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Wie Senioren lange und sicher zuhause wohnen bleiben können

Wohnen im Alter 27.03.2019 Jessica Danker
Beratung von Senioren

Wie kann man es älteren Menschen ermöglichen, so lange wie möglich zuhause wohnen zu bleiben? Und ab welchem Zeitpunkt wird der Umzug in ein Pflegeheim oder ins betreute Wohnen unumgänglich? Im Interview mit immoverkauf24 berichtet Jessica Danker aus ihrer Praxis als Wohnberaterin für Senioren.

immoverkauf24: Frau Danker, Sie sind Ordnung- und Strukturplanerin sowie Wohnberaterin für Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen – erklären Sie doch bitte einmal, was das bedeutet.

Jessica Danker: Im Rahmen meiner Arbeit als Strukturberaterin hatte und habe ich viel mit Senioren zu tun, die bei der Ordnung ihrer Vorsorge- und Versicherungsangelegenheiten Unterstützung brauchen. So mancher ältere Mensch hat im Laufe seines Lebens den Überblick verloren, welche Versicherungen und Vollmachten und Verfügungen er denn nun hat oder nicht und welche Dokumente wirklich wichtig sind. Dann müssen z.T. Berge von Papier gesichtet und Dokumente neu angelegt werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn der verstorbene Partner sich um diese Dinge gekümmert hat – dann stehen die Hinterbliebenen ziemlich ratlos vor dieser Aufgabe und sind froh über Hilfe.
Bei diesen Besuchen ist mir oft aufgefallen, wie unpassend und manchmal geradezu gefährlich die Wohnumgebung vieler Senioren ist: Voller Stolperfallen, obwohl dem Bewohner das Heben der Beine langsam schwerfällt.

„Viele Senioren brauchen einen Anstoß, um ihre Wohnung zu verändern.“

Oder sie haben etwa Geschirr so hoch gelagert, dass sie auf einen Hocker steigen müssen, um heranzukommen. Auch Senioren, denen bewusst ist, dass es einer Veränderung in ihren vier Wänden bedarf, fehlt häufig die Energie, die Sache anzugehen. Und da komme ich als zertifizierte Wohnberaterin ins Spiel. Dabei geht es darum, den Wohnbereich von Senioren oder körperlich eingeschränkten Menschen so zu gestalten, dass sie selbstbestimmt und sicher ihren Alltag meisternkönnen.

Immoverkauf24: Welche Veränderungen sind es konkret, die sie in Wohnungen von Senioren anstoßen?

Jessica Danker: Häufig sind es Kleinigkeiten wie Teppiche oder Läufer, die eine Rutschgefahr darstellen oder Hürden für Rollator-Nutzer sind, es fehlen Möglichkeiten zum Festhalten oder die wichtigen Dinge des Alltags sind einfach schwer zu erreichen. In solchen Fällen kann man mit wenig Aufwand die Wohnung seniorenfreundlicher gestalten: indem man Teppiche rausnimmt, Mobiliar umstellt oder entfernt oder Geschirr & Co. umräumt. Liegt ein Pflegegrad vor, braucht es häufig richtige Umbaumaßnahmen, die ein barrierefreies Wohnen ermöglichen. Die Pflegeversicherung bezuschuss solche "wohnumfeldverbessernden Maßnahmen" mit bis zu 4.000 Euro. Überwiegend sind solche Maßnahmen im Bad, im Schlafzimmer und in der Küche notwendig. Dann wird etwa ein Treppenlift eingebaut. Oder das Vollbad zu einer barrierefreien Dusche umgebaut, damit der Bewohner ohne Stolperfallen und Rutschgefahr duschen und sich mit dem Rollator bewegen kann. Da gibt es viele DIN-Normen und Bauvorschriften die es zu beachten gilt.

"Ganz wichtig beim seniorengerechten Umbau: Sich um um das Befinden der Bewohner zu kümmern."

Wenn Sie zu einem Bewohner kommen, dessen Wohnung umgestaltet werden muss, wie gehen Sie dann vor?

Wenn ich engagiert werde, dann frage ich die Bewohner und Angehörigen, wo sie besonderen Bedarf sehen. Dann fange ich mit der Sichtung der Wohnung an, entwickle Ideen zur Veränderung und hole – falls gewünscht – Angebote ein. Außerdem übernehme ich ggf. die Kommunikation mit der Pflegeversicherung wegen der Finanzierung und koordiniere die Handwerker. Ein ganz wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist aber auch die Begleitung der Bewohner während der Umbauarbeiten, weil es für viele ältere Menschen sehr anstrengend oder sogar beängstigend ist, Fremde in der Wohnung zu haben.

Immoverkauf24: Was können Sie denn als Beraterin tun, um den Bewohner die Ängste vor den Umbauarbeiten zu nehmen?

Jessica Danker: Ganz wichtig ist, dass ich Handwerker mitbringe, die ich kenne. Dann geht das Vertrauen, dass die Menschen zu mir aufgebaut haben, auf die Handwerker über. Es sei denn, es gibt Handwerker in der Familie, dann werden die natürlich herangezogen. Oft hilft es auch, dass ich anwesend bin, während die Handwerker arbeiten. Oder dass Angehörige während der Arbeitszeit mit den Bewohnern spazieren gehen. Denn ganz ohne Baulärm geht es bei grundlegenden Umbauten nicht, gerade im Badbereich. Manchmal sind die Bewohner auch in der Tagespflege oder in der Kurzzeitpflege – z.B. als Übergang nach einem Krankenhausaufenthalt. Dann kommen die Handwerker in Abwesenheit der Bewohner. Es ist aber auch immer abhängig davon, welcher Typ Mensch der Betroffene ist, welche „Beruhigungsmaßnahmen“ ich treffe.

Immoverkauf24: Gibt es denn auch Fälle, in denen Sie von solchen Umbaumaßnahmen abraten?

Jessica Danker: Ja, die gibt es auch. Ich berate natürlich, aber sage auch klar, wenn ich einen barrierefreien Umbau für nicht ratsam halte. Wenn ich etwa merke, dass ein Bewohner schon durch meine Anwesenheit völlig außer sich gerät, dann wären Handwerker natürlich eine totale Überforderung. Oder eine Mietwohnung ist zu klein und zu ungünstig geschnitten, um eine barrierefreie Umgebung herzustellen. Oder der Vermieter sperrt sich gegen jeden Umbau. Ich bringe ggf. auch die Möglichkeit des Umzugs in ein Pflegeheim, in eine Senioren-WG oder ins betreute Wohnen ins Spiel. Ich empfehle dann Einrichtungen, von deren Qualität ich mich selbst überzeugt habe.

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