt werden. Jedoch ist auch für Treppenlifte die Pflegekasse zuständig. Sie fallen unter die sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen und werden mit bis zu 4.000 Euro pro Person und Maßnahme bezuschusst, wenn die Pflege zu Hause stattfindet und ein Pflegegrad vorliegt. Eine Maßnahme kann allerdings auch mehrere Umbauten zu einem Zeitpunkt umfassen. Ansonsten gilt:

  • Hilfsmittel sind auf Rezept erhältlich und werden von der Krankenkasse bezuschusst. Was unter Hilfsmittel fällt, ist im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gelistet.
  • Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse bezahlt. Es ist kein Rezept notwendig, es muss jedoch ein Pflegegrad vorliegen und die Pflege im häuslichen Umfeld stttfinden. Bei Pflegehilfsmitteln ist zudem zwischen Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch und technischen Pflegehilfsmitteln zu unterscheiden: Bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln handelt es sich z.B. um nicht widerverwendbare Produkte wie Desinfektionsmittel, saugende Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe. Bei technischen Hilfen  handelt es z.B. um Rollstuhl, Pflegebett oder Hebehilfen. Bei diesen prüft die Pflegekasse zudem die Notwendigkeit bei der Pflege, unter Mitwirkung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Platz schaffen

Vollgestellte Räume beeinträchtigen die Bewegungsfreiheit. Zimmer mit Platz zum Rangieren für den Rollator oder für vorsichtige Schritte geben den Bewohnern Sicherheit. Unnötig sind häufig große Topfpflanzen, Beistelltischen oder ungenutzte Sessel und Stühle.

Sicherer Boden

Ein altengerechtes Wohnumfeld ist frei von gefährlichen Stolperfallen. Wichtig sind feste Fußmatten und Teppiche, die man mit Hilfe von rutschfesten Unterlagen oder Kleber schafft. Überlegenswert ist auch, ob man einige Teppiche und Vorleger nicht gänzlich abschafft.

Höhe gibt Sicherheit

Ein leicht erhöhtes Bett oder erhöhte Sitzmöbel erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen. Oft genügt es schon, Sesselbeine und Bettpfosten mit einfachen Holzklötzen zu verlängern. Für einen geübten Handwerker ist das ein Kinderspiel.

Verlängerte Fenstergriffe

Klingt kompliziert, ist es aber nicht: Mithilfe eines einfachen Hilfsmittels gelangen selbst Rollstuhlfahrer an Fenster und können diese einfach öffnen und schließen. Wer etwas mehr Geld investiert, kann auch elektrische Antriebe samt Fernbedienung für Fenstergriffe einbauen.

Hilfsmittel an Ort und Stelle

Wer sich gerne auf einen Stock aufstützt, sollte diesen in der Wohnung griffbereit stehen haben und gegebenenfalls in mehreren Räumen eine Gehhilfe aufbewahren. Hilfsmittel, die das Gehen oder Greifen unterstützen gehören dorthin, wo sie am meisten benötigt werden. So liegen Anziehhilfen, die das Knöpfen erleichtern, am besten bei der Garderobe.

5. Barrierefrei Umbauen: Muss der Vermieter zustimmen?

Barrierefrei Umbauen: Zustimmung Vermieter

Barrierefreier Wohnraum steht nicht nur Hauseigentümern zu. Auch Mieter haben das Recht, möglichst lange selbstständig in ihrer Wohnung zu wohnen. Allerdings benötigt ein Mieter die Zustimmung des Vermieters, wenn er bauliche Maßnahmen plant, um die Wohnung barrierefrei zu gestalten. Die gute Nachricht: Nach § 554a BGB muss ein Vermieter Baumaßnahmen im Sinne der Barrierefreiheit grundsätzlich dulden, wenn die Anpassungen nötig sind, um eine Wohnung behindertengerecht zu gestalten. Das gilt nicht nur für den Mieter, der den Mietvertrag unterschrieben hat, sondern für alle Bewohner der entsprechenden Wohnung. So ist zum Beispiel das Verbreitern von Türen oder der Einsatz von ebenerdigen Duschen grundsätzlich für den Mieter zulässig.

