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Bausparvertrag 2016: die 10 wichtigsten FAQs zum Bausparen

Die Deutschen gelten als ein Bausparer-Volk. Doch lohnt sich ein Bausparvertrag in der aktuellen Niedrigzins-Phase noch? Was ist zu beachten? Die wichtigsten 10 Fragen und Antworten rund um das Thema:

1) Was ist ein Bausparvertrag?

Bausparvertrag

Bei einem Bausparvertrag schließt ein Anleger (Bausparer) mit einer Bausparkasse einen Sparvertrag – in der Regel mit dem Ziel – diesen einmal für die Immobilienfinanzierung einzusetzen.

Mit dem Abschluss des Vertrags, verpflichtet sich der Anleger Geld in den Bausparvertrag einzuzahlen und erhält das Anrecht ein Immobiliendarlehen zu einem späteren Zeitpunkt abzurufen. Bereits bei Abschluss des Bausparvertrags wird im Bausparvertrag u.a. festgelegt:

  • Zinssätze (Sparzins und späterer Darlehenszins)
  • Ansparzeit in Jahren
  • Anzusparendes „Mindestguthaben“
  • Tilgungszeit in Jahren
  • Mindestvertragsdauer
  • Bausparsumme
  • Abschlussgebühr

Durch die Festlegung aller Parameter bereits bei Vertragsabschluss, weiß der Sparer schon heute, wie sich seine Einzahlungen verzinsen und welchen Darlehenszins er später einmal erhalten wird.

Hinweis von immoverkauf24:

Das abrufbare Bauspardarlehen darf nur zu Wohnzwecken eingesetzt werden. Klassischerweise fallen darunter der Grundstückskauf sofern ein Haus gebaut werden soll sowie der Kauf oder die Modernisierung von Immobilien für die eigene Nutzung.

2) Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Beispiel: Sie möchten gerne in 5 Jahren bauen und 100.000 Euro des benötigten Kapitals durch einen Bausparvertrag aufbringen. Dann würden Sie den Bausparvertrag für eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren und einer Bausparsumme von 100.000 Euro abschließen.

Einen Teil der 100.000 Euro müssen Sie selbst ansparen (Mindestguthaben), den Rest erhalten Sie als Bauspardarlehen von der Bausparkasse:

  • Bausparsumme = Mindestguthaben + Bauspardarlehen

Die Aufteilung der Bausparsumme kann zwar je nach Bauspartarif später noch geändert werden, sollte aber wohlüberlegt sein. Weitere Details diesbezüglich erfahren Sie unter Bausparsumme.

Nach Abschluss eines Bausparvertrags durchläuft dieser 3 Phasen:

1. Sparphase

Die Sparphase startet nach Vertragsabschluss und dauert bis Sie das vereinbarte Mindestguthaben angespart haben. Dieses beträgt, je nach konkretem Tarif, den Sie abschließen, zwischen 25 und 50% der Bausparsumme.

In der Sparphase wird monatlich der so genannte Regelsparbeitrag eingezahlt, der je nach Tarif zwischen drei und zehn Promille der Bausparsumme liegt, es können aber auch größere Summen eingezahlt werden.

2. Zuteilungsphase

Ist das Mindestguthaben angespart, kann es noch einige Monate dauern bis eine „Zuteilung“ des Kapitals erfolgt. Unter Zuteilung versteht eine Bausparkasse den Zeitpunkt, ab dem der Bausparer sich das Guthaben sowie das Darlehen auszahlen lassen kann. Für die Zuteilung ist neben der Höhe des erreichten Sparguthabens vor allem die Spardauer entscheidend (siehe Details auch unter Punkt 5).

3. Darlehensphase

Die Darlehensphase beginnt nach Auszahlung des Bauspardarlehens, das vergleichsweise zügig getilgt wird. Üblich sind rund zehn Jahre. Die Tilgungsrate wird in Promille der Bausparsumme gerechnet, ihre Höhe hängt vom jeweiligen Tarif ab. Sondertilgungen und auch die vollständige Rückzahlung des Darlehens sind jederzeit möglich.

