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Grunderwerbsteuer 2017

Grunderwerbsteuer

Beim Erwerb einer Immobilie fällt zumeist für den Käufer die Grunderwerbsteuer an. Berechnungsgrundlage ist hier der Kaufpreis, auf den je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5% Grunderwerbsteuer zu zahlen sind. Diese Steuer gehört zu den Kaufnebenkosten und sollte deshalb bei Kauf einer Immobilie im Finanzierungsplan berücksichtigt werden.

Wie hoch ist der Steuersatz aktuell in Ihrem Bundesland und wie berechnet man die Grunderwerbsteuer? Wir beantworten Ihnen hier die 7 wichtigsten Fragen.

1. Fälligkeit der Grunderwerbsteuer

Nachdem ein Immobilienverkäufer einen Käufer für seine Immobilie gefunden hat, muss der Verkauf notariell beurkundet werden. Im Kaufvertrag sollte eindeutig festgelegt werden, ob der Käufer oder der Verkäufer die Grunderwerbsteuer zu entrichten hat, da per Gesetz zunächst der bisherige Eigentümer und der Erwerber gemeinsam Steuerschuldner sind (§13 Nr. 2 GrEStG). In der Regel wird dem Käufer die Zahlung der Grunderwerbsteuer zugewiesen.

Nach der Beurkundung schickt der Notar den unterschriebenen Kaufvertrag an das zuständige Finanzamt, welches dann die zu belastende Partei mit dem Grunderwerbsteuerbescheid anschreibt. Die Steuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheides fällig. Das Finanzamt darf aber ggf. eine längere Zahlungsfrist setzen (siehe Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) §15 Fälligkeit der Steuer).

Sobald die Grunderwerbsteuer vom Käufer beglichen wurde, stellt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, welche die Voraussetzung ist für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

2. Wie berechnet sich die Grunderwerbsteuer? – Hier Rechner!

Die Grunderwerbsteuer berechnet sich anhand der Höhe des aktuellen Steuersatzes für Grunderwerb in Ihrem Bundesland und des notariell beglaubigten Kaufpreises im Kaufvertrag. Gehen wir beispielsweise davon aus, Sie möchten eine Immobilie in Schleswig-Holstein kaufen (6,5% Grunderwerbsteuer, Stand: Januar 2017) zu einem Kaufpreis von 250.000 Euro (laut Kaufvertrag), dann fallen 16.250 Euro an, die das Finanzamt von Ihnen bekäme.

  • Grunderwerbsteuer = Kaufpreis * aktueller Steuersatz für Grunderwerb des Bundeslandes

Wenn Sie genau ermitteln möchten, wie hoch die Grunderwerbsteuer für Ihr Vorhaben ist, dann nutzen Sie unseren Grunderwerbsteuer-Rechner.

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Tipp immoverkauf24:

Die Grunderwerbsteuer wird immer dann fällig, wenn ein Objekt gekauft wird und zählt daher zu den Kaufnebenkosten. Da hier schnell einige Tausend Euro auf den Immobilienkäufer zukommen, sollte dies in der Immobilienfinanzierung unbedingt berücksichtigt werden.

3. Welche Bundesländer haben die Grunderwerbsteuer erhöht?

Erst seit dem 01. September 2006 können die Bundesländer den Steuersatz selbst festlegen (siehe Art. 105 Abs. 2a Satz 2 GG). Diese Neuregelung machen sich die Länder zu Nutze, sie führte zu einer beinahe flächendeckenden Erhöhung der Grunderwerbsteuer. Als Ursache für die Erhöhung gilt die Konsolidierung der Landesfinanzen. Hintergrund ist die schlechte Haushaltslage der Länder und damit der Wunsch, mehr Geld in die Kassen zu spülen.

In 2014 ist die Grunderwerbsteuer in vielen Bundesländern erhöht worden u.a. Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein. Nordrhein-Westfalen erhöhte zum 01.01.2015 die Steuer auf Grunderwerb von 5,0% auf 6,5%. Ebenso das Saarland erhöht die Grunderwerbsteuer auf 6,5%. Seit dem 01.01.2017 müssen nun auch Immobilienkäufer in Thüringen 6,5% Grunderwerbsteuer zahlen.

Spitzenreiter sind im aktuellen Vergleich mit 6,5% die Länder Brandenburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Saarland und neuerdings Thüringen.

Für Immobilienkäufer keine gute Nachrichten, denn je höher der Steuersatz, desto höher die Kaufnebenkosten bei gleichem Kaufpreis.

4. Tabelle: Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in welchem Bundesland? (Stand 01.05.2017):

In Deutschland unterscheidet sich die Grunderwerbsteuer von Bundesland zu Bundesland. Diese Tabelle zeigt die Veränderung der Grunderwerbsteuer vor und nach der letzten Erhöhung. Außerdem wird anhand eines Beispiels verdeutlicht, wie hoch die Grunderwerbsteuer aktuell wäre bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind zum Teil erheblich. So zahlen Immobilienkäufer in Schleswig-Holstein fast doppelt so viel Grunderwerbsteuer wie in Bayern!