Schwieriger wird es, wenn die Baumaßnahme auch die anderen Mietparteien betrifft oder weitergehende Interessen berührt, wie es etwa bei einem Treppenlift oder einer Rollstuhlrampe im gemeinschaftlich genutzten Hausflur der Fall ist. Sind nämlich die Interessen der Mietgemeinschaft beeinträchtigt, darf der Vermieter die Zustimmung zu einer Umbaumaßnahme für mehr Barrierefreiheit verweigern. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Fluchtwege versperrt werden oder der Zugang zu bestimmten Gebäudeteilen nicht mehr möglich ist. Ein Kündigungsgrund ist der Einbau eines Treppenliftes gegen den Willen des Vermieters aber nicht.

immoverkauf24 Tipp:

Wenn der Verbleib in den gewohnten vier Wänden keine Option ist, etwa weil der Vermieter Umbaumaßnahmen nicht zustimmt, kann der Umzug unumgänglich werden. Ein Überblick über mögliche Wohnformen im Alter

Informieren Sie sich auch frühzeitig über Vollmachten & Verfügungen, die entscheidende Orientierung und konkrete Anweisungen geben. Damit Ärzte, Pfleger, Vertraute und Verwandte nach Ihren Wünschen bezüglich medizinischer Behandlungen und rechtlicher Vertretung handeln können. immoverkauf24 hat entsprechende Muster Formulare für Sie erstellt, die Ihnen beim Verfassen einer Betreuungsverfügung, einer Patientenverfügung oder einer Vorsorgevollmacht helfen sollen.

Probleme kann es auch geben, wenn die Immobilie unter Denkmalschutz steht und der Einbau eines Treppenliftes in einem schützenswerten Flur erfolgen soll. Dann darf der Vermieter seine Zustimmung verweigern. Auch wenn die Immobilie durch die geplante Maßnahme an Wert verliert, darf er nein zum barrierefreien Umbau sagen. Gibt er sein Einverständnis für eine Baumaßnahme, darf er ein Wörtchen mitreden. Der Vermieter darf seine Rechte geltend machen, wenn es um Sicherheit, Materialauswahl oder Bautechnik geht. Die Kosten von Umbaumaßnahmen im Sinne der Barrierefreiheit hat immer der Mieter zu tragen. Der Vermieter darf sogar eine Kaution für den späteren Rückbau verlangen. Denn auch der Mieter ist für die Kostenübernahme eines Rückbaus zuständig.

Die gute Nachricht: Längst nicht jeder Vermieter pocht auf dieses Recht. Zudem erhöhen bestimmte Baumaßnahmen im Sinne der Barrierefreiheit sogar den Wert einer Wohnung, so dass Mieter beim Auszug unter Umständen sogar eine Entschädigung für ihre Investitionen einfordern können.

immoverkauf24 Tipp:

Solche Vereinbarungen mit dem Vermieter sollten unbedingt vor der entsprechenden Baumaßnahme geregelt und vertraglich festgehalten werden.

6. Was kostet der barrierefreie Umbau?

Was ein barrierefreier Umbau kostet, hängt von der Art der erforderlichen Umbaumaßnahmen ab. Nachfolgend einige Beispiele, welche Kosten für welche Maßnahmen anfallen.

Maßnahme Zu erwartende Kosten
Vollständiger barrierefreier Umbau eines Badezimmers (rund 6 Quadratmeter groß) Etwa 8.000 Euro
Treppenlift, gerade Treppe, Sitzlift 3.800 bis 9.800 Euro             
Rollstuhlrampe: Flächenrampe aus Aluminium Ab ca. 120 Euro
Rollstuhlrampe: Stationäre Rampe aus Aluminium mit Auffahrblech Ab ca. 500 Euro bis mehr als 1.500 Euro
Barrierefreie Tür: Verbreiterung einer Tür in Mauerwerk, einschließlich Sturz Ca. 750 Euro
Haltegriffe für Bad, WC und Dusche Ab 16 Euro aufwärts
Klappbare Stützgriffe für das WC Ab 50 Euro aufwärts

Alle Preisangaben sind beispielhaft und können von den tatsächlichen Kosten der Umbauarbeiten abweichen.

Wenn der barrierefreie Umbau sich nicht durch die Rente oder einen Zuschuss der Pflegeversicherung decken lässt, kann für Immobilienbesitzer eine Leibrente eine Option sein: Sie verkaufen ihr Wohneigentum, können jedoch bis zum Lebensende darin wohnen bleiben und finanzieren den barrierefreien Umbau mit Hilfe von Einmalzahlung oder monatlichen Zahlungen der Leibrente.