3) Wie fördert der Staat das Bausparen? Welche Förderung ist sinnvoll?

Der Staat unterstützt die Bildung von Wohneigentum, um Altersarmut zu vermeiden. Die folgende Tabelle zeigt, welche Prämien bzw. Zuschüsse der Staat beim Bausparen gewährt:

Staatliche Förderung beim Bausparen

Berechtigt
Förderbetrag/Jahr
Lohngrenze

Wohnungsbauprämie

Jeder ab 16 Jahre

45,09 Euro (Single)

25.600 Euro (Single)

90,11 Euro (Ehepaar)

51.200 Euro (Ehepaar)

Arbeitnehmersparzulage

Alle Arbeitnehmer

43 Euro (Single)

17.900 Euro (Single)

86 Euro (Ehepaar)

35.800 Euro (Ehepaar)

Wohnriester

Arbeiternehmer, Beamte

154 Euro pro Förderberechtigten

keine

300 Euro pro Kind

2.100 Euro steuerlich absetzbar

Die Wohnungsbauprämie erhält, wer einen Bausparvertrag abschließt und mindestens 50 Euro in den Bausparvertrag einzahlt. Weitere Infos finden Sie unter Wohnungsbauprämie.

Die Arbeitnehmerzulage kann in Anspruch nehmen, wer als Arbeitnehmer die vom Arbeitgeber gezahlten „vermögenswirksamen Leistungen (VL)“ für einen Bausparvertrag nutzen will (ca. 40 Euro im Monat, je nach Arbeitsvertrag).

Die Wohnriester-Förderung kann in Anspruch nehmen, wer als Arbeitnehmer einen Riester-Vertrag abschließt und die staatlichen Zulagen in den Bausparvertrag einzahlt. Weitere Details finden Sie unter Wohnriester.

Alle staatlichen Prämien bzw. Zulagen fließen in das anzusparende Mindestguthaben mit ein. Eine Auszahlung erfolgt aber frühestens nach Zuteilung des Bausparvertrags. Sie muss dann jährlich vom Bausparer schriftlich neu beantragt werden.

4) Abschlussgebühr Bausparvertrag: Welche Kosten fallen an?

Wer einen Bausparvertrag unterschreibt, wird zunächst einmal zur Kasse gebeten: Üblich ist ein Prozent der Bausparsumme, manche Anbieter verlangen aber auch bis zu 1,6 Prozent. Dieses Vorgehen hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil auch gebilligt (Aktenzeichen IX ZR 3/10). Bausparer haben meist die Wahl, ob sie die Gebühr direkt zahlen wollen oder ob diese anfangs mit den laufenden Sparbeiträgen verrechnet werden soll.

Gut zu wissen

Wichtig: Je nach Vertrag wird die Abschlussgebühr erstattet, wenn das zum Bausparvertrag gehörende Bauspardarlehen nicht genutzt wird.

Abschlussgebühr ist nicht gleich Darlehensgebühr

Unklar ist derzeit allerdings, inwieweit Bearbeitungsgebühren für die Darlehensauszahlung noch zulässig sind, die von Bausparkassen als Darlehensgebühr deklariert werden. Denn der BGH hat mit zwei Urteilen auch entschieden, dass Bearbeitungsgebühren für Verbraucherdarlehen rechtswidrig sind. Banken haben sie infolge dieses Urteils abgeschafft. Die Verbraucherzentralen gehen davon aus, dass auch Bausparkassen diese Gebühr nicht mehr erheben dürfen, was jedoch bislang nicht höchstrichterlich geklärt ist.

Agio statt Darlehensgebühr

Üblich war bislang eine Darlehensgebühr von 2 Prozent der Darlehenssumme, manche Bausparkassen verlangen diese zwar nun nicht mehr, arbeiten dafür aber mit einem Agio in dieser Höhe. Das ist gleichbedeutend mit einer Erhöhung der Darlehenssumme um zwei Prozent. Eine Darlehenssumme von beispielsweise 30.000 Euro erhöht sich damit auf 30.600 Euro.

5) Wann ist ein Bausparvertrag zuteilungsreif?