Übersicht Grunderwerbsteuer nach Bundesländern:

Bundesland Steuersatz alt Erhöhung ab Steuersatz neu Kaufpreis: 200.000 €
Baden-Württemberg 3,5 % 05.11.2011 5,0 % 10.000 €
Bayern 3,5 % keine Änderung 7.000 €
Berlin 4,5 % 01.01.2014 6,0 % 12.000 €
Brandenburg 5,0 % 01.07.2015 6,5 % 13.000 €
Bremen 4,5 % 01.01.2014 5,0 % 10.000 €
Hamburg 3,5 % 01.01.2009 4,5 % 9.000 €
Hessen 5,0 % 01.08.2014 6,0 % 12.000 €
Mecklenburg-Vorpommern 3,5 % 01.07.2012 5,0 % 10.000 €
Niedersachsen 4,5 % 01.01.2014 5,0 % 10.000 €
Nordrhein-Westfalen 5,0 % 01.01.2015 6,5 % 13.000 €
Rheinland-Pfalz 3,5 % 01.03.2012 5,0 % 10.000 €
Saarland 5,5 % 01.01.2015 6,5 % 13.000 €
Sachsen 3,5 % keine Änderung 7.000 €
Sachsen-Anhalt 3,5 % 01.03.2012 5,0 % 10.000 €
Schleswig-Holstein 5,0 % 01.01.2014 6,5 % 13.000 €
Thüringen 5,0 % 01.01.2017 6,5 % 13.000 €
Quelle und Copyright: immoverkauf24, Stand: 01.05.2017

5. Wann fällt keine Grunderwerbsteuer an?

Nur in Ausnahmefällen kann die Grunderwerbsteuer vermieden werden. So fällt beim Grundstückserwerb im Todesfall oder beim Grundstückserwerb im Rahmen einer Schenkung keine Grunderwerbsteuer an. Aber auch diese Vorgänge können eine Besteuerung nach sich ziehen. Grundlage hierfür sind die Bestimmungen im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (siehe Erbschaftssteuer). Ebenso steuerbefreit ist der Erwerb eines Grundstücks von unter 2.500 Euro Kaufpreis (laut §3 Nr.1 des Grunderwerbsteuergesetzes).

Grunderwerbsteuerfrei ist auch der Verkauf an Verwandte 1. Grades. Laut §3 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) sind Verkäufe an Ehepartner, Lebenspartner oder Kinder von der Besteuerung ausgenommen. Es muss also keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden, wenn z.B. ein Vater an den Sohn eine Immobilie verkauft.

6. Kann man die Grunderwerbsteuer sparen, reduzieren oder gar umgehen?

Unabhängig von unter Punkt 5 genannten Ausnahmefällen fällt die Grunderwerbsteuer bei jedem Immobilienkauf bzw. Verkauf an. Es besteht jedoch die Möglichkeit die Grunderwerbsteuer zu sparen bzw. zu reduzieren. Die Höhe der Grunderwerbsteuer wird anteilig am Kaufpreis für das Grundstück bzw. der Immobilie berechnet. Sie können diesen Preis im Kaufvertrag reduzieren, wenn:

  • Sie nur berücksichtigen, was untrennbar mit der Immobilie verbunden ist
  • Sie bewegliche Extras wie Sauna, Küche, Markisen, Gartenhäuser etc. im notariellen Kaufvertrag gesondert berechnen
  • Sie die Summe der Instandhaltungsrücklage beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung gesondert ausweisen
  • Sie beim Hausbau zwei getrennte Verträge abschließen: einen Vertrag für den Grundstückskauf und einen Vertrag für den Hausbau, dann fällt die Grunderwerbsteuer nur für den Kaufpreis des Grundstückes an (dies ist an bestimmte Bedingungen bei den Verträgen gekoppelt).

Beispiel Grunderwerbsteuer sparen:

Wenn laut Kaufvertrag die Immobilie 300.000 Euro kosten würde, dann müssten Sie in Hamburg 4,5% Grunderwerbsteuer zahlen (= 13.500 Euro). Unter Berücksichtigung von frei beweglichen Extras könnte im Kaufvertrag eine Küche (z.B. 12.500 Euro) oder eine Sauna (z.B. 2.500 Euro) extra aufgelistet werden. In diesem Fall reduziert sich der Preis für die Immobilie um 15.000 Euro. Die Grunderwerbsteuer wäre damit fällig für einen Preis von 285.000 Euro und würde Sie statt 13.500 Euro nur noch 12.825 Euro kosten. Eine Ersparnis von 675 Euro.

Hinweis!

Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Extras herausrechnen (nicht mehr als 15%). Irgendwann wird auch der großzügigste Finanzbeamte skeptisch. Legen Sie sich vorsichtshalber die Belege der Extras zurecht, falls das Finanzamt nachfragt. Darüber hinaus dient die Immobilie bei der Baufinanzierung als Sicherheit bei der Kreditvergabe! Wurde der Kaufpreis um die Extras reduziert, müssten diese separat finanziert werden, weil Banken den Beleihungswert nicht höher als den Kaufpreis ansetzen, sondern in der Regel darunter.

7. Was ist der Unterschied zwischen Grunderwerbsteuer und Grundsteuer?

Grundsteuer

Vielen Immobilienkäufern ist der Unterschied zwischen den beiden Steuerarten Grunderwerbsteuer und Grundsteuer nicht immer ganz klar, da beide sehr ähnlich klingen und für künftige Immobilieneigentümer auch beide relevant sind. Grundsteuer und Grunderwerbsteuer sind aber zwei völlig unterschiedliche Steuerarten, da ganz verschiedene Zwecke besteuert werden: die Grunderwerbsteuer wird fällig bei Grunderwerb und die Grundsteuer wird fällig bei Grundbesitz!

Ein weiterer Unterschied ist die Fälligkeit der Steuern: Grunderwerbsteuer wird nur einmal fällig beim Kauf einer Immobilie. Sie wird von dem Bundesland erhoben, in dem die Immobilie erworben wird, und richtet sich nach dem im Kaufvertrag ausgewiesenen Kaufpreis. Die Grundsteuer hingegen ist jährlich fällig und wird von der Gemeinde erhoben. Sie errechnet sich aus dem Einheitswert, welchen das zuständige Finanzamt für das Objekt festlegt, dem Steuermessbetrag und dem jeweiligen Hebesatz einer Gemeinde.

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