7. Wie lässt sich barrierefreies Wohnen / barrierefreies Umbauen finanzieren?

Auch wenn die Kosten zunächst hoch erscheinen, lassen sich viele Umbaumaßnahmen zum barrierefreien / barrierearmen Wohnen umsetzen. Denn häufigkönnen für die Realisierung Fördermittel und Zuschüsse eingesetzt werden. Diese Zuschüsse kommen für einen barrierefreien Umbau in Frage:

Geldgeber Programm Förderung Voraussetzung

Pflegeversicherung, Pflegekasse

verbessernde Maßnahmen im Wohnumfeld

Zuschuss in Höhe von maximal 4.000 Euro für z.B. Einbau von Stützgriffen, einer ebenerdigen Dusche oder eines höhenverstellbaren WC uvm. Feststellung eines Pflegegrades und Nachweis der Notwendigkeit der Maßnahme zum Erhalt der Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen

Krankenkassen

Hilfsmittelverordnung der Krankenkassen

Kostenübernahme für bestimmte Hilfsmitteln z.B. Stützklappgriffe, Toilettensitzerhöhung,  Badewannenlift oder mobiler Duschhocker Ärztliche Verordnung vom Haus- oder Facharzt mit genauer Bezeichnung des Hilfsmittels

Kreditanstalt für Wiederaufbau / KfW-Bank

159 Altersgerecht Umbauen - Kredit

Bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung, z.B. Änderung der Raumaufteilung des Bades; Schaffung bodengleicher Duschplätze; Modernisierung von Badobjekten; Einbau von Stütz- und Haltesystemen Vielfältige technische Mindestanforderungen, z.B. an die Raumgröße, Größe der Bewegungsflächen, an die Abstände zwischen den Sanitärobjekten, Höhe der Sanitärobjekte und vieles mehr. Beratung zwingend erforderlich!

Kreditanstalt für Wiederaufbau / KfW-Bank

455 Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss- Barrierereduzierung

Bis zu 6.250 Euro Zuschuss je Wohneinheit für Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung, z.B. Änderung der Raumaufteilung des Bades, Schaffung bodengleicher Duschplätze, Modernisierung von Badobjekten, Einbau von Stütz- und Haltesystemen Vielfältige technische Mindestanforderungen, z.B. an die Raumgröße, Größe der Bewegungsflächen, an die Abstände zwischen den Sanitärobjekten, Höhe der Sanitärobjekte und vieles mehr. Beratung zwingend erforderlich!

Sozialhilfeträger

Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung Kostenübernahme für notwendige Umbauten Nachweis, dass andere Förderungen ausgeschöpft sind; Einreichen aller Kostenvoranschläge; Nachweis, dass alternativ keine barrierefreie Wohnung zur Verfügung steht

Eingliederungshilfen

Leistungen für Wohnraum Kostenübernahme für Umbauten im Badezimmer Nachweis, dass alle anderen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft sind, medizinisch absolut notwendige Umbauten, Vermögens- und Einkommensübergrenzen

Stiftungen

je nach Stiftung unterschiedlich z.T. volle Kostenübernahme bei bestimmten Maßnahmen Oftmals richten sich Stiftungen an Menschen mit ganz bestimmten Erkrankungen, z.B. Personen, die an Multipler Sklerose erkrankt sich; Stiftungssuche auf www.stiftungen.org

Es gibt in den einzelnen Bundesländern verschiedenste Förderprogramme zum barrierefreien Bauen und Umbauen.

8. Wo gibt es Beratung zum Thema barrierefrei Wohnen / barrierefrei Umbauen?

Angesicht der Vielzahl der Möglichkeiten ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Wer sich für das Thema barrierefrei Wohnen und barrierefrei Umbauen interessiert, sollte sich deshalb im Vorfeld einer Baumaßnahme unbedingt gründlich beraten lassen. Hier können Senioren und pflegende Angehörige Beratung und Unterstützung finden:

  • Sozialhilfeträger: Sozialamt der Kommune
  • Wohlfahrtsverbände: Ob Caritas, Arbeiterwohlfahrt oder Diakonie – viele Wohlfahrtsverbände bieten spezielle Beratung für Senioren oder pflegende Angehörige. Informieren Sie sich in der jeweiligen Geschäftsstelle vor Ort.
  • Seniorenberatung: Zahlreiche Kommunen oder freie Träger bieten Beratung für Senioren und Angehörige.
  • Ambulante Pflegedienste: Wer einen ambulanten Pflegedienst beauftragt hat, hat auch Anspruch auf Beratungsleistungen. Das reicht von Unterstützungen im Alltag bis hin zu baulichen Umgestaltungsmaßnahmen und Fördermitteln.
  • Krankenkasse / Pflegekasse: Über mögliche Umbaumaßnahmen und Zuschussmöglichkeiten  informieren auch die Krankenkasse und die Pflegekasse.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren unverbindlichen Beratungstermin mit unseren Immobilienexperten zum Thema Leibrente!

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