Leider gibt es kein im Bausparvertrag festgeschriebenes Datum zu dem die Zuteilung erfolgt. Die Bausparkassen sind sogar gesetzlich verpflichtet, einem Kunden kein konkretes Datum zu nennen. Der Grund dafür liegt im Prinzip des Bausparens selbst: Alle Bausparer bilden eine Solidargemeinschaft. Bei der Vergabe von Bauspardarlehen nutzt eine Bausparkasse die aktuellen Sparguthaben. Da die Bausparkasse nicht weiß, wie viele Menschen zukünftig ein Bausparvertrag, mit welchen Sparraten abschließen und wer, wann seinen Bausparvertrag ausgezahlt haben möchte, kann sie bei Vertragsabschluss kein konkretes Zuteilungsdatum garantieren.

Kriterien für die Zuteilungsreife

Für die Frage, ob und wann ein Bausparvertrag zugeteilt werden kann, sind die folgenden Kriterien ausschlaggebend:

  • Mindestguthaben erreicht?
  • Mindestlaufzeit eingehalten?
  • Mindestbewertungszahl erreicht?

Eine Zuteilung erfolgt, wenn alle der genannten Kriterien erfüllt sind. Beispiel: Es würde nicht reichen, wenn Sie genug in den Bausparvertrag eingezahlt haben und damit Ihr Mindestguthaben erreicht haben, wenn Sie gleichzeitig noch nicht die Mindestvertragslaufzeit erfüllt haben.

Bewertungszahl Bausparvertrag: Was ist das? Wie wird die Zahl berechnet?

Da aufgrund des Solidarprinzips nicht jeder Bausparer zu seinem Wunschtermin sein Bauspardarlehen abrufen kann, wurde eine sogenannte „Bewertungszahl“ entwickelt, die die Reihenfolge der Zuteilung so „gerecht“ wir möglich steuern soll. Hat ein Bausparer die Mindestbewertungszahl erreicht, kann die Zuteilung erfolgen.

Da jede Bausparkasse die Berechnungsmethode zur Ermittlung der Bewertungszahl für sich festlegen kann, gibt es keine einheitliche Berechnungsformel. Den größten Einfluss auf den Zuteilungszeitpunkt haben das angesparte Guthaben inklusive Zinsen sowie die Anspardauer.

Tipp von immoverkauf24 Tipp:

Wenn Sie möglichst schnell das Geld aus Ihrem Bausparvertrag abrufen möchten, sollten Sie hohe Spareinzahlungen in einem kurzen Zeitraum leisten. Und: je regelmäßiger Sie zahlen, desto eher erfolgt die Zuteilung. Die Bausparkasse informiert regelmäßig per Post, welche Bewertungszahl erreicht wurde und teilt auch automatisch mit, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Sollten Sie vor Zuteilung das Geld bereits benötigen, können Sie bei Ihrer Bausparkasse eine Zwischenfinanzierung erhalten (siehe Punkt 7).

6) Bausparvertrag auszahlen lassen? Weiter sparen? Was beachten?

Sobald Ihr Bausparvertrag zuteilungsreif ist, haben Sie grundsätzlich 4 Möglichkeiten:

  1. Zuteilung annehmen – Bauspardarlehen beantragen: Sie erhalten das angesparte Guthaben inklusive Zinsen ausgezahlt und können das Darlehen sofort bzw. spätestens innerhalb eines Jahres abnehmen.
  2. Zuteilung verschieben – Darlehen später nutzen: Sie können eine Verschiebung der Zuteilung beantragen und nutzen das ansparte Guthaben und das Darlehen später.
  3. Auf Zuteilung verzichten – Guthaben auszahlen lassen: Verzichten Sie auf die Zuteilung können Sie sich Ihr Sparguthaben inklusive Zinsen auszahlen lassen.
  4. Auf Zuteilung verzichten – danach weitersparen: Sie können aber auch einfach weitersparen. Achtung: Verzichten Sie auf die Zuteilung erlischt der Anspruch auf die staatliche Förderung.

Fazit: Sie haben die freie Wahl, ob Sie ihr Guthaben zur Baufinanzierung oder zu anderen Zwecken einsetzen. Rufen Sie das Bauspardarlehen ab, muss dieses für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden.

Vorzeitige Auszahlung des Bausparvertrags

Auch eine vorzeitige Auszahlung des Bausparvertrags ist möglich. Der Haken: In der Ansparphase müssten Sie zunächst den Bausparvertrag kündigen und können erst im Anschluss an die Kündigungsfrist über Ihr Guthaben verfügen. Manche Bausparkassen sind auch bereit vor Ablauf der Kündigungsfrist das Geld auszukehren, verlangen dann aber eine Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige, nicht vertragskonforme Auszahlung. Und diese hat es in sich: 1% der Bausparsumme werden bei den meisten Kassen für jeden Monat fällig, den Sie früher aus dem Bausparvertrag herauskommen. Gekündigt werden muss die Gesamtsumme, eine Teilauszahlung des Bausparvertrags ist nicht möglich.

Achtung!

Eine vorzeitige Kündigung des Bausparvertrags – gerade in der Anfangsphase – ist mit hohen Verlusten verbunden. Die Guthabenzinsen reichen dann nicht aus, um die Abschlussgebühr und die Vorfälligkeitsentschädigung zu kompensieren. Auch erlischt der Anspruch auf den Bausparkredit. Wenn Sie vorher Geld benötigen, kann es sinnvoll sein, den Bausparvertrag zu beleihen (Punkt 7).

7) Kann man den Bausparvertrag beleihen? Wann Vorausdarlehen sinnvoll?

Zwischenfinanzierung Haus

Den Bausparvertrag zu beleihen, kann sich lohnen, wenn Sie bereits ein Haus, eine Wohnung oder ein Baugrundstück gefunden haben, aber Sie den Bausparvertrag noch nicht nutzen können. Für den Fall des vorzeitigen Kreditbedarfs haben Sie zwei Möglichkeiten.

1. Zwischenfinanzierung der Bausparsumme

Haben Sie das Mindestguthaben bereits angespart, müssen aber noch auf die Auszahlung des Bauspardarlehens warten, kann eine Zwischenfinanzierung in Höhe der abgeschlossenen Bausparsumme die richtige Lösung sein. Der Zwischenkredit wird dann zusätzlich zum bestehenden Bausparvertrag geschlossen, so dass in der Übergangsphase bis zur Auszahlung des Bauspardarlehens sowohl die Bausparrate als auch die Zinsen auf den Zwischenkredit zu zahlen sind. Der Zwischenkredit muss nicht laufend getilgt werden, sondern wird mit Auszahlung der Bausparsumme abgelöst.

Sollten Sie das Mindestguthaben noch nicht ganz erreicht haben, kann der Zwischenkredit bis zur Erreichung des Mindestguthabens „aufgestockt“ werden. Dadurch kann der zusätzliche Kredit schon für Ihr Vorhaben genutzt werden und gleichzeitig der Bausparvertrag „aufgefüllt“ werden, damit dieser schneller zuteilungsreif wird. Ist der zusätzliche Kreditbedarf jedoch sehr groß und wird das Geld sehr schnell benötigt, kann auch ein Vorausdarlehen die bessere Lösung darstellen.

2. Vorausdarlehen – Bausparsumme als endfälliges Darlehen

Bei einem Vorausdarlehen kommen Sie sofort an das Geld. Im Vergleich zum klassischem Bausparprinzip – erst sparen, dann finanzieren – wird beim Vorausdarlehen bzw. Sofortdarlehen der Spieß umgedreht: Sie nehmen im Moment des Kreditbedarfs ein endfälliges Darlehen in Höhe der gesamten Bausparsumme auf. Parallel dazu zahlen Sie in den Bausparvertrag die Sparraten ein bis der Vertrag zuteilungsreif ist. Das Vorausdarlehen wird während der Laufzeit nicht getilgt, sondern erst wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Nach Rückzahlung des Vorausdarlehens wird das eigentliche Bauspardarlehen – wie bei jedem Bausparvertrag sonst auch – ganz normal in monatlichen Raten zurückgezahlt.

Tipp von immoverkauf24:

Ein Vorausdarlehen ist häufig sehr teuer. Selbst wenn Sie ein endfälliges Darlehen und ein Bauspardarlehen zu einem günstigen Zinssatz bekommen, kann der Effektivzinssatz hoch sein, da das Darlehen zunächst nicht getilgt wird und die Guthabenverzinsung des Bausparvertrags niedrig ist. Sprechen Sie mit Ihrem immoverkauf24 Finanzierungsberater, welche Finanzierungsvarianten sich bei vorzeitigem Kreditbedarf am besten rechnen.

8) Bausparvertrag Vergleich: Welcher Bauspartarif ist empfehlenswert?

In Deutschland gibt es derzeit 23 Bausparkassen mit insgesamt 112 Tarifen. Da ist es gar nicht so leicht die richtige Variante zu finden. Bevor Sie die Tarife einzelner Bausparkassen vergleichen, sollten Sie sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Wieviel möchte ich ansparen? Der Anspargrad kann zwischen 25 und 50% der gesamten Bausparsumme liegen. Je höher der Anspargrad, desto günstiger der Darlehenszins des Bauspardarlehens.
  • Wie viel Euro kann ich monatlich in einen Bausparvertrag einzahlen? Nutzen Sie unseren Haushaltsrechner um Ihr freies Einkommen zu ermitteln, das zur Kapitalbildung bzw. Immobilienfinanzierung monatlich zur Verfügung steht und entscheiden, wie viel % davon in einen Bausparvertrag fließen soll.
  • Wann benötige ich das Geld, wann soll die Zuteilung erfolgen? Übliche Zeiträume sind z.B. 5, 7, 10 oder 15 Jahre Laufzeit bei einem Bausparvertrag. Je länger die Sparphase dauert, desto günstiger der spätere Darlehenszins und desto mehr Zeit haben Sie Kapital anzusparen.
  • Wie hoch soll die Bausparsumme sein? Die Höhe der Bausparsumme hängt davon ab, wie hoch Ihr Kapitalbedarf für das Gesamtprojekt sein wird und wie viel Prozent davon durch ein Bauspardarlehen finanziert werden soll (in der Regel nicht mehr als 20 oder 30%). Beispiel: Möchten Sie später einmal eine Immobilie für ca. 300.000 Euro erwerben, könnten Sie z.B. heute einen Bausparvertrag mit 60.000 Euro Bausparsumme abschließen (20% des Gesamtbedarfs).
  • Wo liegt Ihr Fokus – auf Sparen oder Finanzieren? Liegt ihr Fokus eher auf einer hohen Guthabenverzinsung (Renditesparen), auf einem niedrigen Darlehenszins (Darlehenssparen) oder möchten Sie offen lassen, ob Sie das Darlehen später abrufen werden (Optionssparen)? Je nach Fokus bieten die Bausparkassen ganz unterschiedliche Tarife an. So kann der Guthabenzins von 0 bis aktuell 2,4% variieren. Der Darlehenszins von 1 bis gut 4%. Und beim Optionssparen bieten erste Bausparkassen (z.B. Wüstenrot) keinen festen Guthabenzins mehr an, sondern koppeln diesen an die – aktuell sehr niedrige - Umlaufrendite, um noch günstige Darlehenszinsen anbieten zu können.

Besten Bauspartarif finden – welcher ist richtig für mich?

Grundsätzlich gilt, dass der beste Tarif derjenige ist, der am genauesten auf Ihre Anforderungen zugeschnitten ist. Unabhängig davon sollten Sie die folgenden 5 Punkte in Ihre Überlegungen einbeziehen:

  1. Wer einen Bausparvertrag abschließt, um später ein Bauspardarlehen zu erhalten fährt in der Regel am besten mit einem niedrigen Anspargrad. So können Sie durch geringe Einzahlungen viel Darlehen erhalten. Das Darlehen selbst können Sie jederzeit wieder ablösen und Sonderzahlungen in unbegrenzter Höhe leisten.
  2. Sie sollten den Tarif nicht zwingend danach wählen, welche Bausparkasse die günstigsten Darlehenszinsen bietet. Je niedriger der Kreditzins ist, den Ihnen eine Bausparkasse anbietet, desto schneller müssen Sie das Darlehen tilgen – die hohe Tilgungsbelastung ist für viele Darlehensnehmer aber nicht verkraftbar.
  3. Achten Sie auf den Zuteilungshorizont. Erhalten Sie das Darlehen nicht rechtzeitig, müssen Sie teuer zwischenfinanzieren. Tarife mit niedrigen Guthabenzinsen haben tendenziell lange Zuteilungshorizonte.
  4. Gehen Sie nicht einfach zu einer Bausparkasse, sondern lassen Sie einen neutralen Angebotsvergleich, z.B. von immoverkauf24, über alle Kassen und Tarife durchführen. Bei ein und demselben Effektivzins konnten Sie beim besten Anbieter 2016 eine um 50.000 Euro höhere Bausparsumme als bei einem anderen Anbieter erhalten.
  5. Legen Sie sich nicht zu früh auf einen Bausparvertrag fest, sondern suchen Sie für das Gesamtprojekt die beste Finanzierungslösung. Bei den aktuell niedrigen Zinsen ist ein Bausparvertrag häufig nur noch für bestimmte Fragestellungen empfehlenswert (siehe auch Punkt 10).

Tipp von immoverkauf24:

Stellen Sie einfach unverbindlich und kostenlos eine Finanzierungsanfrage bei immoverkauf24 für Ihr Finanzierungsvorhaben. Sie erhalten einen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten Finanzierungsvorschlag – inklusiver verschiedener Varianten. Dabei wird auch geprüft, ob bzw. in welcher Weise ein Bausparvertrag sich für Sie rechnet.

9) Wie kann ich einen Bausparvertrag kündigen? Wann darf die Kasse kündigen?

Bausparen

Wer einen Bausparvertrag abschließt, sollte sich dies gut überlegen. Denn ähnlich wie bei Lebens- und Rentenversicherungen kann ein vorzeitiger Ausstieg nachteilig sein.

Kündigung in der Sparphase

Grundsätzlich ist die Kündigung mit einer Frist von drei Monaten möglich und man erhält die angesparte Summe sowie die bis dahin angefallenen Guthabenzinsen ausgezahlt. Allerdings müssen bislang gezahlte Förderungen wie die Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage zurückgezahlt werden. Die Abschlussgebühr wird ebenfalls nicht erstattet.

Wer früher aus dem Vertrag aussteigen will und die Drei-Monats-Frist nicht einhält, muss eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Diese liegt bei einem Prozent der Bausparsumme für jeden Monat, der zu früh gekündigt wurde. Wer also sofort aus seinem Bausparvertrag aussteigen will statt die drei Monate Kündigungsfrist abzuwarten, müsste bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro insgesamt 1.500 Euro an die Bausparkasse zahlen.

Tipp von immoverkauf24:

Wer eine Immobilie finanzieren will und einen Bausparvertrag besitzt, sollte durchrechnen, ob die Kündigung und der direkte Einsatz des Guthabens als Eigenkapital nicht günstiger sind.

Kündigung in der Darlehensphase

In der Darlehensphase kann ein Bausparvertrag jederzeit gekündigt werden, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Denn Sondertilgungen sind bei Bauspardarlehen beliebig möglich. Dies kann vorteilhaft sein, wenn unerwartet ein großer Betrag zur Verfügung steht. Da Bauspardarlehen hoch getilgt werden müssen, lässt sich so schnell monatlich mehr finanzieller Spielraum schaffen.

Warum werden Darlehensverträge von Bausparkassen gekündigt?

In den letzten Jahren haben diverse Bausparkassen vielen Kunden ihre für heutige Verhältnisse hoch verzinsten Altverträge gekündigt. Für die Anbieter stellen diese Verträge eine hohe Belastung dar, da sie die hohen Zinsen zahlen müssen, aber nur geringe Zinserträge erwirtschaften. Inwieweit die Kündigungen rechtlich zulässig sind, ist umstritten. Als zulässig gilt eine Kündigung, wenn der Bausparer die Bausparsumme vollständig angespart hat. Ob eine Kündigung jedoch auch rechtens ist, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist und das Darlehen nicht abgerufen wird – darüber sind die Gerichte unterschiedlicher Auffassung und urteilen teils zugunsten der Bausparer, teils zugunsten der Anbieter. Betroffene sollten Widerspruch einlegen und sich an den zuständigen Ombudsmann wenden. Auch die Verbraucherzentralen leisten Hilfestellung und bieten Musterschreiben für den Widerspruch an.

10) Ist ein Bausparvertrag sinnvoll? Vor- und Nachteile Bausparen

Die aktuelle Niedrigzinsphase hat den ursprünglichen Vorteil des Bausparens mittlerweile in den Hintergrund treten lassen. In Hochzinsphasen war Bausparen nämlich deutlich attraktiver, da die Verzinsung weit unter dem Sollzins für klassische Annuitätendarlehen lag. Auch heute kann ein Bausparvertrag je nach persönlicher Situation noch sinnvoll sein, beispielsweise wenn der Bausparer von der staatlichen Förderung profitiert. Eine vollständige Baufinanzierung über einen Bausparvertrag ist kaum empfehlenswert. Zum einen sind die Tilgungsraten sehr hoch, zum anderen verteuern Kosten wie zum Beispiel die Abschluss- und Darlehensgebühr ein Bauspardarlehen im Vergleich zu einer klassischen Finanzierung.

Bausparen: Vor- und Nachteile:

Vorteile

Nachteile

Darlehenszins lässt sich Jahre im Voraus sichern

Hohe Darlehenszinsen

Staatliche Förderung

Niedrige Guthabenzinsen

Darlehen ohne Grundschuld (bis 30.000 Euro)

Hohe Abschlussgebühren

Nachrangdarlehen möglich (bei über 30.000 Euro)

Zeitpunkt der Zuteilung nicht sicher

Flexible Tilgung inklusive Sondertilgung

Hohe Kosten bei vorzeitiger Kündigung

Bausparverträge für kleine Darlehenssummen interessant

Am ehesten spielt der Bausparvertrag seine Stärken heute bei kleinen Darlehenssummen aus. So sind viele Banken nicht bereit, Immobilienkredite unter 50.000 Euro zu vergeben und Verbraucherkredite nur zu extrem hohen Zinsen zu haben. Bei Bausparkassen gehört es zum Tagesgeschäft auch kleinere Darlehen zu vergeben.

Je nach Darlehenssumme verzichten Bausparkassen auf den Eintrag einer Grundschuld als Sicherheit für die Darlehensvergabe. Meist liegt diese Grenze bei 30.000 Euro. Bei höheren Beträgen ist eine Bausparkasse bereit, ihr Grundpfandrecht in den Nachrang eintragen zu lassen ohne sich diesen Nachteil durch einen höheren Zinsaufschlag vergüten zu lassen. Daher kann ein Bauspardarlehen auch eine gute Alternative zu einem Nachrangdarlehen über eine Bank sein.

Tipp von immoverkauf24:

Ein Bauspardarlehen ist eine interessante Option zur Finanzierung von Modernisierungsvorhaben, insbesondere wenn Sie Kosten und Zeitpunkt der Modernisierung gut abschätzen können. Auf diese Weise kann die Hauptfinanzierung einfach durch die Bausparfinanzierung ergänzt werden ohne dass die Bank im ersten Grundbuchrang einen Nachteil erleidet.

Fazit:

Wer in den nächsten Jahren ein Immobilienvorhaben plant und mit stark steigenden Zinsen rechnet, kann sich mit einem Bausparvertrag nach wie vor gut gegen den Zinsanstieg absichern. Steigen die Zinsen nicht deutlich, rechnen sich die klassischen Bankdarlehen besser. Zudem kann ein Bausparvertrag nach wie zur Finanzierung von Modernisierungsvorhaben im Bereich von 15.000 bis 50.000 Euro interessant sein, insbesondere wenn der Darlehensnehmer die staatliche Förderung in Anspruch nehmen kann.

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